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Alpnacher wollen keine Handy-Antenne auf dem Gelände der Kirche

Das Kirchenvolk will nichts wissen von einer Mobilfunkanlage im Kirchturm oder auf dem Gelände der Pfarrkirche. Eine entsprechende Initiative wurde klar angenommen. Juristisch ist der Fall für die Kirchgemeinde noch nicht gelöst.
Primus Camenzind
Die Kirche von Alpnach. (Bild: Markus von Rotz, Alpnach, 7. Juni 2018)

Die Kirche von Alpnach. (Bild: Markus von Rotz, Alpnach, 7. Juni 2018)

Der vertraglich besiegelte Einbau einer 5G-Antenne auf dem Grundstück der Pfarrkirchenstiftung ist in Alpnach derzeit in aller Munde und stand an der jüngsten Versammlung der katholischen Kirchgemeinde im Mittelpunkt. Eine Einzelinitiative von Hans Wallimann machte deutlich, dass sich gegen den Einbau einer Telekommunikationsanlage durch die Swisscom im Turm der Pfarrkirche in der Dorfbevölkerung rege Opposition breitmacht.

Blenden wir zurück: Im «Alpnacher Blettli» vom Juni 2018 informierte der Kirchgemeinderat, dass er plant, mit der Swisscom einen Mietvertrag abzuschliessen. «Es hat sich dazu niemand bei uns gemeldet, uns kam nichts zu Ohren», erklärte Kirchgemeindepräsident Daniel Albert unserer Zeitung. Daraufhin wurde der Vertrag bedenkenlos und gegenseitig unterzeichnet. «Drei, vier Monate später», so Albert, reichte eine IG Strahlungsfreier Kirchturm eine von 320 Personen unterzeichnete Petition ein. Auf diese folgte am 24. Januar 2019 Wallimanns Einzelinitiative gegen jede Antenne auf dem Gelände der Pfarrkirche.

«Für mich ist klar, wenn sich der Widerstand bereits im Sommer angekündigt hätte, hätten wir im Rat nochmals intensiver über das Vorhaben diskutiert», gibt Albert zu verstehen. «Im Rückblick würden wir bestimmt anders handeln.» Eine Mitteilung der Kirchgemeinde vom 17. April 2019 macht deutlich, dass «längere juristische Auseinandersetzungen programmiert» sind. Wegen der Opposition in der Bevölkerung kündigte der Rat Ende Februar den Vertrag. Die Swisscom will daran festhalten und spricht der Kirchgemeinde die Berechtigung zur Kündigung ab. Der Kirchgemeinderat griff dem Ausgang der Abstimmung seiner Gemeinde demnach vor. «Wir erachten es nicht als eine Kernaufgabe, für den Bau der Anlage Hand zu bieten», begründet er. Zudem sei das Risiko einer Spaltung der Kirchgemeinde zu gross, und die 5G-Diskussion sei letzten Sommer noch kein öffentliches Thema gewesen.

Zu Sehenswürdigkeiten Sorge tragen

In der Begründung seiner Einzelinitiative führte Hans Wallimann an der Versammlung vom Montag hauptsächlich emotionelle und religiös motivierte Argumente ins Feld: «Die 5G-Technologie kommt, aber wir wollen sie nicht auf unserem Kirchturm haben.» Die Kirchgemeinde habe zudem die Pflicht, zu ihren Sehenswürdigkeiten Sorge zu tragen, führte er weiter aus.

Anderer Meinung war Martin Hug. «Man muss die Fakten anschauen. Ein jeder weiss, dass unser Land die weltweit strengsten Vorschriften betreffend Strahlenbelastungen hat.» Der Landwirt und Bank-Kundenberater vertraut deshalb den Behörden und den zuständigen Partnern. «Der Kirchgemeinderat wäre besser beraten gewesen, Aufklärungsarbeit zu betreiben, statt das Projekt einfach abzubrechen», gab Hug zu verstehen. In den häufigen Austritten aus der katholischen Kirche erkenne er einen Zusammenhang mit vorherrschenden «veralteten Ideen. Man sollte bei diesem Projekt alle Alpnacher fragen!»

Der Befürworter der 5G-Anlage erntete für seine Argumente keinen Applaus. Dieser war einigen weiteren Votanten vorbehalten. «Für mich ist die Kirche das Haus Gottes», bekräftigte Bruno Frei, während Walter Wyrsch überzeugt ist, dass «die Vermietung von Standorten für Antennen hinten und vorne nicht die Aufgabe der Kirchgemeinde ist.»

Daniel Albert gab zu verstehen, dass «die Vertragskündigung auch bei einer Ablehnung der Initiative nicht rückgängig gemacht würde. Die Initiative Wallimann wurde dann in der offenen Abstimmung mit überwältigendem Mehr gutgeheissen.

Ferner hiess die Versammlung die Rechnung 2018 mit einem Plus von 2300 Franken sowie 100'000 Franken zur 200-Jahr-Feier der Pfarrkirche in zwei Jahren gut.

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