ALPNACH: «Wer sich nicht ans Gesetz hält, wird zur Rechenschaft gezogen»

Ein alkoholisierter Asylbewerber benimmt sich daneben. Auch nach diesem zweiten Vorfall spricht der Bund noch immer von einer positiven Zwischenbilanz.

Matthias Piazza
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Sicherheitsleute patrouillieren auf dem Areal des Asylzentrums in Alpnach. (Bild: Archiv / Neue OZ)

Sicherheitsleute patrouillieren auf dem Areal des Asylzentrums in Alpnach. (Bild: Archiv / Neue OZ)

Es geschah am Dienstagabend. Ein Asylbewerber stieg in Alpnach Dorf aus dem Zug und verhielt sich auffällig. Die für das Asylzentrum zuständige Sicherheitsfirma und die Kantonspolizei kontrollierten den offensichtlich alkoholisierten Asylbewerber und führten ihn ins Asylzentrum zurück. Er bekam eine Ausgangssperre. Am Mittwochvormittag wurde er in Ausschaffungshaft genommen, da für ihn unabhängig vom Vorfall schon ein gültiger Ausschaffungsentscheid vorlag, heisst es in einer Mitteilung der Gemeinde Alpnach. Es ist nicht der erste Zwischenfall seit Eröffnung des Zentrums Ende August. Bei einem Einschleichdiebstahl am 23. September wurden zwei Asylbewerber auf frischer Tat ertappt, als sie in ein privates Wohnhaus in Alpnach einschlichen und Waren im Wert von rund 40 Franken entwendeten. Sie wurden verurteilt und in ein anderes Bundeszentrum verlegt.

«Insgesamt haben wir in Alpnach bisher nicht mehr Vorfälle als in anderen Asylzentren», sagt Michael Glauser, Mediensprecher beim Bundesamt für Migration (BFM). «Und in den ersten Monaten sind die Zwischenfälle gemäss unseren Erfahrungen zahlreicher als später.» Einer der Gründe sei auch, dass zu Beginn ein gegenseitiges grosses Misstrauen herrsche zwischen der einheimischen Bevölkerung und den Asylsuchenden. Vorfälle würden anfänglich auch als dramatischer eingestuft als später. Für Asylsuchende würden die gleichen Regeln wie für Schweizer gelten. «Wer sich nicht ans Gesetz hält, wird zur Rechenschaft gezogen», so Glauser. Insgesamt zieht er eine positive Zwischenbilanz. «Ansonsten wurden uns keine ausserordentlichen Vorfälle aus dem Asylzentrum gemeldet. Der Betrieb in der Unterkunft verläuft normal und unauffällig.»