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An der Bar startete die Politkarriere des Obwaldner Kantonsratspräsidenten

Nach zehnjährigem Wirken im Kantonsparlament ist der 56-jährige Giswiler CVP-Politiker Peter Wälti zum Ratspräsidenten gewählt worden. In einer Bar wurde er «verführt», Kantonsrat zu werden.
Robert Hess
Der neue Kantonsratspräsident Peter Wälti erhält beim Volksapéro von Gemeindepräsident Beat von Wyl (rechts) eine Uhr als Präsent des Gemeinderates. (Bilder: Robert Hess, Giswil, 29. Juni 2018)

Der neue Kantonsratspräsident Peter Wälti erhält beim Volksapéro von Gemeindepräsident Beat von Wyl (rechts) eine Uhr als Präsent des Gemeinderates. (Bilder: Robert Hess, Giswil, 29. Juni 2018)

Volksapéro im Gartenrestaurant des Hotels Bahnhof in Giswil und später Wahlfeier mit rund 150 geladenen Gästen im Landgasthof Grossteil hatte am Freitagabend der neugewählte höchste Obwaldner Peter Wälti angesagt. Zur Ehre ihres früheren Aktivmitgliedes und Göttis der neuen Fahne war es für die Musikgesellschaft Giswil bestimmt eine angenehme Pflicht, den Volksapéro im «Bahnhof» zu umrahmen. Dort gratulierte auch Gemeindepräsident Beat von Wyl dem Neugewählten, der Giswil nach acht Jahren wieder zu einem Präsidentensitz verhalf. «Du hast dich als politisch Tätiger nie versteckt», sagte von Wyl. «Es wird dir deshalb sicher nicht leicht fallen, deine persönliche Meinung für ein Jahr hinten anzustellen», fuhr er fort. «Doch ich bin überzeugt, dass du dies gut ‹be-wälti-gen› wirst.»

Wenn man an der Bar länger bleibt!

Später, vor den geladenen Gästen im Landgasthof «Grossteil», verriet Peter Wälti einige Geheimnisse zu seinem Einstieg als 46-jähriger in die kantonale Politik. Aus einem früheren Vorkommnis, an dem auch sein Vater beteiligt gewesen war, lernte er, dass man im Umgang mit den Behörden «nicht alles schlucken muss». Und in den Kantonsrat wurde Wälti 2008 «verführt», als er bei einem Nostalgie-Skirennen auf der Mörlialp «etwas länger an der Bar verweilte» und ihn der damals abtretende CVP-Kantonsrat Armin Berchtold zu überzeugen vermochte, eine entstehende Vakanz zu verhindern. Bei den Gesamterneuerungswahlen 2010, 2014 und 2018 wurde Peter Wälti «dann jeweils mit ausgezeichneten Resultaten», so Gemeindepräsident Beat von Wyl, «ordentlich wiedergewählt.»

Eine Fülle von guter Unterhaltung

Während des ganzen Abends wartete die einheimische Kapelle Edelweiss mit schönen Melodien und schwungvollen «Tänzli» auf, das Kernser Jodelduett Myriam und Adrian Ettlin sang sich in die Herzen der Gäste und für Lachsalven sorgte das «schräg-witzig und zugleich gekonnt musikalische Duo Schertenlaib und Jegerlehrer aus dem Berner Oberland. Zum Bereich Unterhaltung gesellte sich auch ein neu gegründetes Trio mit CVP-Ständerat Erich Ettlin, seiner Frau Flavia und der abtretenden Kantonsratspräsidentin Helen Keiser (CSP). Sie offerierten dem im Umgang mit den Behörden nicht immer geduldigen Unternehmer und Bauplaner Peter Wälti eine Ballade von Mani Matter, die auf Wälti zugeschnitten wurde. So irrte der höchste Obwaldner vergebens von Tür zu Tür, Gang zu Gang im Baudepartement, das ihn «am Nüni, by Straf im Unterlassungsfall», aufgeboten hatte.

Die abtretende Kantonsratspräsidentin Helen Keiser (CSP) und Ständerat Erich Ettlin (CVP) zusammen mit seiner Gattin Flavia (von rechts) passten eigens für Wälti das Lied an «Är isch vom Amt ufbotte gsy» von Mani Matter.

Die abtretende Kantonsratspräsidentin Helen Keiser (CSP) und Ständerat Erich Ettlin (CVP) zusammen mit seiner Gattin Flavia (von rechts) passten eigens für Wälti das Lied an «Är isch vom Amt ufbotte gsy» von Mani Matter.

Vom Steimanndli bis zu den Militärschuhen

Anita Schrackmann, Präsidentin der CVP-Ortspartei Giswil freute sich, «für ein Jahr den höchsten Obwaldner im eigenen Dorf und in der eigenen Partei zu haben». Sie brachte ein schönes Steinmanndli aus der Laui mit, symbolisch dafür, dass «aus vielen Teilen ein gutes Ganzes werden soll». Fraktionschef Marcel Jöri und CVP-Kantonalpräsident Bruno von Rotz präsentierten zwei alte 47er-Militärschuhe auf einem geschmückten Holzbrett, «denn Halt zu haben und Spuren zu hinterlassen, sind wichtig», meinte Jöri. Er überreichte Wälti zudem Couverts mit dem Sammelergebnis aller Fraktionen zugunsten sozialer Institutionen.

Damit er Tritt findet und Spuren hinterlässt: Die CVP-Kantonalpartei (von links Fraktionschef Marcel Jöri, Peter Wälti und CVP-Präsident Bruno von Rotz) schenkte Wälti zwei Militärschuhe.

Damit er Tritt findet und Spuren hinterlässt: Die CVP-Kantonalpartei (von links Fraktionschef Marcel Jöri, Peter Wälti und CVP-Präsident Bruno von Rotz) schenkte Wälti zwei Militärschuhe.

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