ALPNACH: Zentralbahn-Strecke ist wieder befahrbar

Die Brüniglinie Luzern-Interlaken der Zentralbahn war ab Sonntag wieder durchgehend befahrbar. Nach dem Absturz eines F/A-18-Kampfflugzeugs am Mittwoch war die Strecke zwischen Hergiswil NW und Alpnach Dorf OW gesperrt worden.

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Die Zentralbahn-Strecke zwischen Alpnach Dorf und Hergiswil. (Bild: Markus von Rotz / Neue OZ)

Die Zentralbahn-Strecke zwischen Alpnach Dorf und Hergiswil. (Bild: Markus von Rotz / Neue OZ)

Die Militärjustiz hatte das Gebiet am Lopper nach dem Absturz abgesperrt, um Untersuchungen zur Absturzursache durchführen zu können. Ausserdem war die Fahrleitung der Zentralbahn von Trümmerteilen beschädigt worden.

Am Samstagabend gab die Militärjustiz die Bahnstrecke wieder frei, wie die Zentralbahn mitteilte. Ab Betriebsbeginn am Sonntag verkehrten die Züge wieder nach Fahrplan. Die Höhe des Schadens an Fahrleitung und Trassee konnte die Zentralbahn noch nicht beziffern.

Kritik an Dauer der Sperrung

Die lange Dauer der Sperrung stiess bei der Interessengemeinschaft Pro Bahn auf Kritik. Wie die Organisation am Sonntag mitteilte, versteht sie zwar das Interesse an der Aufklärung des Absturzes. Dreieinhalb Tage Streckenunterbruch seien aber klar zu lang.

Auch von Untersuchungsbehörden sollte zu erwarten sein, dass sie ihre Arbeiten schneller erledigen, so Pro Bahn. Überhaupt dauerten auch die Sperrungen durch Zivilbehörden bei «leider recht häufigen» Personenunfällen jeweils lange.

Maurer kondoliert - Junge Grüne treten ins Fettnäpfchen

Bundespräsident Ueli Maurer wiederholte am Samstag an der Delegiertenversammlung der SVP in Meiringen BE seine Beileidsbekundung an die Angehörigen der beiden beim Absturz getöteten Männer. Die SVP hielt ihre Versammlung auf dem Militärflugplatz ab, wo die Fliegerstaffel 11 ihren Stützpunkt hat.

Der getötete Pilot gehörte zu dieser Staffel. Sein Kamerad, der mit einer einsitzigen F/A-18 am selben Trainingsflug teilgenommen hatte, landete wohlbehalten in Meiringen.

Die Jungen Grünen Luzern traten mit einer deplatzierten Äusserung zum Flugzeugabsturz ins Fettnäpfchen, wie die «Neue Luzerner Zeitung» am Samstag bekanntmachte. «Unsere Kampfjet-Flotte nähert sich langsam aber sicher einer sinnvollen Grösse», liessen sie am Mittwoch kurz nach dem Absturz im Kurznachrichtendienst Twitter verlauten.

Sie zogen den Tweet schnell wieder zurück. Pressesprecher Gian Waldvogel wollte nicht sagen, wer dafür verantwortlich ist. Die Äusserung sei «unseriös» gewesen. Die Jungen Grünen Luzern wollen einander beim Twittern nun besser auf die Finger schauen.

Das Unglück ereignete sich am Mittwoch kurz vor 14 Uhr. Zwei F/A-18-Jets leiteten auf einem Trainingsflug über dem Vierwaldstättersee eine Umkehrkurve ein. Eines der beiden Flugzeuge zerschellte aus noch unbekannten Gründen an der Felswand des Loppers nahe Alpnachstad.

sda