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Anstelle von Büchern ein Laptop an der Kantonsschule Sarnen?

Warum sollte der Unterricht an der Kantonsschule Obwalden nicht papierlos funktionieren? In seiner Maturaarbeit kam Sidney Kämpfer zu einem klaren Ergebnis.
Marion Wannemacher
Maturand Sydney Kämpfer untersuchte für seine Maturaarbeit das Thema papierlose Kantonsschule. (Bild: Marion Wannemacher, Sarnen, 18. Dezember 2018)

Maturand Sydney Kämpfer untersuchte für seine Maturaarbeit das Thema papierlose Kantonsschule. (Bild: Marion Wannemacher, Sarnen, 18. Dezember 2018)

Vielleicht gehört Sidney Kämpfer zu den eher zurückhaltenden Studierenden. Dass er weiss, was er will, zeigt seine Maturaarbeit. Ein Jahr ist der heute 18-Jährige der Frage nachgegangen, ob ein Unterricht an der Kantonsschule Obwalden auch papierlos funktionieren würde. Dabei untersuchte er eine Reihe von Fragen: Gibt es bei Schülern und Lehrern die Bereitschaft für den digitalen Unterricht? Wie würde sich der Umstieg auf die Unterrichtsform auswirken? Was wären Vor- und Nachteile einer digitalen Schule? «Mein Ziel ist es, mit dieser Maturaarbeit etwas zu verändern», sagt er selbstbewusst.

Um es vorweg zu nehmen: Das Fazit des Maturanden aus Kerns fiel eindeutig aus und klingt aus seinem Mund wie ein Plädoyer. «Unsere Zukunft ist digital», sagt er. «Sie wartet nicht auf uns. Wir wären mit einer solchen Unterrichtsform nicht unter den Ersten, aber wir sollten auch nicht zu den Letzten gehören.»

Den schweren Schulrucksack durch Tablets entlasten

Auf das Thema sei er durch die Überlegung gekommen, dass fast jeder einen Laptop oder ein Tablet besitzt. «Warum sollten wir es nicht in den Unterricht integrieren? Wir arbeiten mit dem Office Paket (Softwareprogramm für Büroarbeiten, Anmerkung der Redaktion), haben einen E-Mail-Account und nutzen das Lernportal im Computerraum, nicht aber im normalen Unterricht», räumt er ein. Der Schulsack sei schwer, mit einem Tablet beispielsweise könne man über PDFs, E-Books oder Lernprogramme das Gewicht von Büchern einsparen.

Eine repräsentative Umfrage unter Schülern und Lehrern lieferte Kämpfer aufschlussreiche Ergebnisse. Von 374 nahmen 197 Schüler teil sowie 26 von 46 Lehrpersonen. Diese ergab vor allem ein Resultat. «Beide Parteien denken grundsätzlich positiv über einen Umstieg und sind offen für Veränderungen», heisst es in der Arbeit. Digitale Geräte werden zwar für Schule und private Zwecke genutzt, gelernt werde aber dennoch lieber auf Papier.

Lehrpersonen gaben beispielsweise an, sie seien klar konzentrierter beim Lesen der Papierform. Bei einem tatsächlichen Umstieg bestehe grosser Erklärungsbedarf, der diese Unsicherheiten aus dem Weg räume, betont der Maturand. «Es ist eine Frage der Gewohnheit. Es folgen Generationen, die bereits im jungen Alter mit digitalen Geräten in Berührung kamen und nun anders lernen», gibt er sich überzeugt.

Von der Erfahrungen anderer Schulen profitieren

In seiner Studie befragte Sidney Kämpfer auch Erwin Oertli, den Projektleiter der Bezirksschule Schwyz, nach seinen Erfahrungen. Dort nutzen rund 2000 Schüler Tablets mit einem Touch-Stift. Das Tablet kann so auch für Notizen genutzt werden. Es gehöre mittlerweile einfach zum Schulalltag, bestätigte der Projektleiter im Interview Kämpfer gegenüber. Anfängliche Begeisterung sei dem Normalzustand gewichen.

Nach einer Pilotphase an der Bezirksschule in Schwyz habe man sich für eine Umstellung auf den digitalen Unterricht entschieden, der als Bereicherung angesehen wird.

Eine Umstellung würde auch an der KSO einen Mehrkostenaufwand darstellen, zeigt die Maturaarbeit von Sidney Kämpfer. Diese liessen sich zwar einsparen, wenn jeder Schüler und jede Lehrperson das eigene Gerät mitbringe. Dadurch entstünde aber auch ein Kompatibilitätsproblem. Für die Anschaffung von Tablets nach dem Modell der Schwyzer Schule rechnet der Maturand mit Kosten von rund 126000 Franken. Dazu kämen die Kosten für die Fortbildung der Lehrer und steigende Stromkosten. Dagegen würden Drucker- und Papierkosten sinken.

«Für mich wäre eine Umstellung auf den papierlosen Unterricht eine realistische Option, die man sicher umsetzen könnte», hält Sidney Kämpfer fest und schlägt eine Pilotphase vor. «Vielleicht müsste man nicht komplett umsteigen, aber das digitale Arbeiten fördern als Voraussetzung für Studierende in der digitalen Arbeitswelt für die Zukunft.»

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