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Andrea Röthlin mit Umsicht, Durchsicht und Tiefgang in der Hofmatt

Die Künstlerin Andrea Röthlin bespielt die eigenwilligen Räume der Sarner Galerie Hofmatt. Über ihre neuen Bilder und Installationen setzt die Kernserin den Titel «Mitunter Gold».
Romano Cuonz
Andrea Röthlin vor einem ihrer Werke. (Bild: Romano Cuonz (Sarnen, 10. November 2018))

Andrea Röthlin vor einem ihrer Werke. (Bild: Romano Cuonz (Sarnen, 10. November 2018))

Tauchen wir mit der Kernserin Andrea Röthlin gleich zuerst in die an Wände gemalte Obwaldner Welt im alten Panoramazimmer der Hofmatt in Sarnen ein. Vor fünf Jahren hatte die Künstlerin zum Panorama noch einen Bergsee aus goldener Lava (in der Form eines grossen, mit Blattgold belegten Öltankbodens) hinzugefügt. Diesmal sind ihre Eingriffe ungleich behutsamer.

Sie nimmt die Farben des alten Steinbodens auf. Aus gelasertem, rostigem Stahlblech formt sie Lettern. Schreibt das Wort «Umsicht» in den Raum. Und erst wenn man sich tatsächlich umzuschauen beginnt, entdeckt man auch die drei gefalteten Umdrucke in Öl. Dunkel sind sie. Geheimnisvoll fast erscheinen sie einem. Die Vernissagenrednerin Pia Bürgi sagte es so: «Blauschwarze Fenster in die Nacht hinaus sind es, parallel zu den beiden echten Fenstern des Raumes lassen sie uns tiefgründig hinter das Panorama schauen.»

«Umsicht» heisst hier auch «Durchblick»

Damit bringt Bürgi das Thema, das Andrea Röthlin aufgreift und wie eine ständige Melodie durch die ganze Ausstellung tanzen lässt, auf den Punkt: Die Künstlerin kreiert mit ihren Bildern unter dem Stichwort «Umsicht» stets auch Durchblicke. Und, drunten im düsteren Keller, als «Tiefgang» gar Blicke in schier unendliche Tiefen. Buchstaben verlieren sich hier in der schmalen Flucht, lassen uns nachdenklich, ratlos in die unendlich scheinende Dunkelheit starren.

Nicht weniger geheimnisvoll ist die Installation im Gewölbekeller. Rein technisch müsste man es so sagen: «Ellipse Ultramarinblau: Aluminium gelasert und PP Ultramarinblau tief Pigment Blue 29 kt.color – 1800x6000». Pia Bürgi jedoch beschrieb die Installation an der Vernissage mit viel schöneren Worten: «Mit einer Klarheit ist die tiefblaue Ellipse entstanden, ein Teich, ein unterirdischer See ohne Zufluss, ohne Abfluss.» In der Tat: Für einmal taucht man in diesem Keller ab in unendliche Tiefen des Wassers mit seinen Geheimnissen. Dieser Eindruck wird noch verstärkt, weil Ultramarin, selbst bei spärlichem Licht oder im Schatten, eigentümlich zu leuchten vermag.

Goldenes Licht und leise Schatten

Wie sehr sich Andrea Röthlin auch für die traditionellen Drucktechniken interessiert, wie eigenwillig sie diese verwendet und mit ihnen immer auch experimentiert, wird im Gang und im Galerieraum sichtbar. Sie selber sagt zu ihrer Arbeit: «Ich sehe mich als Forscherin, als Suchende in einem Labor. Es entstehen keine schnellen Bilder. Sie laden ein zum Verweilen, erst mit der Zeit offenbaren sie sich dem Betrachter, geben ihre Schichten preis.»

Die teils auch sehr kleinen Bilder sprechen einen an. Brauchen dazu nicht einmal Titel. Man taucht ein in verschwommene Landschaften mit goldenem Licht, silbergrauen Schatten und durchwirkt von tuscheschwarzen Strukturen. Geheimnisvoll und faszinierend sind die Bilder. Nicht zuletzt, weil aus ihnen – etwa auf bedrucktem und gefaltetem Japanpapier und gestaltet in einer alten Marmoriertechnik – mitunter 22,5 Karat Blattgold aufblinkt.

Von der japanischen Technik «Suminagashi» ist Andrea Röthlin fasziniert. Diese erlaubt es ihr, experimentierend, auch ohne eine Gallerte als Grund, etwa mit Öl zu marmorieren. Durch ein zusätzliches Falten des Papiers wirken Andrea Röthlins Bilder oft auch dreidimensional. Äusserst lebendig sind sie – und doch sehr beschaulich.

«Mitunter Gold»: Andrea Röthlin in der Galerie Hofmatt in Sarnen noch bis zum 9. Dezember. Öffnungszeiten: Samstag und Sonntag jeweils von 14 bis 17 Uhr. Mehr Informationen unter www.galerie-hofmatt.ch.

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