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ALPNACHSTAD: In der Gluthitze muss die Dampflokomotive pausieren

Unterwegs auf der Brünig­strecke wie vor 125 Jahren: Wegen der hohen Brandgefahr gelang dies am Sonntag leider nur fast.
Monika Barth
Ein historischer elektrischer Triebwagen (rechts) musste am Sonntag die Dampflok unterstützen. (Bild: Monika Barth)

Ein historischer elektrischer Triebwagen (rechts) musste am Sonntag die Dampflok unterstützen. (Bild: Monika Barth)

Erwartungsvoll stehen die grossen und die kleinen Dampflokomotivfreunde am Sonntag auf dem Perron in Alpnachstad. «Wann kommt die Dampfloki endlich?», bestürmen die Kinder ihre Eltern. Pünktlich um 10.17 Uhr trifft sie ein. Gerade mal drei Minuten hat die Reiseschar Zeit zum Einsteigen. Aber Heinz Kehrli, Leiter der Geschäftsstelle des Vereins Ballenberg-Dampfbahn (VBD), hat alles bestens organisiert, sodass die Dampflokomotive pünktlich um 10.20 Uhr losfahren kann.

Ein kleiner Wermutstropfen ist die Tatsache, dass die Dampflokomotive wegen der akuten Brandgefahr nicht mit Volldampf fahren darf und ihr deshalb ein elektrischer Triebwagen vorgespannt werden muss. Dies, obwohl für die Dampfbahnfahrten immer mindestens ein Feuerwehrmann die Dampflokomotive mit dem Auto begleitet. An diesem heissen Sonntag sind zwei Feuerwehrleute im Einsatz: Beat Wuhrmann von der Stützpunktfeuerwehr Stans und Ruedi Brunner. Beide sind mit Wasserrucksack und Feuerlöscher ausgerüstet. Kleine Brände, die durch sprühende Funken entstehen können, was auch schon vorgekommen ist, löschen sie damit. Beat Wuhrmann entscheidet zudem, in welchem Fall die Feuerwehr aufgeboten werden muss.

Eine Fahrt zum Geburtstag

In allen fünf Wagen herrscht eine fröhliche Stimmung. Glücklich und zufrieden sitzen Moritz Odermatt und seine Frau Zita auf ihren Fensterplätzen. Moritz Odermatt feiert seinen 78. Geburtstag. Die Dampflokomotivfahrt hat ihm seine Frau als Geburtstagsüberraschung geschenkt. «Das ist mein schönstes Geschenk. Ich kann mich noch sehr gut an die alten Wagen erinnern. Ich bin darin oft die Engelberg-Strecke gefahren.» Die meisten Gäste stammen aus der Innerschweiz. Doch Marie (11) und Christian (9) kommen von weit her. Sie sind mit ihren Eltern aus Schüttdorf in Niedersachsen angereist und verbringen zwei Wochen Ferien in Brienz. Die Reise mit der Dampfbahn gefällt ihnen sehr und wird für sie ein unvergessliches Erlebnis bleiben.

Giswil ist die erste Station auf der Reise. Während der Lokführer René Zimmermann und der Heizer Hansruedi Sennhauser die Lokomotive mit Wasser und Kohle «füttern», ist auch für die Reisenden Zeit für Verpflegung im Restaurant Bahnhof. Christoph Zumstein und sein Team haben für die Gäste ein ausgezeichnetes Mahl zubereitet. Niemand von den 142 Reisenden muss lange auf sein Essen warten.

Wie viele andere Kinder warten auch Leo (5) und Lisa (2?) Käslin aus Beckenried auf die Weiterfahrt. Leo und seinem Schwesterchen gefällt die Dampfloki. «Sie ist toll. Nur wenn ein Zug kreuzt, muss ich mir die Augen und die Ohren zuhalten. Es windet dann so stark und macht einen grossen Lärm.»

Verpflegen kann man sich auch im Buffetwagen, dem «Heizerstübli». Vor allem gehen natürlich Getränke über die Theke. Die Buffetdame Sara aus Sarnen bedient die Gäste seit sechs Jahren. «Bei den 22 Dampflokomotivfahrten habe ich nur ein einziges Mal gefehlt», meint sie nicht ohne Stolz. Von Zeit zu Zeit geht sie durch alle Wagen und nimmt Bestellungen entgegen. «Unter den Gästen sind auch Leute, welche nicht in der Lage sind, über die schwankenden Übergänge zum Buffetwagen zu gelangen.»

Föhn und 35 Grad

Die nächste Station ist Meiringen, wo die Dampflokomotive leider abgehängt werden muss. Der Föhn bläst heftig, die Temperatur liegt bei 35 Grad. Heinz Kehrli betont, dass ein Weiterfahren mit der Dampflokomotive unverantwortlich wäre. Dass dieser Entscheid vernünftig ist, erfahren die Reisenden in Meiringen, wo ein Haus in Flammen steht ...

Hinweis

Weitere «Reisen wie vor 125 Jahren» finden an folgenden Sonntagen statt: 11. August, 25. August und 8. September. Infos unter www.zentralbahn.ch

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