Alpnach
Vocom Informatik AG feiert ihr 30-jähriges Bestehen: Ein Blick in die Firmengeschichte

Auf dem Weg vom Einzelunternehmen zur AG mit 30 Mitarbeitern hat sich in der Alpnacher Firma viel bewegt. Und die Herausforderungen in der IT-Branche werden laut Firmengründer Armin Vogel immer grösser.

Robert Hess
Drucken
Teilen
Das Führungsteam des IT-Unternehmens Vocom in Alpnach: Stehend: Gründer und Verwaltungsratspräsident Armin Vogel mit Ehefrau Heidi. Sitzend von links: CEO Remo Flück, Adrian Vogel sowie Sämi Allamand.

Das Führungsteam des IT-Unternehmens Vocom in Alpnach: Stehend: Gründer und Verwaltungsratspräsident Armin Vogel mit Ehefrau Heidi. Sitzend von links: CEO Remo Flück, Adrian Vogel sowie Sämi Allamand.

Bild: Robert Hess (Alpnach, 2. Dezember 2020)

Behörden, Virologen, andere Gesundheitsfachleute und weitere Kreise fordern derzeit wegen der Coronapandemie vermehrt die Berufsausübung im Homeoffice. «Arbeiten und kommunizieren im Homeoffice oder dort, wo man sich gerade befindet, wären aber noch vor wenigen Jahren undenkbar gewesen», sagt der 60-jährige Alpnacher IT-Unternehmer Armin Vogel im Gespräch mit unserer Zeitung. «Erst Cloud-Dienste und schnelles Internet ermöglichten, beruflich voll im Homeoffice zu arbeiten.»

Armin Vogel ist Verwaltungsratspräsident der Vocom Informatik AG. Er hatte das Unternehmen Ende 1990 als Einzelfirma Vocom Informatik & Telekommunikation gegründet und seither zu einem erfolgreichen IT-Unternehmen mit 30 Mitarbeitern geführt. Die 1996 in eine AG umgewandelte Firma Vocom betreut heute System- und Netzwerkinfrastrukturen von über 400 Geschäftskunden in der ganzen Zentralschweiz. «Unser Erfolgsgeheimnis war und wird auch in Zukunft sein, immer am Ball zu bleiben, die neuesten Technologien zu verfolgen und sich ständig weiterzubilden», erklärt Armin Vogel. Wichtig sei auch, Kundenvertrauen zu erwerben und damit die Basis für eine langjährige, erfolgreiche Zusammenarbeit zu schaffen.

«Die ersten fünf Geschäftsjahre waren sehr hart»

Ein Blick in die Firmengeschichte: Zwei Monate nach der Eintragung der Einzelfirma ins Handelsregister startete Armin Vogel zusammen mit seiner Frau Heidi am 1. März 1991 die Geschäftstätigkeit an der Industriestrasse in Alpnach. Der gelernte Elektriker hatte zuvor von 1985 bis 1988 das Diplom als Elektrotechniker erworben und anschliessend ein Informatikstudium am Technikum in Horw absolviert.

Gut gerüstet mit dieser Aus- und Weiterbildung, verkaufte Armin Vogel in seinem neuen Geschäft vor allem Computer, Röhrenbildschirme und Programme und führte die Kunden in die Anwendung ein. «Die ersten fünf Geschäftsjahre waren sehr hart», erzählt Vogel rückblickend und er fügt hinzu:

«Ein guter Laptop kostete damals zwischen 5000 und 10'000 Franken. Das konnte oder wollte sich nicht jedermann leisten.»

Jungunternehmer Armin Vogel ging seinen Weg unbeirrt weiter. Und dieser war nicht hauptsächlich mit dem Verkauf von PCs und Laptops über den Ladentisch «gepflastert», sondern durch das wachsende Bedürfnis von Schulen, Verwaltungen und KMU nach Informatikprojekten und den damit verknüpften Dienstleistungen. Nach zwei Jahren konnte bereits ein neuer Mitarbeiter angestellt werden. «Wir packten die Chance und entschlossen uns, bei Informatikprojekten unserer Kundschaft Gesamtverantwortung zu übernehmen und umfassende Dienstleistungen effizient und kostengünstig zu erbringen.»

Zusammenarbeit mit Pilatus Flugzeugwerke

Vier Jahre nach der Gründung konnte die Firma 1994 im «Römerhof», an zentraler Lage in Alpnach Dorf, neue Geschäftsräumlichkeiten beziehen. Damit begann auch der personelle Ausbau des Unternehmens. 1995 stiess Remo Flück zum Vocom-Team. Er blieb der Firma seither treu. 2011 ist der heute 48-Jährige zum Partner und Mitinhaber befördert worden. «Und seit 2020 führt Informatik-Projektleiter Remo Flück die Vocom als CEO, ein Glücksfall», berichtet Firmengründer Armin Vogel.

Der Kundenstamm, bestehend aus Schulen, Verwaltung und KMU, wies ab Mitte der 1990er-Jahre ein starkes Wachstum auf. So konnte die Vocom 1997 einen ganz besonderen Erfolg verbuchen: Die Pilatus Flugzeugwerke in Stans beauftragten das Obwaldner IT-Unternehmen während mehrerer Jahre mit der Betreuung aller Computerarbeitsplätze.

Im gleichen Jahr startete mit Sämi Allamand der erste Informatikerlehrling seine Berufsausbildung bei Vocom. Wie Remo Flück ist der heute 40-jährige Allamand der Firma treu geblieben und ist seit 2011 Partner und Mitinhaber. Dazu Verwaltungsratspräsident Vogel:

«Loyale Partner und Mitarbeiter mit ihrem Wissen und ihrer Erfahrung sind unser wichtigstes Kapital.»

Und er fügt hinzu: «Doch die Herausforderungen werden immer grösser. Der Technologiefortschritt ist ungebremst, alles muss zu jeder Zeit verfügbar sein, parallel dazu führen wir einen Cyberkrieg und die Branche – wir bilden da keine Ausnahme – kämpft um die besten Fachkräfte.»

Fürchten Frauen die Technik?

Die Mitarbeiterzahl der Vocom stieg analog zu den Geschäftsjahren bis zum Jahr 2020 auf 30 Personen. Insgesamt hat die Firma in dieser Zeit 18 Informatiker-Lehrlinge ausgebildet. «Leider ist nur eine einzige Frau darunter», bedauert Verwaltungsratspräsident Vogel und fährt fort: «Technik stellt offenbar immer noch eine zu grosse Hemmschwelle für junge Frauen dar.»

Ein grosser Verdienst für den Erfolg des Unternehmens misst Armin Vogel seiner Frau Heidi zu: «Sie hat dafür gesorgt, dass die Familie nicht zu kurz gekommen ist und dass die Finanzen im Unternehmen immer im Lot waren.» (rh)

Eine Zweigstelle in Luzern

Bereits 2001 hat Vocom das Qualitätsmanagement ISO 9001 eingeführt. Im gleichen Jahr wurde Vocom IT-Partner der Zentralbahn und führte ein 24/7 Service Desk ein.

Der wachsende Kundenstamm erforderte auch grössere Räumlichkeiten. 2014 eröffnete Vocom an der Moosstrasse 2 in Luzern eine Zweigstelle, geführt von Sämi Allamand. Schwerpunkt ist dort die Entwicklung von innovativen Bildschirmlösungen, welche die bisherigen Aushänge und Plakate ersetzen können. Ein weiterer grosser Schritt sei 2016 die Inbetriebnahme eines eigenen Rechencenters in Sarnen gewesen, erklärt Armin Vogel.

Die zweite Generation kommt

Mit den erwähnten Beförderungen von Remo Flück und Sämi Allamand hat Verwaltungsratspräsident Armin Vogel Weichen in der Nachfolgeregelung des Unternehmens gestellt. Zudem ist im vergangenen Jahr der 30-jährige Sohn Adrian Vogel, Informatiker mit eidgenössischem Fachausweis, als Vertreter der zweiten Generation in die Geschäftsleitung berufen worden.