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ALPNACH: Wann sollen die Kirchenglocken läuten?

Stört das Glockengeläute in der Nacht? Die Kirchgemeinde will es genau wissen. Bürger dürfen sich in einer Umfrage äussern.
Die Pfarrkirche in Alpnach. (Bild: Robert Hess / OZ)

Die Pfarrkirche in Alpnach. (Bild: Robert Hess / OZ)

«Sollen die Kirchenglocken nachts, zum Beispiel zwischen 22 Uhr und dem Morgengeläute, für die Stundenschläge abgeschaltet werden?» Diese Frage wurde sämtlichen Alpnacher Haushalten gestellt. Mittels Ankreuzen auf der Umfragekarte, die der aktuellen Ausgabe des Alpnacher Blettli vom vorletzten Freitag beigelegt ist, dürfen die Bürger sich zu Fragen rund ums Kirchengeläute äussern. Einem Thema, das im vergangenen Sommer im Dorf für Diskussionen sorgte. Die Kirchgemeinde will es nun genau wissen. «Wir wollen mit der Umfrage der Bevölkerung auf den Zahn fühlen. Damit können wir uns ein Bild der Stimmungslage machen», erklärt Kirchgemeindepräsident Daniel Albert. Das Thema bewegt offenbar. So seien bis Ende der vergangenen Woche schon gegen 300 Umfragebögen retourniert worden. Weitere können übrigens beim Pfarramt bezogen werden, falls zusätzliche Familienmitglieder an der Umfrage teilnehmen wollen. Aufgrund des grossen Rücklaufs in den ersten vier Tagen erwartet Daniel Albert gegen 400 retournierte Karten. Doch egal, wie gross die «Stimmbeteiligung» bis am Stichtag vom 15. Oktober ist: Das Umfrageergebnis diene als Entscheidungsgrundlage. «Das ist wie bei einer politischen Abstimmung», hält er fest. «Wenn eine Mehrheit gegen nächtliches Glockengeläute ist und sich für das Morgengeläute zu einem späteren Zeitpunkt entscheidet, respektieren wir das.»

Nach der Auswertung der Ergebnisse werde man das weitere Vorgehen festlegen. Eine allfällige Änderung des Glockenregimes der Alpnacher Pfarrkirche würde voraussichtlich auf den 1. Januar des neuen Jahres in Kraft gesetzt. Die Kapellen in Schoried und Alpnachstad sind von allfälligen Änderungen übrigens nicht betroffen.

Touristen störten sich am Geläute

Ins Rollen brachten die Debatte zwei Touristen aus der Westschweiz, die sich diesen Sommer in einem Leserbrief in unserer Zeitung über das Glockengeläut in Alpnach beschwert hatten. «Die Glocken läuten jede Stunde zweimal Tag und Nacht. Dazu mit allen Kräften um 5 und 6 Uhr morgens. Vielleicht wäre es an der Zeit, diesen altertümlichen Brauch fallen zu lassen – dem Tourismus zuliebe», hatten sie unter anderem geschrieben. Prompt folgte die Retourkutsche von einheimischen Leserbriefschreibern. «Brauchtum ist Brauchtum, und unsere Kirche läutet sicher weiter, da es eine Minderheit stört», hiess es zum Beispiel.

Matthias Piazza

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