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ALPNACH: Wallimanns geben bei Schränzern und Guslern den Ton an

Die Geschwister Wallimann sind Majore der zwei einheimischen Guuggen. Von Konkurrenzkampf wollen sie jedoch nichts wissen.
Lukas Tschopp
Gleiche Familie, unterschiedliche Guuggen: Jasmin und Ivan Wallimann. (Bild Markus von Rotz)

Gleiche Familie, unterschiedliche Guuggen: Jasmin und Ivan Wallimann. (Bild Markus von Rotz)

Wenn am Schmutzigen Donnerstag in Alpnach morgens um sechs zur Tagwache getrommelt wird, führen die Geschwister Wallimann aus Alpnachstad die Fäden in der Hand zumindest in musikalischer Hinsicht: Sowohl Jasmin als auch Ivan Wallimann wurden letztes Jahr zum Major ihrer jeweiligen Guuggenmusig gewählt. Jasmin bei den Städer Schränzern, Ivan bei den Seeguslern. «Als Major bist du verantwortlich für das musikalische Schaffen deiner Guuggenmusig», erzählt die 25-jährige Jasmin Wallimann. «Man entscheidet, welche Lieder gespielt werden, beschafft die Musiknoten, leitet die Proben und führt die Musik beim Umzug an.» Die mit den grossen Grinden und den Dirigentenstäben, das sind die Majore. «Mich haben diese Anführer der Guuggenmusig mit ihren überdimensionalen Masken schon als Kind immer fasziniert», sagt Jasmins zwei Jahre jüngerer Bruder Ivan. «Nun bin ich selbst einer geworden.»

Die Faszination für die Fasnacht wurde bei den Wallimanns schon früh geweckt: «Als 10-jähriges Mädchen habe ich von unserem Haus aus mitgelauscht, wie die Städer Schränzer in der Hütte nebenan geprobt haben. Da sagte ich mir: Bei denen will ich auch mal mitspielen.»

Es begann mit Trompeten

Mit 16 war es so weit: Als leidenschaftliche Trompetenspielerin schloss sich Jasmin Wallimann der Guuggenmusig ihres Vertrauens an. Acht Jahre lang trompetete sie Fasnacht für Fasnacht bei den Städer Schränzern mit. An der Frühjahrsversammlung 2014 wurde sie zur Majorin gewählt: «Da konnte ich einfach nicht Nein sagen.» Ähnlich erzählt sich die Geschichte Ivans: Auch er hat sich als Trompetenspieler bei den Seeguslern sieben Jahre die Sporen abverdient, bis er vergangenes Frühjahr ebenfalls zum Major gewählt wurde. Wirbt man sich als Anführer zweier nachbarschaftlicher Guuggen da nicht die Mitglieder ab? «Auf keinen Fall», meint Ivan Wallimann. «Konkurrenzdenken gibt es nicht. Vielmehr tauschen wir beide uns regelmässig aus, um uns gegenseitig die Arbeit zu erleichtern.»

Aufwendiges Programm

Die Mutter der beiden war früher bei den Loiwifägern in Giswil aktiv, der Onkel ist ehemaliger Zunftmeister der Tschyfärä-Zunft in Alpnach. «Insofern ist uns die Freude an der Fasnacht tatsächlich in die Wiege gelegt worden», sagt Jasmin Wallimann. «Dass wir beide gleichzeitig zum Major gewählt wurden, ist allerdings purer Zufall.» Und der Zufall will es, dass auch Jasmins Freund Martin Odermatt ein Major ist, und zwar bei der Guuggenmusig Chälti-Sägler aus Stans. Pardon: In Nidwalden sagt man nicht Major, sondern Oberguugger. Zwei Majore und ein Oberguugger in derselben Familie wird da die Fasnacht zum Familientreff? «Das Fasnachtsprogramm ist derart aufwendig, dass nicht viel Zeit für familiären Rückzug bleibt», relativiert Ivan Wallimann. Am Fasnachtssamstag reist er mit seinen Seeguslern etwa nach Sitten, um auch an der Walliser Fasnacht gross aufzuspielen. «An der Fasnacht selbst ist man als Majorin vor allem damit beschäftigt, den Überblick übers Programm zu behalten und gute Laune zu verbreiten», ergänzt Jasmin. Zeitaufwand hin oder her – die Geschwister Wallimann können die Alpnacher Tagwache kaum mehr erwarten: «Wir freuen uns extrem!»

Lukas Tschopp

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