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ALPNACHSTAD: Letzter Obwaldner Bahnhof wird behindertengerecht

Riesige Kräne dominieren zurzeit die Szenerie beim Bahnhof, der zurzeit eine Grossbaustelle ist. Anwohner müssen Lärm in Kauf nehmen, Bahnbenutzer eine Streckensperrung. Das Ergebnis dürfte vor allem Rollstuhlfahrer freuen.
Die Bauarbeiten in Alpnachstad sind in vollem Gang. (Bild: Corinne Glanzmann (27. Februar 2018))

Die Bauarbeiten in Alpnachstad sind in vollem Gang. (Bild: Corinne Glanzmann (27. Februar 2018))

Wer in Alpnachstad auf den Zug wartet, muss sich die Ohren zuhalten. Der Krach ist ohrenbetäubend, eine Unterhaltung unmöglich. Durch Mark und Bein gehen die rhythmischen Schläge, die den Boden erschüttern lassen. Zwei riesige Kräne rammen Spundwände in den Untergrund. Seit vergangenem Montag ist der Bahnhof Alpnachstad eine einzige Grossbaustelle, nachdem das Bundesamt für Verkehr definitiv grünes Licht für den Umbau gegeben hat. Bis Ende Mai wird der Bahnhof behindertengerecht.

Im Fokus steht dabei die Personenunterführung unter den beiden Gleisen. Sie gab in der Vergangenheit immer wieder Anlass zur Kritik, weil der Rollstuhllift nur im Sommer in Betrieb war und auch dann wegen Störungen oft ausfiel. Personen im Rollstuhl konnten damit die Unterführung zeitweise gar nicht benutzen, sondern mussten den Umweg via Bahnübergang in Kauf nehmen. In den nächsten Wochen werden an den drei Zugängen zu der Unterführung bei den Gleisen 1 und 2 sowie beim Seeufer auf der anderen Seite der Autobahn rollstuhlgängige Rampen gebaut. Die Vorbereitungen begannen bereits Ende Januar. So wurden in dieser Vorbereitungsphase die Fahrleitungen im Gefahrenbereich demontiert und Werkleitungen verlegt.

Die Holzschwellen sind brüchig geworden

Die heisse Phase startet am 3. April. Dann wird der Bahnhof sozusagen demontiert. «Die Holzschwellen sind schon stark gealtert. Das Trassee muss nach rund vierzig Jahren dringend ersetzt werden», erklärt Gunthard Orglmeister, Leiter Infrastruktur der Zentralbahn.

Die Perrons werden auf 190 Meter verlängert – auch wenn die S-Bahn-Züge, die regulär in Alpnachstad halten, nur 54 Meter, in der Rushhour 108 Meter, lang sind. «Damit kann auch der bis zu zehnteilige Luzern-Interlaken-Express halten, sollte dies ausnahmsweise nötig sein.» Mit der Anpassung der beiden Durchflüsse für den Hühner- und Giessenbach wird der Bahnhof auch vor Hochwasser geschützt.

Bis die täglich rund 500 Einheimischen und Touristen, viele davon Benutzer der Pilatus-Zahnradbahn, von den Annehmlichkeiten eines zeitgemässen Bahnhofs profitieren können, müssen sie zwischen dem 3. und 29. April auf Bahnersatzbusse umsteigen.

Loppertunnel wird ebenfalls saniert

Die Streckensperrung zwischen Hergiswil und Giswil wird nicht nur für den Bahnhofsumbau genutzt. So wird auch der rund ein Kilometer lange, 128 Jahre alte Loppertunnel zwischen Hergiswil und Alpnachstad saniert. In einer ersten Phase werden Arbeiten an der Starkstromanlage durchgeführt. Im November 2019, wenn der Loppertunnel nochmals gesperrt wird, werden die undichten Stellen am Tunnelgewölbe mit Spritzbeton abgedichtet.

Während der kommenden Totalsperrung sind zudem Arbeiten an den Gleisen zwischen Sarnen und Sachseln und am Wichelsee vorgesehen. Von Mai bis September bekommen die Perrons in Alpnachstad auf einer gewissen Länge noch Dächer und werden ausgestattet mit Sitzbänken, Abfahrtsmonitoren, Billettautomaten und den übrigen Einrichtungen. An den 8 Millionen Franken für den Bahnhofsumbau beteiligt sich die Gemeinde Alpnach mit 635'000 Franken. Konkret für den Bau der seeseitigen Rampe der Unterführung.

Die Arbeiten in Alpnachstad setzen einen Schlusspunkt. Denn damit ist der letzte der zehn Obwaldner Bahnhöfe der Zentralbahn behindertengerecht umgebaut, so, wie es das Behindertengleichstellungsgesetz bis 2023 vorschreibt. Im Kanton Nidwalden müssen noch die Haltestellen Hergiswil Matt und Nieder­rickenbach umgerüstet werden.

Matthias Piazza

matthias.piazza@obwaldnerzeitung.ch

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