ALPNACHSTAD: Blackbox geborgen – zweiter Pilot befragt

Die Einsatzkräfte haben in der Nähe der Absturzstelle die Blackbox des abgestürzten F/A-18-Kampfjets geborgen. Die Bergung des Leichnams des Piloten ist im Gang.

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Im Wald oberhalb des Alpnachersees war ein Grossaufgebot von Mitarbeitern des Forensischen Instituts Zürich, der Militärjustiz und der Militärpolizei im Einsatz. Mit Hilfe von Hunden durchkämmten die Spezialisten das unwegsame Gelände. (Bild: Keystone)

Im Wald oberhalb des Alpnachersees war ein Grossaufgebot von Mitarbeitern des Forensischen Instituts Zürich, der Militärjustiz und der Militärpolizei im Einsatz. Mit Hilfe von Hunden durchkämmten die Spezialisten das unwegsame Gelände. (Bild: Keystone)

Beim zweiten Passagier in der Maschine soll es sich laut Militärjustiz um einen Armeeangehörigen handeln. Sein Verbleib sei weiterhin unklar. Die Bergung des Leichnams des Piloten im schwer zugänglichen Gebiet oberhalb des Alpnachersees ist am Donnerstagnachmittag in Gang.

Abgeschlossen ist hingegen die Bergung der Blackbox. Spezialisten werten diese nun aus. «Wir erhoffen uns dadurch neue Erkenntnis zum Absturzhergang», sagte Martina Hugentobler, Sprecherin der Militärjustiz, auf Anfrage. Derzeit habe man keine Hinweis darauf, dass der Schleudersitz betätigt worden ist.

Der Pilot des zweiten F/A-18-Jets, der nach einem Notmanöver unversehrt nach Meiringen zurückkehren konnte, wird im Verlauf des Donnerstags befragt. Die Armee hat am Mittag bekanntgegeben, dass sie ein Todesopfer des abgestürzten F/A-18 Kampfflugzeugs nahe der Absturzstelle gefunden habe.

Zur Zeit dokumentieren Spezialisten die Absturzstelle, im Anschluss werden die Beweismittel vom forensischen Institut Zürich ausgewertet. Mit der Bergung der Wrackteile wird begonnen, wenn die Dokumentation der Absturzstelle abgeschlossen ist. Dies wird voraussichtlich in den nächsten Tagen der Fall sein. Die Militärjustiz stellt Informationen in Aussicht, sobald weitere Erkenntnisse zum Absturz und zur Ursache vorliegen.

Ein Augenschein vor Ort an der Unglücksstelle am Lopper zeigte, dass die Bäume in der steilen, bewaldeten Bergflanke auf einer Fläche so gross wie ein Fussballfeld umgemäht wurden (Bild: Keystone)
32 Bilder
Die Militärpolizei sichert Spuren am Unfallort. (Bild: Keystone)
Spezialisten der Schweizer Armee suchen nach Absturzteile. (Bild: Keystone)
Spezialisten des forensischen Instiuts bei der Spurensicherung. (Bild: Keystone)
Die Unfallstelle am Lopper (Bild: Keystone)
Militärhelikopter kreisten immer wieder über der Unglücksstelle und brachten Personal an besonders unzugängliche Stellen. (Bild: Keystone)
Ein Wrack der F/A 18 liegt neben der Kantonsstrasse. (Bild: Keystone)
Spezialisten der Schweizer Armee untersuchen den Unfallort . Auf dem Bild zu sehen ist die abgebrochene Spitze des verunfallten F/A-18 Kampfsjets bei Alpnach. (Bild: Keystone)
Im See wurden Taucher eingesetzt. Die Frage, ob eine der Leichen im See gefunden worden ist, konnte die Militärjustiz nicht beantworten. (Bild: Keystone)
Polizisten sichern den Alpnachersee, im Hintergrund die Unfallstelle. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)
Die Feuerwehr Stansstad auf dem Alpnachersee, im Hintergrund holt der Superpuma Wasser. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)
Die Absturzstelle bei Alpnach (Bild: Keystone)
30 Sekunden nach dem Unglück hat Leserreporter Joel Ramseier dieses Bild geschossen. (Bild: Leserreporter)
Eine Leserreporterin fotografierte am Mittwoch diesen Löschhelikopter am Alpnachersee hinter dem Flugplatz. (Bild: Leserreporterin)
Polizei sichert das Gebiet auf dem Alpnachersee. (Bild: Keystone)
Bei den Löscharbeiten am Lopper kommt ein Superpuma zum Einsatz... (Bild: Keystone/EPA/Urs Flueeler)
... und wirft das Wasser über der Unfallstelle ab. (Bild: Keystone/EPA/Urs Flueeler)
Im Minutentakt holt der Helikopter Wasser aus dem Alpnachersee. (Bild: Keystone)
Der Unglücksort befindet sich direkt beim Loppertunnel oberhalb der Kantonsstrasse - beim Grenzstein zwischen den Kantonen Ob- und Nidwalden. (Bild: Keystone)
Auch die Rega flog Einsätze. (Bild: Keystone/EPA/Urs Flueeler)
Ein Polizeiboot auf dem Alpnachersee. (Bild: Keystone/EPA/Urs Flueeler)
Blick auf die Absturzstelle. (Bild: Keystone/EPA/Urs Flueeler)
Auch die Feuerwehr war mit einem Grosseinsatz vor Ort. (Bild: Leserreporer)
Aus dem Wald üder dem «Tälli» steigt Rauch auf. (Bild: Keystone/EPA/Urs Flueeler)
Die Ölwehr im Einsatz: (Bild: Keystone/EPA/Urs Flueeler)
Eine Ölsperre wird errichtet. (Bild: Keystone/EPA/Urs Flueeler)
Bild: Keystone/EPA/Urs Flueeler
EIn Helikopter über der Absturzstelle. (Bild: Leserreporter)
Die Absturzstelle und ein Bild des abgestürzten Kampfjets. (Bild: Keystone / Leserreporter)
F/A-18 Pilot Pierre de Goumoens: «Die Umkehrkurve wird abgebrochen, wenn der Pilot merkt dass er sie nicht zu Ende führen kann. Das ist eine normale und trainierte Notfallsituation. (Bild: Keystone)
Armeechef André Blattmann: «Es ist ein schwarzer Tag für die Luftwaffe.» (Bild: Keystone)
Korpskommandant Aldo C.Schellenberg: In Gedanken sind wir bei den Piloten und seinen Angehörigen.» (Bild: Keystone)

Ein Augenschein vor Ort an der Unglücksstelle am Lopper zeigte, dass die Bäume in der steilen, bewaldeten Bergflanke auf einer Fläche so gross wie ein Fussballfeld umgemäht wurden (Bild: Keystone)

Zentralbahn-Strecke bis Freitagabend gesperrt

Die Zugstrecke zwischen Hergiswil und Alpnach-Dorf bleibt bis mindestens Freitagabend Betriebsschluss gesperrt. Durch den Flugzeugabsturz ist die Fahrleitung beschädigt worden. Die aufwendigen Untersuchungen der Militärjustiz ermöglichen eine Reparatur an der Fahrleitung und des Trassees derzeit nicht. Es verkehren Ersatzbusse, allerdings ist mit Verspätungen und längerer Fahrzeit zu rechnen. Reisende von Luzern nach Interlaken werden gebeten, über Bern zu reisen. Auch die Hauptstrasse zwischen Stansstad und Alpnachstad bleibt bis Freitag gesperrt.

Thomas Schrackmann, Kommandant der Feuerwehr Sarnen, sagte gegenüber unserer Zeitung, dass die Flugzeugtrümmer über Hunderte Meter in schwer zugänglichem Gebiet verstreut gewesen seien. Der heftige Aufprall habe das Flugzeug sprichwörtlich in seine Einzelteile zerlegt, so der Kommandant. Die Feuerwehr habe am Mittwoch vor Ort Leichenteile gesehen. Die Feuerwehr sei am Mittwochabend gegen 19 Uhr abgezogen.

Der Flugzeugabsturz ereignete sich am Mittwoch kurz vor 14 Uhr. Ein F/A-18-Kampfjet prallte bei einem Trainingsflug aus bisher noch unbekannten Gründen in eine Felswand des Loppers bei Alpnachstad. An Bord waren zwei Personen, ein Pilot und ein Passagier.

rgr/nop/rem/sda