ALPNACHSTAD: Autopsien beginnen – Zugstrecke bleibt zu

Die Untersuchung der Absturzstelle des F/A-Kampfjets dauert am Freitag an. Die Autopsien der Getöteten haben begonnen. Die Zentralbahn-Strecke bleibt wohl das ganze Wochenende gesperrt.

Drucken
Teilen
Spezialisten der Schweizer Armee suchen mit Booten und Helikoptern nach Trümmerteilen. (Bild: Eveline Beerkircher / Neue LZ)

Spezialisten der Schweizer Armee suchen mit Booten und Helikoptern nach Trümmerteilen. (Bild: Eveline Beerkircher / Neue LZ)

Nach dem Absturz eines F/A-18-Kampfjets mit zwei Toten am Mittwoch bei Alpnachstad hat die Auswertung der Blackbox des Jets begonnen. Auch die Autopsien des Piloten und des Fliegerarztes haben begonnen. Das sagte der Sprecher der Militärjustiz, Tobias Kühne, am Freitag.

Die Leichen der beiden Insassen des Flugzeugs waren in der Nähe der Absturzstelle geborgen worden. Es sei noch zu früh, um abzuschätzen, wann die Ergebnisse der Autopsien und die Analyse der Blackbox veröffentlicht werden können.

Die Untersuchung der Absturzstelle dauerte am Freitag an. «Wir hoffen, dass wir die Beweissicherung vor Ort im Laufe des Tages abschliessen können», sagte Kühne. Die Absturzstelle könne aber wegen des schwierigen Geländes nicht vor Anfang kommender Woche freigegeben werden.

Ein Augenschein vor Ort an der Unglücksstelle am Lopper zeigte, dass die Bäume in der steilen, bewaldeten Bergflanke auf einer Fläche so gross wie ein Fussballfeld umgemäht wurden (Bild: Keystone)
32 Bilder
Die Militärpolizei sichert Spuren am Unfallort. (Bild: Keystone)
Spezialisten der Schweizer Armee suchen nach Absturzteile. (Bild: Keystone)
Spezialisten des forensischen Instiuts bei der Spurensicherung. (Bild: Keystone)
Die Unfallstelle am Lopper (Bild: Keystone)
Militärhelikopter kreisten immer wieder über der Unglücksstelle und brachten Personal an besonders unzugängliche Stellen. (Bild: Keystone)
Ein Wrack der F/A 18 liegt neben der Kantonsstrasse. (Bild: Keystone)
Spezialisten der Schweizer Armee untersuchen den Unfallort . Auf dem Bild zu sehen ist die abgebrochene Spitze des verunfallten F/A-18 Kampfsjets bei Alpnach. (Bild: Keystone)
Im See wurden Taucher eingesetzt. Die Frage, ob eine der Leichen im See gefunden worden ist, konnte die Militärjustiz nicht beantworten. (Bild: Keystone)
Polizisten sichern den Alpnachersee, im Hintergrund die Unfallstelle. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)
Die Feuerwehr Stansstad auf dem Alpnachersee, im Hintergrund holt der Superpuma Wasser. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)
Die Absturzstelle bei Alpnach (Bild: Keystone)
30 Sekunden nach dem Unglück hat Leserreporter Joel Ramseier dieses Bild geschossen. (Bild: Leserreporter)
Eine Leserreporterin fotografierte am Mittwoch diesen Löschhelikopter am Alpnachersee hinter dem Flugplatz. (Bild: Leserreporterin)
Polizei sichert das Gebiet auf dem Alpnachersee. (Bild: Keystone)
Bei den Löscharbeiten am Lopper kommt ein Superpuma zum Einsatz... (Bild: Keystone/EPA/Urs Flueeler)
... und wirft das Wasser über der Unfallstelle ab. (Bild: Keystone/EPA/Urs Flueeler)
Im Minutentakt holt der Helikopter Wasser aus dem Alpnachersee. (Bild: Keystone)
Der Unglücksort befindet sich direkt beim Loppertunnel oberhalb der Kantonsstrasse - beim Grenzstein zwischen den Kantonen Ob- und Nidwalden. (Bild: Keystone)
Auch die Rega flog Einsätze. (Bild: Keystone/EPA/Urs Flueeler)
Ein Polizeiboot auf dem Alpnachersee. (Bild: Keystone/EPA/Urs Flueeler)
Blick auf die Absturzstelle. (Bild: Keystone/EPA/Urs Flueeler)
Auch die Feuerwehr war mit einem Grosseinsatz vor Ort. (Bild: Leserreporer)
Aus dem Wald üder dem «Tälli» steigt Rauch auf. (Bild: Keystone/EPA/Urs Flueeler)
Die Ölwehr im Einsatz: (Bild: Keystone/EPA/Urs Flueeler)
Eine Ölsperre wird errichtet. (Bild: Keystone/EPA/Urs Flueeler)
Bild: Keystone/EPA/Urs Flueeler
EIn Helikopter über der Absturzstelle. (Bild: Leserreporter)
Die Absturzstelle und ein Bild des abgestürzten Kampfjets. (Bild: Keystone / Leserreporter)
F/A-18 Pilot Pierre de Goumoens: «Die Umkehrkurve wird abgebrochen, wenn der Pilot merkt dass er sie nicht zu Ende führen kann. Das ist eine normale und trainierte Notfallsituation. (Bild: Keystone)
Armeechef André Blattmann: «Es ist ein schwarzer Tag für die Luftwaffe.» (Bild: Keystone)
Korpskommandant Aldo C.Schellenberg: In Gedanken sind wir bei den Piloten und seinen Angehörigen.» (Bild: Keystone)

Ein Augenschein vor Ort an der Unglücksstelle am Lopper zeigte, dass die Bäume in der steilen, bewaldeten Bergflanke auf einer Fläche so gross wie ein Fussballfeld umgemäht wurden (Bild: Keystone)

Zweiter Pilot befragt

Der abgestürzte zweisitzige Jet war bei seinem Flug von einem zweiten F/A-18-Kampfflieger begleitet worden. Der Pilot dieses Flugzeugs konnte unversehrt in die Basis in Meiringen BE zurückkehren.

Der Pilot ist bereits befragt worden, wie der Sprecher sagte. Allerdings machte Kühne keine Angaben zum Inhalt der Befragung. Auch zu den Schleudersitzen gab es von der Militärjustiz keine Informationen.

Strasse und Bahnstrecke bleiben gesperrt

Beim Absturz waren Trümmer auch auf eine nahe gelegene Bahnlinie der Zentralbahn und die Hauptstrasse zwischen Stansstad und Alpnachstad gefallen. Beide Strecken wurden wegen des Unfalls gesperrt.

Ursprünglich war geplant, die Hauptstrasse am Freitagabend wieder für den Verkehr freizugeben. Gemäss TCS-Verkehrsinfo wurde der Termin am Freitag aber auf Samstagabend verschoben.

Nach dem Absturz am Mittwoch wurde die Brüniglinie Luzern-Meiringen-Interlaken Ost der Zentralbahn zwischen Hergiswil und Alpnach Dorf für den Bahnverkehr unterbrochen, weil Trümmer die Fahrleitungen und die Geleise beschädigt hatten.

Gemäss der Zentralbahn konnte wegen der Untersuchung zur Absturzursache bislang mit der Reparatur von Fahrleitungen und Trassee noch nicht begonnen werden. Gemäss dem Sprecher der Militärjustiz dürfte die Bahnlinie noch das ganze Wochenende über gesperrt bleiben.

Das Unglück ereignete sich am Mittwoch kurz vor 14 Uhr. Zwei F/A-18-Kampfjets starteten über dem Vierwaldstättersee eine Umkehrkurve. Die eine Maschine, ein Einsitzer, brach das Manöver ab, stieg steil nach oben und kehrte unversehrt zum Ausgangsort Meiringen BE zurück. Das andere Flugzeug mit zwei Insassen zerschellte aus noch unbekannten Gründen an der Felswand des Loppers nahe Alpnachstad.

sda/rem