Alpnacher wollen Fussgängersteg planen lassen

Mit überwältigender Mehrheit nahm die Gemeindeversammlung die CVP-Initiative trotz gewisser Bedenken an. Der Gemeinderat war dagegen.

Markus von Rotz
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Zentralbahn.Brücke über die Hofmättelistrasse: In diesem Bereich möchte die CVP einen Steg. (Bild: Corinne Glanzmann, Alpnach, 13. November 2019)

Zentralbahn.Brücke über die Hofmättelistrasse: In diesem Bereich möchte die CVP einen Steg. (Bild: Corinne Glanzmann, Alpnach, 13. November 2019)

10'500 Fahrzeuge täglich, 4000 mehr als heute, sollen dereinst mit dem A8-Vollanschluss die Alpnacher Hofmättelistrasse, den Zubringer vom Kreisel zur Autostrasse und in die Industriezone, befahren. «Wir wollen darum für unsere Jüngsten als vorsorgliche Massnahmen einen sicheren Übergang», sagte Remo Kuster namens des CVP-Initiativkomitees an der mit über 200 Personen sehr gut besuchten Gemeindeversammlung vom Dienstag. Auch wenn der Gemeinderat schon eine Kostenschätzung mit einem «Preis zum Abschrecken» von gegen einer Million Franken genannt habe, möchte er betonen, dass es erst um einen Planungsauftrag gehe: «Wir wollen seriös planen, Massnahmen prüfen und die Kosten eruieren lassen.»

Der Gemeinderat unterstützte das Anliegen klar nicht. Die Gemeinde zahle 460'000 Franken an den Kreisel Industrie, der bringe dank Fussgängerübergängen «eine massive Verbesserung der aktuellen Situation», betonte Gemeinderätin Regula Gerig. Man bewege sich mit den Ideen für diesen Steg zudem auf fremdem Boden und müsse allenfalls viel Geld für eine Hangsicherung ausgeben, habe doch die Zentralbahn im Umfeld ihrer Brücke statische Bedenken angemeldet.

Wenn unnötig, lieber jetzt schon Nein sagen

Unterstützung gab es für den Gemeinderat von der SVP. Vizepräsident Severin Wallimann stellte die rhetorische Frage, ob so ein Steg wirklich benutzt würde, wenn man vielleicht einen Umweg machen müsste. «Wenn man schon jetzt weiss, dass er unnötig ist, kann man schon heute Nein sagen», da müsse man nicht erst planen. Für alt Gemeinderat Max Gasser ist das Vorhaben «aus Kostengründen im Moment nicht tragbar», er wünsche sich zudem, dass der Gemeinderat erst abkläre, ob man sich mit den Landbesitzern einigen könne, bevor er mit der Planung beginne.

Während sich keine Vertreter anderer Parteien äusserten, machten sich drei weitere Redner fürs Anliegen der CVP stark. Deren Kantonsrat Marcel Jöri meinte, es gebe sicher andere Lösungen ohne eine teure Hangsanierung. Man habe ja nicht vorgegeben, wo gebaut werden soll. Er bat, dem Gemeinderat den Auftrag zu erteilen. Pius Küchler bezeichnete ein Abseitsstehen der Gemeinde angesichts der neuen Verkehrssituation als «fahrlässig». Arzt Leo Spichtig berichtete von drei Unfällen an Fussgängerstreifen, mit denen er in den vergangenen zwei Jahren zu tun hatte. «Wir hatten wohl viel Glück, dass man nicht mehr so schnell fahren kann.» Allenfalls wäre sonst noch mehr passiert. Man solle nun den Gemeinderat zur Verantwortung ziehen.

Das tat die Versammlung mit 149 zu 66 Stimmen. Der Gemeinderat hat nun ein Jahr Zeit, ein Projekt zu planen. Dies dürfte rund 50'000 Franken kosten. Eine solche Vorlage würde man im Übrigen auf jeden Fall an der Urne entscheiden lassen, versprach Gemeindepräsident Heinz Krummenacher auf eine entsprechende Frage.

An der gleichen Gemeindeversammlung wurde auch intensiv über den Ablehnungsantrag des Gemeinderats zu einem Einbürgerungsgesuch diskutiert: