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ALPNACH: Zur Entsorgung ging es mit dem Helikopter

Nachdem sie jahrelang in einem Waldstück vor sich hin rosteten, hat der Werkdienst zwei illegal deponierte Autowracks aus dem unwegsamen Gelände geborgen. Und bis zu zwei Tonnen Abfall liegen noch im Fundgebiet.
Philipp Unterschütz
Letzter Halt vor der Entsorgung: die beiden Autowracks nach der Bergung per Helikopter. (Bild: Markus von Rotz (Alpnach, 27. März 2017))

Letzter Halt vor der Entsorgung: die beiden Autowracks nach der Bergung per Helikopter. (Bild: Markus von Rotz (Alpnach, 27. März 2017))

Philipp Unterschütz

philipp.unterschuetz@obwaldnerzeitung.ch

Es war eine hässliche Entdeckung, die im vergangenen September ein Passant mit Fotobelegen dem Obwaldner Amt für Umwelt in Sarnen meldete. In einem steilen, unwegsamen Waldstück oberhalb der Grossen Schliere lagen zwei verrostete Autowracks – ein VW Käfer und ein Fiat 650. «Die müssen aufgrund der Überwucherungen schon mindestens 10 bis 20 Jahre dort gelegen haben», sagt Sascha Zurmühle, der Leiter des Alpnacher Werkdienstes. «Vermutlich waren die Fahrzeuge einfach vom Gelände oberhalb in den steilen Wald hinuntergestossen worden.»

Die vom Umweltamt informierte Gemeinde Alpnach nahm sich des Schrotts an, und Sascha Zurmühle erfasste als erstes die exakten Koordinaten der Funde. Am vergangenen Freitag wurden sie nun per Helikopter weggeflogen, an der Schliere zwischen­deponiert und am Montag vom Werkdienst zur fachgerechten Entsorgung in die Firma Trarec gebracht. «Wir mussten mit dem Ausfliegen warten, bis der Winter vorbei war», erklärt Sascha Zurmühle. «Dank der guten Zusammenarbeit mit der Korporation Alpnach konnten wir die Kosten tief halten. Die Bergung mit einer Seilwinde hätte viel mehr gekostet.» Der Forst musste nämlich im Gebiet Rengg Holz ausfliegen, sodass man den Heli nur rund fünf Minuten zusätzlich gebrauchen musste. «Den weiteren Abtransport konnten wir dank unseres guten Maschinenparks in eigener Regie stemmen.»

Kosten gehen zu Lasten der Gemeinde

Da nach der langen Zeit kaum beweiskräftig herauszufinden ist, wer der Verursacher war, wird es kein Verfahren geben, die Kosten der Entsorgungsaktion gehen damit zu Lasten der Gemeinde. Auch die Suche nach den ehemaligen Haltern aufgrund der Chassis-Nummern und anderen Hinweisen habe nichts gebracht. «Neben unserer Manpower kostet uns der Heli-Einsatz wohl zwischen 300 und 400 Franken», schätzt Sascha Zurmühle. Glücklicherweise seien die Wracks «trocken» gewesen, hätten also keine Flüssigkeiten, Benzin oder Öl enthalten. «Die Entsorgung als Altmetall war deshalb gratis.» Für Sascha Zurmühle und sein Team ist die Sache aber noch nicht ausgestanden. Die beiden Autowracks waren nämlich nur die Spitze eines Abfallberges.

Hunderte Kilo Abfall müssen geborgen werden

«Offensichtlich wurde da über längere Zeit illegal Material entsorgt. Wir haben noch mindestens ein bis zwei Tonnen weiteren Abfall entdeckt, den man einfach den steilen Waldabhang hinuntergeschmissen hat», erzählt der Leiter des Werkdienstes. Ein Motor, Metallfedern von Matratzen, Waschmaschinen, Stahlrohre und -platten seien dabei. Etliche grössere Stücke sind vom Forst schon ins flache Gebiet gebracht worden, und in zwei bis drei Einsätzen werden die Leute des Werkdienstes nun das Waldstück noch gründlich von kleinerem Material säubern. Früher sei das eben noch gang und gäbe gewesen, dass man Abfall einfach irgendwo vergrub oder entsorgte, meint Sascha Zurmühle, ärgert sich aber trotzdem. «Zwar ist der Wald gesäubert und die Altlasten sind fachgerecht entsorgt. Wir hätten aber eigentlich Wichtigeres zu tun.» Insbesondere falle nach dem Winter viel Arbeit im Strassenunterhalt an.

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