Angy Burri erhält auf dem Langis ein Denkmal

Eine Holzstatue soll an den verstorbenen Musiker, Filmemacher und Indianerspezialisten Angy Burri erinnern. Zur Einweihung findet ein Fest statt.

Markus Zwyssig
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Angy Burri kleidete sich gerne in traditionelle Indianergewänder.

Angy Burri kleidete sich gerne in traditionelle Indianergewänder.

Bild: Archiv Luzerner Zeitung (30. Juli 2001)

Auf dem Langis war sein Lieblingsplatz. Jetzt setzen seine Freunde dem vor sieben Jahren verstorbenen Angy Burri ein Denkmal. Die Skulptur ist bereits ziemlich weit fortgeschritten, verrät Bildhauer Thomas Jud auf Anfrage. «Sehr schwierig ist es, das Gesicht zu definieren», so der Holzbildhauer. Burris Aussehen habe sich ein Leben lang ziemlich verändert. «Ich werde ihn gut 50-jährig darstellen, da sich so der Ausdruck seines stark charakterisierten Gesichtes für mich am treffendsten anfühlt.» Er wird einen Cowboyhut und Stiefel sowie seine Bärenkette mit selbst gesticktem Gilet und natürlich Jeans tragen. Dargestellt wird er in leichtem Schritt, was von den Initianten als sehr authentisch bezeichnet wurde.

Sowohl auf der Bühne als auch privat trug Burri meist traditionelle Kleidung der Indianer oder des Wilden Westens. Zwischen 1975 und 1979 drehte er «The Wolfer», den ersten Schweizer Western. Der Film entstand im Kernwald bei Kerns und im Gebiet des Glaubenbergs im Kanton Obwalden. Burri war Regisseur und Hauptdarsteller in Personalunion. Zusammen mit seiner Frau Sonja entwarf er die Kostüme, baute die Kulissen und schrieb den Titelsong.

Angy Burri bei einer Kinopremiere im November 2006.

Angy Burri bei einer Kinopremiere im November 2006.

Bild: Archiv Luzerner Zeitung

1978 rief Burri den Luzerner Westernball ins Leben. Dieser fand im Kursaal insgesamt 20-mal statt. Mit seiner Band The Apaches wurde er landesweit bekannt. Mehrere Male bereiste er die USA und besuchte verschiedene Indianergebiete. Burri war ein Luzerner Stadtoriginal. In Indianer- und Westernbekleidung mit Fuchskopf und Adlerfedern auf dem Helm fuhr er auf seiner Harley mit Pferdesattel als markante Erscheinung durch die Gegend.

Holzbildhauer Thomas Jud hat bereits reichlich Erfahrung gesammelt im Anfertigen von Skulpturen. Bis zu meinem 20. Lebensjahr hat er die Natur in allen Varianten gezeichnet und gemalt. Durch seinen Beruf als Forstwart fühlte er sich plötzlich berufen, den Baumstämmen eine Form zu verleihen. So entstanden die ersten Tiere und bis heute Hunderte von Skulpturen. «Die Kettensäge gibt mir die Möglichkeit, in sinnvoller Zeit eine Skulptur zu fertigen, sodass sie für jeden bezahlbar ist.» Seit 15 Jahren fertigt er individuelle Skulpturen auf Kundenwunsch an. Die Skulptur von Angy Burri wird von den Gebrüdern Jakober gesponsert.

Ruedi Omlin ist einer der Initianten der neuen Holzskulptur im Gedenken an Angy Burri. Der Sachsler hat mit vielen weiteren Indianer- und Westernfans den Film «Indian Mountain Lake» gedreht. Omlins Film zeigt den Alltag sowohl der Indianer als auch der Trapper, also der Fallensteller und Pelztierjäger. Beruflich betreibt der gebürtige Sachsler als Therapeut seine eigene Massagepraxis in Wilen. Mit dem Film hat er sich einen Lebenstraum erfüllt. Indianer und Trapper faszinieren ihn schon von Kindesbeinen an. Organisiert wird die Einweihungsfeier denn auch von der Filmcrew des Films «Indian Mountain Lake» und von Schwendi-Kaltbad.

Die Angy-Burri-Figur wird Revierförster Ruedi Egger, einer der Förderer des Projekts, nach Sarnen transportieren. Die Einweihung der Skulptur findet am Samstag, 22. August, um 16 Uhr, beim Restaurant Schwendi-Kaltbad in Sarnen statt. Vorausgesetzt, es gibt coronabedingt keine Änderungen. Der Western-Event beginnt um 13 Uhr mit einem Postenlauf mit Pferden und Trappern für Familien. Ab 14.30 Uhr spielt die Obwaldner Irish-Americana-Band Folsom Glenn. Ab 17 Uhr ist die Country-Rockabilly-Band The Bison Busters zu hören. Um 20 Uhr wird der Film «Indian Mountain Lake» gezeigt.

Angy Burri in Bildern:

Angy Burri in einer Aufnahme auf dem Jahre 2011. (Archivbild Neue LZ)
17 Bilder
Angy Burri besichtigt am 2. April 2004 eine seiner Lieblingspistolen, die Colt Walker 1847, anlässlich der Eröffnung der Waffen-Sammlerbörse auf der Luzerner Allmend. (Bild: Keystone)
Angy Burri schöpft 2009 auf dem Luzerner Kapellplatz Suppe. Der Erlös kommt den Schweizer Tafeln zugute. (Bild: Neue LZ)
Angy Burri mit seiner Enkelin Melanie (links) und Jil bei der Eröffnung seiner Ausstellung in der Kornschütte. (Bild: Neue LZ)
Angy Burris Ausstellung «Meine Träume habe ich mir immer selbst gemacht», 2009 in der Kornschütte. (Archivbild Neue LZ)
Angy Burris Ausstellung «Meine Träume habe ich mir immer selbst gemacht», 2009 in der Kornschütte. (Archivbild Neue LZ)
Angy Burris Ausstellung «Meine Träume habe ich mir immer selbst gemacht», 2009 in der Kornschütte. (Archivbild Neue LZ)
Angy Burris Ausstellung «Meine Träume habe ich mir immer selbst gemacht», 2009 in der Kornschütte. (Archivbild Neue LZ)
Angy Burris Ausstellung «Meine Träume habe ich mir immer selbst gemacht», 2009 in der Kornschütte. (Archivbild Neue LZ)
Angy Burris Ausstellung «Meine Träume habe ich mir immer selbst gemacht», 2009 in der Kornschütte. (Archivbild Neue LZ)
Angy Burri 2009 auf dem Schwanenplatz in Luzern. (Archivbild Boris Bürgisser / Neue LZ)
Angy Burri im Jahr 2000 bei einem Auftritt auf der Allmend. (Archivbild Neue LZ)
Angy Burri zuhause in seiner Wohnung in Horw. (Archivbild Neue LZ)
Angy Burri am Westernball in Luzern. (Archivbild Neue LZ)
Angy Burri an einer Erzählnacht in einem Zelt. (Archivbild Neue LZ)
Angy Burri beim 16. Westernball im März 1995 auf der Luzerner Allmend. (Bild: Keystone/Str)
Angy Burri, aufgenommen auf seiner Harley Davidson, im Oktober 1988 im Verkehrshaus Luzern. (Bild: Keystone/Str)

Angy Burri in einer Aufnahme auf dem Jahre 2011. (Archivbild Neue LZ)

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