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ALPNACH: Znünibrot und Probefahren bringen mehr als Show

Grosse Ausstellungen sind nicht zwingend, um mehr Autos zu verkaufen, ist man beim Auto-Center Durrer überzeugt – und hat deshalb einen Teil des Showrooms einem Tankstellenshop-Betreiber verpachtet.
Ernst Durrer, Inhaber Auto-Center Durrer AG, mit Jacqueline Fuchs, Geschäftsleiterin im Avia-Shop. (Bild: Philipp Unterschütz (30. Mai 2017))

Ernst Durrer, Inhaber Auto-Center Durrer AG, mit Jacqueline Fuchs, Geschäftsleiterin im Avia-Shop. (Bild: Philipp Unterschütz (30. Mai 2017))

Vor einer Woche wurde an der Tankstelle beim Auto-Center Durrer in Alpnach in einem grossen Teil des ehemaligen Showrooms ein Avia-Shop mit Bistro, Lebensmitteln sowie Frischprodukten eröffnet. Da fragt sich manch einer, wie kann ein Garagist auf einen grossen Teil seiner Ausstellung verzichten, und warum steigt er ins Shopgeschäft ein? Inhaber Ernst Durrer betont, dass man schon vor vier Jahren mit Überlegungen begonnen habe, wie die Liegenschaft optimal genutzt werden könne. Hintergrund war das Wissen, dass die beiden Automarken, die im Auto-Center Durrer verkauft werden, Konzeptänderungen bei ihren Auftritten vornehmen. Das bedeutet für Händler wie Durrer, dass die Ausstellungen auf eigene Kosten den Vorgaben der Automarken angepasst werden müssen. «Während wir bei Peugeot nach dem neuen Konzept keinen Showroom mehr haben müssen, aber wie bisher Verkauf, Service und Reparaturen anbieten können, ändert Volvo sein Konzept so, dass die Kunden künftig den Arbeiten an ihrem Wagen zusehen und diesen anschliessend gleich wieder mitnehmen können.» Dafür müsse man gemäss Vorgaben von Volvo bis 2018 eine Art Lounge mit freiem Blick in die Werkstatt realisieren. «Ein Begegnungs- und Erlebnisort, der auch mit Wi-Fi ausgestattet wird, man kann darin also beispielsweise auch arbeiten, während man auf seinen Wagen wartet.»

Gut informierte Kunden kommen für Probefahrten

Der bisherige Showroom war rund 330 Quadratmeter gross – «eigentlich viel zu umfangreich für unsere Grösse», sagt Ernst Durrer. Heute sind es noch 200 Quadratmeter. Oder anders gesagt: Waren früher bis sieben Modelle ausgestellt, sind es heute noch vier. Die meisten Fahrzeuge seien sowieso im Aussenbereich abgestellt, weil sie ja zum Probefahren da seien. «Wir verkaufen wegen eines kleineren Showrooms nicht weniger Autos», ist Ernst Durrer überzeugt. Kunden, die ein Auto kaufen wollten, seien heute meist bestens informiert. «Wenn sie zu uns kommen, haben sie bereits ganz spezifische Fragen zu einem bestimmten Modell und möchten das Auto Probe fahren.»

Der Wechsel vom bisherigen Tankstellenpartner Coop wurde schon Anfang Jahr vollzogen. Grund war laut Ernst Durrer insbesondere, dass man einen langfristigen Vertrag abschliessen wollte, was in der gewünschten Form mit Coop nicht möglich gewesen sei. Zudem sei man früher selber für das reibungslose Funktionieren der Tankstelle verantwortlich gewesen. Mit der Firma Schätzle AG, die in der Zentralschweiz über 95 Avia-Tankstellen und 15 Shops betreibt, konnte ein Pachtvertrag für Tankstelle, Parkplätze und Shop über zehn Jahre Laufzeit mit Option auf Verlängerung abgeschlossen werden. Die Schätzle AG ist selber für den Betrieb der Tankstelle verantwortlich und baute den Shop auf eigene Kosten. Durrer ist aber bei Shop und Treibstoff am Umsatz beteiligt.

Neue Einkaufsmöglichkeit für Sonn- und Feiertage

Der Shop stelle für seinen Betrieb einen klaren Mehrwert dar. «Natürlich hoffen wir, durch die erhöhte Frequenz auf dem Platz auch Interesse auszulösen und Kunden zu gewinnen.» Und Ernst Durrer kann auch zuversichtlich in die Zukunft blicken. «Wenn dereinst der Vollanschluss an die A8 realisiert wird, ist die Hofmättelistrasse nebenan direkter Zubringer. Die Lage ist also ideal.» Umsatz und Reaktionen in den ersten Tagen seit der Eröffnung hätten zudem gezeigt, dass das Bedürfnis ganz klar da ist. Insbesondere die langen Öffnungszeiten von 6 bis 22 Uhr respektive am Wochenende von 7 bis 22 Uhr, würden geschätzt, weil sie dem veränderten Einkaufsverhalten Rechnung tragen würden. «Viele Kunden freuen sich, dass sie an Sonn- und Feiertagen nicht mehr nach Sarnen fahren müssen, um etwas einzukaufen», erzählt Ernst Durrer.

Philipp Unterschütz

philipp.unterschuetz@ obwaldnerzeitung.ch

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