ALTERSHEIME: Betagtenbetreuung auf neuem Weg

Nur noch bis 2012 zahlt der Kanton Baubeiträge für Pflegebetten in Heimen. Gefördert wird deshalb eine neue Betagtenbetreuung.

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Rifeta Arnautovic hilft im Alters- und Pflegheim Felsenheim in Sachseln Gertrud von Flüe beim Aufstehen. (Bild Corinne Glanzmann/Neue LZ)

Rifeta Arnautovic hilft im Alters- und Pflegheim Felsenheim in Sachseln Gertrud von Flüe beim Aufstehen. (Bild Corinne Glanzmann/Neue LZ)

«Es handelt sich in der Betagtenbetreuung um einen eigentlichen Systemwechsel», sagt der Alpnacher CSP-Kantonsrat Walter Wyrsch. Er präsidiert die vorberatende Kommission Familienleitbild, welche einen entsprechenden Nachtrag zum Gesundheitsgesetz und eine neue Verordnung über die Förderung der Betagtenbetreuung beraten und einstimmig verabschiedet hat.

Bedarf an Betagtenbetten ist verteilt
Mit der Änderung des Gesundheitsgesetzes werden die Baubeiträge von derzeit rund 71'000 Franken pro Bett auf Ende 2012 gestrichen, Kantonsbeiträge werden nur noch für höchstens 4,5 so genannter Reservebetten in der Gemeinde Alpnach gewährt.

Weshalb diese Änderung? – Der Bericht aus dem Jahre 1993 über die Bedarfsplanung im Alters- und Pflegeheimbereich zeigte bis 2010 einen Bedarf von insgesamt 380 Betagtenbetten in Pflegeheimen des Sarneraatals auf. Davon sind inzwischen die meisten an die Gemeinden verteilt und durch Beiträge des Kantons mitfinanziert worden.

Die Qualität der Betagtenbetreuung erhöhen
Selbstverständlich werden die Betagten mit der Streichung der Bettenbeiträge in Pflegeheimen der Gemeinden nicht im Stich gelassen. «Im Gegenteil», sagt Kommissionspräsident Walter Wyrsch. «Wir wollen alles daran setzen, dass die Qualität der Betagtenbetreuung erhöht wird, indem die Pflegebedürftigen so lange wie möglich zu Hause bleiben können.»

Gleichzeitig soll dadurch der Bedarf an stationären Pflegebetten für Betagte im Kanton weiterhin möglichst tief gehalten werden, schreibt der Regierungsrat in seiner Botschaft ans Parlament. Denn je mehr Pflegebetten bereitgestellt werden müssen, desto höher werden die Kosten der Betagtenbetreuung

Um diese Ziele zu erreichen, sind aber neue Formen der Betagtenbetreuung nötig. Mit einer so genannten Anstossfinanzierung soll der Kanton künftig anstelle der Baubeiträge innovative Angebote und Pilotprojekte der Betagtenbetreuung der Gemeinden fördern.

Nach einem Unfall möglichst rasch zur Selbstständigkeit
Für solche Angebote und Pilotprojekte will die Regierung den Einwohnergemeinden jährlich höchstens 100'000 Franken zur Verfügung stellen. Die vorberatende Kommission will diesen Beitrag nun auf 150'000 Franken erhöhen, gleichzeitig aber festschreiben, dass für ein einzelnes Projekt davon maximal 100'000 Franken ausbezahlt werden, so Kommissionspräsident Walter Wyrsch.

Zu den möglichen neuen Angeboten der Betagtenbetreuung gehört die Übergangspflege. «Sie steht aus heutiger Sicht im Vordergrund», sagt Wyrsch. Betagte, die bisher zu Hause wohnten, sollen beispielsweise nach einem Unfall mit Spitalaufenthalt möglichst rasch wieder ihre Selbstständigkeit erlangen. Zu diesem Zweck soll die verunfallte ältere Person zeitlich begrenzt pflegerisch und therapeutisch betreut werden, sodass sie möglichst rasch wieder nach Hause gehen kann.

Periodische Hausbesuche für frühzeitige Diagnose
Eine weitere neue Möglichkeit der Betagtenbetreuung in den Gemeinden ist das so genannte präventive Assessment. Dabei führen von den Gemeinden beauftragte Fachpersonen bei älteren Personen periodisch Hausbesuche durch.

Stellt die Fachperson beispielsweise fest, dass sich der Besuchte völlig falsch oder einseitig ernährt und damit Gefahr läuft, deswegen bald in ein Pflegeheim gehen zu müssen, versucht sie, den älteren Menschen auf das Problem und die allfälligen Konsequenzen aufmerksam zu machen. Weiter klärt sie ihn über die Notwendigkeit zur besseren Ernährung auf und zeigt ihm gleichzeitig die Möglichkeiten auf.

Robert Hess

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Freitag in der Neuen Obwaldner Zeitung.