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Alte Landmaschinen faszinieren in Kerns

An die 130 Zeitzeugen aus vergangenen Tagen stiessen am Oldtimer-Landmaschinen-Treffen auf grosses Interesse. Publikumsliebling war ein fast 90-jähriger Rapid-Motormäher.
Richard Greuter
Innerhalb von zwei Jahren hat der Kernser Arnold Ettlin (54) diesen Hürlimann D 100 L aus dem Jahre 1967 restauriert. (Bild: Richard Greuter (Kerns, 21. Juli 2018))

Innerhalb von zwei Jahren hat der Kernser Arnold Ettlin (54) diesen Hürlimann D 100 L aus dem Jahre 1967 restauriert. (Bild: Richard Greuter (Kerns, 21. Juli 2018))

Alte Landmaschinen und Traktoren sind längst zum Kulturgut geworden. Viele dieser Zeitzeugen stammen aus einer Epoche, als die Landwirtschaft mechanisiert, und damit die Arbeit auf Hof und Feld erleichtert wurde. Am Samstag waren gegen 130 solche Traktoren, Einachs-Fahrzeuge, Transporter und eine breite Palette von Landmaschinen auf den Plätzen um die Dossenhalle in Kerns zu bewundern.

Aufgrund der starken Regenfälle in der Nacht auf Samstag waren es etwas weniger Ausstellungsstücke als im Vorjahr. «Vor allem Aussteller von weit her haben den Weg gescheut», berichtete OK-Chef Fabian Huber. Der Besucheraufmarsch bewegte sich im Rahmen des Vorjahres.

17-jähriger restauriert Rapid – ein Kindheitstraum

Fragte man den OK-Chef nach dem schönsten Stück, meinte er ohne Zögern: «Als Rapid-Fan gefällt mir der Mäher von 1929.» Und tatsächlich: Der bald 90-jährige Motormäher war der Publikumsliebling schlechthin. Hans Durrer (69) aus Kerns, der den Oldie liebevoll pflegt, setzte den Motor mit wenigen Handgriffen in Betrieb. Wenn die Messer wieder geschliffen sind, möchte Durrer seinem Bruder mit dem Rapid beim Mähen helfen.

Etwas weniger alt, aber immerhin 52-jährig, ist der Rapid 606 von Jonas von Ah aus Giswil. In einem halben Jahr hat der 17-jährige Landmaschinenmechaniker-Lehrling diesen Einachs-Motormäher und auch den mit Zapfwelle angetriebenen Anhänger liebevoll restauriert. «Es war ein Kindheitstraum», sagte Jonas. «Ich wollte schon immer einen Einachser.»

Die Oldtimer-Landmaschinenausstellung in Kerns war ein Treffpunkt für kleine und grosse Traktorenfans. Der zweijährige Kevin von Atzigen schlägt sich schon ganz tapfer..... (Bilder: Richard Greuter (Kerns, 21. Juli 2018))
....während sich Ramon Bucher aus Kerns wohl denkt: "So ein schöner Schilter wär doch was."
Der Publikumsliebling: Ein Rapid aus dem Jahre 1929, der hier von Hans Durrer (69, dritter von links) aus Kerns in Betrieb genommen wird.
Der Aebi AM 53 von Vater Beat Bölsterli (51, links) und Sohn Matthias (15) aus Schachen bei Malters hat inzwischen mehr Kilometer auf dem Buckel als früher auf dem Bauernhof. Die beiden planen gar, damit über den Gotthard zu fahren.
Mit diesem Schilter UT 6502 aus dem Jahr 1977 würde Hans Durrer aus Ennetmoos (rechts) zweifellos einen Schönheitspreis gewinnen, wäre der ausgeschrieben.
Die Liebe zum Detail erfreute viele Zuschauer. Hier ein Einachser von Walter Durrer aus Kerns mit Utensilien für die Alp.
6 Bilder

Zeitzeugen und Liebhaberprojekte: Eindrücke vom Landmaschinen- Oldtimer-Treffen in Kerns

Etwas mehr Zeit benötigte Arnold Ettlin für die Restauration eines Hürlimann-Traktors D 100 L aus dem Jahr 1967. Um diesem Oldtimer zu neuem Glanz zu verhelfen, brauchte er zwei Jahre. Der Kostenaufwand betrug rund 12 000 Franken. Ob er ein weiteres Objekt restaurieren wird, weiss der 54-jährige Logistiker noch nicht. Oldtimer zu beschaffen sei nicht einfach, so Ettlin. «Man bezahlt zu viel.»

Keine Mühen scheuten Beat Bölsterli und sein Sohn Matthias. Früh morgens um sieben Uhr waren die beiden mit zwei Aebi-Einachs-Traktoren in Schachen bei Malters Richtung Glaubenberg losgefahren. Vor einem Jahr fuhren die beiden mit einigen Kollegen mit ihren Oldtimern an das Eidgenössische Jodelfest nach Brig. Im nächsten Jahr haben sie den Gotthardpass und die bekannte Tremolastrasse auf dem Programm.

Simon Huber spürte mit den Händen, was andere sehen

Ob restauriert oder nicht, jedes Ausstellungsstück war eine Augenweide. Nicht so für den 34-jährigen Simon Huber aus dem Kanton Aargau, der nur noch zu vier Prozent sieht. Der stark Sehbehinderte ist auf dem Land aufgewachsen und begeistert von Landmaschinen. Zusammen mit Begleiter Fredi Rechsteiner ging er von Maschine zu Maschine. «Ich spüre alles mit den Händen, was andere sehen», sagte er. Selbst die Markennamen konnte er mit den Händen mühelos erkennen.

Während das Schwyzerörgeli-Trio Stägähöckler und später das Ländlertrio Britschgi aufspielten, konnten sich Gleichgesinnte in der Festwirtschaft austauschen. Laut OK wird es erst in zwei Jahren wieder ein Oldtimer Landmaschinen-Treffen geben. «Die Ausstellung soll eine gewisse Exklusivität behalten», begründete Fabian Huber.

Auch in Nidwalden gibt es ein Treffen

Freunde der Landmaschinen-Oldtimer kommen am nächsten Wochenende nochmals auf ihre Kosten. In Obbürgen findet am 27. und 28. Juli zum ersten Mal ein solches Treffen statt. Der Anlass wurde von einigen Mitgliedern der Jugendgruppe Obbürgen initiiert. «Die Idee dahinter war, dass in Obbürgen wieder mal ein Fest stattfindet», sagt OK-Mitglied Patrick Amstutz. Er glaubt nicht, dass der kurz zuvor stattgefundene Anlass in Kerns den Besucherzahlen schaden wird. Sowieso erwarte man beim ersten Mal noch keinen allzu grossen Publikumsaufmarsch. Ziel sei aber, das Treffen im nächsten Jahr wieder durchzuführen. Das Treffen findet auf dem Schulareal statt. Am Freitag startet das Fest um 19 Uhr. Am Samstag findet ab 9 Uhr eine Ausstellung und um 14.15 Uhr eine Oldtimerrundfahrt statt. Der Eintritt ist gratis.

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