Am Alpnacher Schulhaus leuchten alle gleich

Meist finden sich die Kunstwerke von Kindern an Schulzimmerwänden wieder. In Alpnach wurden sie am Montag für einmal grossflächig ans Gebäude projiziert. Das Projekt von Lichtkünstler Gerry Hofstetter soll die Integration in der Schule sichtbar machen.

Franziska Herger
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Das Alpnacher Schulhaus erstrahlte gestern Abend bunt und vielfältig. (Bild: Izedin Arnautovic (Alpnach, 19. November 2018))

Das Alpnacher Schulhaus erstrahlte gestern Abend bunt und vielfältig. (Bild: Izedin Arnautovic (Alpnach, 19. November 2018))

«Wow!» Ein begeistertes Raunen ging durch die Menge vor dem Alpnacher Schulhaus, als am Montag die ersten Werke von Alpnacher Schülern auf die Fassade des Schulhauses 1916 projiziert wurden. Untermalt von fetziger Musik folgten 20 Minuten lang 132 Fotografien von Schulausflügen und Skulpturen, gemalte Unterwasserszenen, Blumen, Traumfänger, Clowns und Peace-Zeichen.

Lichtkünstler Gerry Hofstetter projiziert Sujets von Alpnacher Schülern ans Schulhaus in Alpnach. (Bild: Izedin Arnautovic, Alpnach, 19. November 2018)
7 Bilder
(Bild: Izedin Arnautovic, Alpnach, 19. November 2018)
(Bild: Izedin Arnautovic, Alpnach, 19. November 2018)
(Bild: Izedin Arnautovic, Alpnach, 19. November 2018)
(Bild: Izedin Arnautovic, Alpnach, 19. November 2018)
(Bild: Izedin Arnautovic, Alpnach, 19. November 2018)
(Bild: Izedin Arnautovic, Alpnach, 19. November 2018)

Lichtkünstler Gerry Hofstetter projiziert Sujets von Alpnacher Schülern ans Schulhaus in Alpnach. (Bild: Izedin Arnautovic, Alpnach, 19. November 2018)

Im Oktober hatten die 620 Alpnacher Schüler Zeichnungen und auch dreidimensionale Werke geschaffen. Eine Auswahl davon wurde an Gerry Hofstetter gesandt. Auf seiner Tour in der Adventszeit macht der international bekannte Lichtkünstler in 26 Schulen in der Deutschschweiz und im Fürstentum Liechtenstein Halt und projiziert Werke von Kindern und Jugendlichen an deren Schulhäuser.

«Heute arbeite ich mit 132 Künstlern»

Die Tour unter dem Patronat der Interkantonalen Hochschule für Heilpädagogik will die Leistung der Schulen bei der Integration von Kindern mit unterschiedlichen Bedürfnissen und auch Beeinträchtigungen sichtbar machen. «Wir haben Kinder in unserer Schule, die geistig behindert sind, körperlich behindert, verhaltensauffällig oder hochbegabt», erklärte Schulleiter Urs Giger gegenüber unserer Zeitung. «Im Moment der Projektion werden alle Ungleichheiten aufgelöst. Jedes Kind kann sehen, meines ist genau gleichwertig wie die anderen», fügte Urs Giger an.

Vier Tage lang hat Gerry Hofstetter mit einem Team von fünf Leuten die Werke zu Projektionen zusammengestellt. «Heute arbeite ich mit 132 Künstlern», freute sich der Zürcher. «Ich war überwältigt, als ich die Werke der Schüler sah und habe mich richtig auf heute Abend gefreut.» Und wie gefiel es den kleinen Künstlern? Daniela, Alisha und Fiona, alle 11-jährig, zeigten sich vom Anlass begeistert. «Wir haben auf Bildern gezeigt, wie wir in der Pause Spiele machen», erzählten die drei Fünftklässlerinnen. «Es war cool, die Bilder am Schulhaus zu sehen.»