ALPNACHSTAD: Für Koreaner war auf der Mattalp Endstation

Riesiges Glück hatten am Samstag vier Koreaner. Mit Turn- und Halbschuhen stapften sie von Alpnachstad her den Pilatus hinauf.

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Die drei Koreaner nach ihrer Rettung. (Bild Roland Klay/Neue OZ)

Die drei Koreaner nach ihrer Rettung. (Bild Roland Klay/Neue OZ)

In Turnschuhen und Jeans, mit dem Necessaire in einer kleinen Umhängetasche, erklomm am Samstag ein Koreaner den Pilatus. Und zwar von Alpnachstad her. Im Sommer dauert dieser schweisstreibende Marsch mit 1600 Höhenmetern auf dem offiziellen Wanderweg vier Stunden. Im Winter bei Schnee benutzen Wanderer diese Route kaum, da sie im steilen Gelände leicht
ein Schneebrett auslösen könnten.

Fit, aber pudelnass auf dem Gipfel
«Gegen 17 Uhr sah ich einen Asiaten bei uns auf der Bellevue-Terrasse durch den Schnee stapfen», erzählt Beat Trummer, Leiter Hotels und Gastronomie der Pilatus-Bahnen. Er winkte ihn zu sich, um nachzufragen, was er denn suche. Erst jetzt bemerkte er, dass der
pudelnasse Gast bloss mit Turnschuhen, Jeans und leichter Jacke bekleidet war. «Ansonsten schien er fit und wirkte gelassen», schildert Trummer. In sehr gebrochenem Englisch machte der seltsame Gast klar, dass er zusammen mit drei weiteren Koreanern im Hotel Pilatus Kulm (2132 m ü. M.) angemeldet war. «Diese seien mit der Seilbahn von Kriens aus angereist», dachte sich Trummer.

Zuerst die verdiente Dusche
In Kenntnis erst der halben Geschichte ging Trummer zurück zu seiner Arbeit, und der Koreaner gönnte sich
eine Dusche. Beim Abendessen bemerkte Trummer, wie der koreanische Gast der Serviertochter etwas zu verstehen zu geben versuchte. Er ging zu ihnen und erfuhr jetzt, dass die drei Ferienkollegen des Koreaners beim Aufstieg stecken geblieben waren. Glücklicherweise erinnerte der Koreaner sich an den Wegweiser «Mattalp». Bei diesem Stichwort kam Trummer das grosse Staunen: «Die Koreaner hatten tatsächlich versucht, von Alpnachstad her den Pilatus zu erklimmen. Im Winter wird diese Route nur von Profis mit Ausrüstung und bei guten Schneebedingungen
gewählt.»

Sofort alarmiert Trummer die Kantonspolizei Obwalden. Der zuständige Pikettoffizier Edy Arnold leitete den Fall unverzüglich an die Kernser Rettungsstation des Schweizer Alpen-Clubs (SAC) Obwalden weiter. «Für Rettungen und Bergungen in schwierigem Gelände ist der SAC zusammen mit der Rega zuständig.» Roland Klay, Chef der Rettungsstation Kerns konnte dank dem Hinweis «Mattalp» den Rega-Helikopter recht genau auf die Koreaner ansetzen: «Im Tiefflug, ausgerüstet mit einem lichtstarken Scheinwerfer, begann der Pilot nach Spuren und Personen zu suchen.»

Urs Rüttimann

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Montag in der Neuen Obwaldner Zeitung.