An der «Pranger-Rätschätä» erhält die Obwaldner Finanzdirektorin Maya Büchi 2600 Rappen überreicht

Die Lälli-Zunft löst an der traditionellen «Pranger-Rätschätä» ein Versprechen ein.

Robert Hess
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Lälli-Zunftmeister Stefan I. übergibt der Obwaldner Finanzministerin Maya Büchi einen Lederbeutel mit 2600 Einräpplern.

Lälli-Zunftmeister Stefan I. übergibt der Obwaldner Finanzministerin Maya Büchi einen Lederbeutel mit 2600 Einräpplern.

Bild: Robert Hess (Sarnen, 31. Januar 2020)

«Wer den Rappen nicht ehrt, ist des Frankens nicht wert», lautet ein Sprichwort. Da wollten die Sarner Lälli-Zünftler nicht abseits stehen und versprachen an der Fasnacht 2019, pro verkauften Pranger einen Rappen an die notleidende Obwaldner Staatskasse zu spenden. Als einer der Höhepunkte der «Pranger-Rätschätä» vom Freitag in Muffis Nachtrestaurant kündigte Moderator Hannes Zumstein die Einlösung des Versprechens an.

Lälli-Zunftmeister Stefan I. war sich der Würde bewusst, vor vollem Haus den für den Obwaldner Finanzhaushalt wichtigen Akt vorzunehmen. «In diesem Lederbeutel ist brutal viel Moos drin», meinte er zur Säckelmeisterin des Kantons. Strahlend nahm Maya Büchi den Beutel mit 2600 Münzen entgegen – vielleicht in der stillen Hoffnung, die Lälli-Zünftler hätten die 2600 eingenommenen Einräppler in Gold-Vreneli umgewandelt. Doch gar so freigebig ist die amtierende Garde der Zunft dann auch wieder nicht. «Für unsere Staatskasse zählt jeder Rappen», meinte Büchi später an der Bar. «Ich habe sogar meinen Mann als Bodyguard mitgenommen, damit das viele Geld heil nach Hause kommt.»

Viele bekommen ihr Fett weg

Mit der «Pranger-Rätschätä», an denen auch befreundete Zünfte teilnehmen, startet jeweils der Verkauf der Fasnachtszeitung «D’r Pranger». Um das Volk darauf ein wenig «gluschtig» zu machen, werden Perlen daraus vorgetragen, das Publikum bewertet sie mit kräftigem oder diskretem «Rätschen». Keine Frage, dass natürlich auch in der diesjährigen Ausgabe einige mehr oder weniger Prominente ihr Fett wegbekommen. Für den musikalischen Ausgleich sorgt jeweils die Band Pianissimo, die sich aus bekannten Musikantengesichtern zusammensetzt.

Der offizielle Teil der «Rätschete» neigte sich dem Ende entgegen, als Sepp Gasser und Max Lohner noch einen drauf gaben, der nicht im Pranger steht. «In Engelberg, da git’s es Rüegger Moni, im Nationalrat obe gar nid ohni! Und d’ SVP, diä suecht en neue Präsi, au äs Wyybli, uf ganz kei Fall en Hösi! Drum git’s vielleicht im Klosterdorf, Mensch, Meier!, scho glii en Röschti – eifach ohni Eier!» Der Beifall für den Schlusspunkt war riesig. Leider war Moni nicht vor Ort, die Wahlen sind ja längst vorbei, da muss sie sich nicht mehr jeden zweiten Tag im Sarneraatal präsentieren. Was hätte sie wohl zum aktuellsten Spruch gesagt? Wahrscheinlich: «Das Parteipräsidium interessiert mich einen Dreck, und zudem esse ich die Rösti immer mit Speck!»

Funktechnologie ist eines der Themen im «Pranger»


Zur Thematik des neuen Funktechnologiestandards 5G, der aktuell auch in Obwalden für Diskussionen sorgt, fasst «D’r Pranger» die Geschehnisse unter dem Titel «5 geh» wie folgt zusammen: «Ein Kirchturm wirklich hoch und mächtig, ziert das Dorf von Alpnach prächtig. Für einen Chat zum lieben Gott braucht’s keine Antenne, sapperlot.» Die Unterschriftensammlung der Alpnacher Bevölkerung gegen die Errichtung der Antenne gibt die Fasnachtszeitung dann so wieder: «Die Swisscom hat mit Geld gelockt, doch der Mob hat dann gebockt. Nun gibt es keine Technik von 5G – von Kägiswil zum Alpnachersee.» (lur)

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