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ARA Sarneraatal hat nun die doppelte Kapazität

Die fertig ausgebaute Abwasserreinigungsanlage in Alpnach öffnet ihre Türen für die Öffentlichkeit.
Sandra Peter
Sepp Amgarten, Geschäftsführer des Entsorgungszweckverbands Sarneraatal, vor den neuen Anlagen in der ARA Sarneraatal. (Bild: Corinne Glanzmann, Alpnach, 18. September 2019)

Sepp Amgarten, Geschäftsführer des Entsorgungszweckverbands Sarneraatal, vor den neuen Anlagen in der ARA Sarneraatal. (Bild: Corinne Glanzmann, Alpnach, 18. September 2019)

Die neuen Maschinen in der Abwasserreinigungsanlage (ARA) Sarneraatal laufen und werden fortwährend aufeinander abgestimmt. Damit die Bevölkerung sehen kann, wie die nach dem dreijährigen Ausbau mit neuster Technologie ausgestattete ARA funktioniert, lädt der Entsorgungszweckverband diesen Samstag zum Tag der offenen Tür in Alpnach ein.

Die ARA Sarneraatal ist die erste Anlage in der Schweiz, bei der das sogenannte Nereda-Verfahren für die biologische Reinigungsstufe verwendet wird. Seit August 2018 wird das Abwasser in den drei dafür neu gebauten Becken mit dieser Methode gereinigt. Vereinfacht ausgedrückt wird dabei anstelle des bisher verwendeten, mit Mikroorganismen angereicherten Schlammes neu ein aus Granulat bestehender Schlamm genutzt. In diesem befinden sich ebenfalls Kleinstlebewesen, die das Abwasser von organischen Verunreinigungen befreien. Da der Schlamm aber aus dichteren, grösseren und schwereren Teilchen besteht, setzt sich dieser schneller vom gereinigten Wasser ab.

Dieses Verfahren entwickelten Forscher an der niederländischen Technischen Universität in Delft. «Wie der genaue Prozess abläuft, ist aufgrund der Patentierung geheim», erläutert der Geschäftsführer des Entsorgungszweckverbands Sarneraatal, Sepp Amgarten. Die Methode sei effizienter und günstiger als das ursprünglich geplante Verfahren und benötige zudem weniger chemische Stoffe.

Kapazität reicht für Abwassermenge bis 2035

Die Vergrösserung der Ende der 1970er-Jahre in Betriebe genommenen ARA war auch aus Kapazitätsgründen notwendig. Die Becken für das biologische Reinigungsverfahren fassen total rund 10000 Kubikmeter Wasser, was etwa 66000 vollen Badewannen entspricht. Die neue Anlage ist darauf ausgelegt, bis ins Jahr 2035 die Abwasserreinigung sicherstellen zu können. Dank dem Ausbau hat die ARA nun eine Kapazität von 65000 Einwohnerwerten. Das heisst, dass bei aktuell 30500 an die ARA angeschlossenen Einwohnern das Gewerbe und die Industrie theoretisch so viel Abwasser in die ARA leiten könnten wie 34500 zusätzliche Einwohner. Dies entspricht in etwa einer Verdoppelung gegenüber der alten Anlage. «Momentan wird natürlich nicht die ganze Kapazität genutzt», erklärt Geschäftsführer Amgarten.

Ausbau war günstiger als geplant

Im Jahr 2017 reinigte die ARA Sarneraatal gemäss eigenen Angaben über 4,2 Millionen Kubikmeter Abwasser. Die Zahlen für 2018 konnten aufgrund der Umstellung von der alten auf die neue Anlage nicht exakt erhoben werden. «Falls es nach 2035 notwendig würde, könnte in der ARA noch ein weiteres Becken zur biologischen Abwasserreinigung dazu gebaut werden», so Amgarten.

Der 2014 gestartete Umbau inklusive der vorgezogenen Aufstockung des Betriebsgebäudes ist einiges günstiger ausgefallen als veranschlagt. Budgetiert waren bei Baustart noch 37,5 Millionen. «Durch Vergabeerfolge und zusätzliche Sparrunden kann schlussendlich mit rund 34 Millionen gesamthaft abgeschlossen werden», sagt Amgarten.

Auf dem Areal der ARA sind seit 2016 nebst den drei Biologiebecken unter anderem noch ein Schlammstapelbehälter, Werkstattgebäude, zwei Sandfangbecken sowie unterirdisch ein Werkleitungsgang und Technikräume entstanden. Abgebrochen und neu aufgebaut wurden ein Gasspeicher und ein Hebewerk mit Rechengebäude.

Am Tag der offenen Tür sehen die Besucher zunächst einen Film, der den Prozess der Abwasserreinigung auf einfache Art erklärt. Anschliessend gibt es einen geführten Rundgang über das Gelände.

Weitere Projekte werden bereits geplant

Künftig wird auch die Abwasserentsorgung der Talschaft Melchtal an die ARA Sarneraatal angeschlossen. Im Mai dieses Jahres stimmte die Gemeindeversammlung Kerns dem Planungskredit über 470000 Franken für eine Abwasserleitung Melchtal-St.Niklausen zu. Weiter muss in Alpnach in den kommenden Jahren wie vom Bund vorgeschrieben noch eine Anlage zur Filtration von Spurenstoffen, etwa aus Medikamenten, hinzu gebaut werden.

Tag der offenen Tür: 21. September, 10 bis 15 Uhr, www.ezvow.ch

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