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Weshalb ein Bahnbetrieb seinen Mitarbeitern beim Rauchstopp hilft

Die Zentralbahn hat ihren rauchenden Mitarbeitern einen Kurs angeboten, um sich von der Sucht zu lösen. Die Gesundheit der Mitarbeiter sei Teil der Unternehmensstrategie .
Martin Uebelhart
Der letzte Zug? Die Zentralbahn hilft Mitarbeitern beim Rauchstopp. (Bild: Corinne Glanzmann, Alpnach, 6. 7. 2018)

Der letzte Zug? Die Zentralbahn hilft Mitarbeitern beim Rauchstopp. (Bild: Corinne Glanzmann, Alpnach, 6. 7. 2018)

Heutzutage setzen sich zahlreiche Firmen mit der Gesundheit ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auseinander. Auch die Zentralbahn (ZB) verfügt über ein sogenanntes betriebliches Gesundheitsmanagement. «Wir machen jeweils eine Auslegeordnung, womit man den Mitarbeitern etwas Gutes tun könnte», sagt Raphael Weltert, Human Resources-Fachmann in der Personalabteilung des Bahnunternehmens.

Neben Früchten oder Wasser, die zur Verfügung stünden, gebe es immer wieder Kampagnen. Einmal haben Grippe und Erkältung im Vordergrund gestanden, ein anderes Mal der Rücken. In der zweiten Jahreshälfte will sich die ZB zusammen mit einem Physiotherapeuten der Ergonomie am Arbeitsplatz annehmen.

Gute Rückmeldungen aus der Belegschaft

In der jüngsten Kampagne hat sich die Zentralbahn mit dem Thema Sucht, insbesondere dem Rauchen, beschäftigt. Wie viele der rund 370 Angestellten der Zentralbahn Raucher sind, weiss Weltert nicht. «Der externe Partner, mit dem wir beim Rauchentwöhnungsprogramm zusammengearbeitet haben, geht davon aus, dass in Firmen ein Drittel der Belegschaft raucht.» Rund 10 Prozent von ihnen würden sich für ein solches Programm anmelden.

«Wir verzeichneten 23 Anmeldungen», erzählt Weltert, «und erhielten positive Rückmeldungen von den Mitarbeitern, dass wir ein solches Angebot zur Verfügung stellen.» Die Teilnehmer konnten in Stansstad oder Meiringen ein eintägiges Seminar besuchen. Wenig später wurde ein Nachkurs veranstaltet. «Die Mitarbeiter konnten zwar kostenlos am Seminar teilnehmen, mussten aber für den Tag Ferien beziehen», so Weltert.

Einer der Teilnehmer war Martin Gretener. Dem Manager Instandhaltungsprogramm bei der Zentralbahn kam das Angebot sehr gelegen. «Nach 20 Jahren Rauchen merkt man, dass vielleicht nicht mehr alles so leicht geht», so der 37-Jährige. «Oder die Kinder haben reklamiert, es stinke.» Am Kurs sei aufgezeigt worden, was Nikotin mit einem mache und dass man daraus keinen Vorteil habe. «Man stand vor der Frage: Macht es Sinn zu rauchen oder nicht.» Gretener hat von einem Tag auf den anderen aufgehört. Das ist nun rund sieben Wochen her. «Eine Woche nach dem Seminar habe ich einen Kollegen um eine Zigarette gebeten.» Anschliessend habe er ein schlechtes Gewissen gehabt. Vor drei Wochen habe er gar wieder Zigaretten gekauft und dann gemerkt, dass das nicht schlau sei. «Jetzt geht es viel besser», meint er. «Das Bedürfnis ist sehr klein.» In solchen Fällen spreche er lieber von Stolperern nach vorn als von Rückfällen, sagt Martin Böhler. «Wichtig ist, wieder aufzustehen.» Böhler veranstaltet mit seiner Firma, die in der Schweiz die Lizenz an «Allen Carr’s Easyway» hat, Rauchentwöhnungsprogramme für Firmen und Private. Carr war ein britischer Schriftsteller, sein erfolgreichstes Buch «Allen Carr’s Easyway – Endlich Nichtraucher».

Für Firmen gibts eine Langzeitgarantie

«Teilnehmer aus Firmen sind unser Kerngeschäft», sagt Böhler. Insgesamt nähmen pro Jahr rund 800 bis 900 Personen an Seminaren teil. «Für eine Erfolgsmessung bei der Zentralbahn ist es noch zu früh», hält er fest. Dazu müsste etwa ein halbes Jahr vergangen sein. Eine Studie, die zusammen mit der Universität Wien gemacht worden sei, habe gezeigt, dass nach einem Jahr rund 50 Prozent der Teilnehmer nach wie vor die Finger vom Rauchen lassen. Bei Firmen gibt Easyway eine Langzeitgarantie: «Die Leute können so oft in einen Aufbaukurs kommen, wie sie wollen.»

Ihre Bemühungen im betrieblichen Gesundheitsmanagement hat sich die ZB bestätigen lassen: «Seit Herbst 2015 sind wir von Friendly Work Space zertifiziert», sagt Raphael Weltert. Friendly Work Space ist laut eigenen Angaben das einzige anerkannte Schweizer Qualitätssiegel für erfolgreiches betriebliches Gesundheitsmanagement und richtet sich an Firmen, die dies in ihre Unternehmensstrategie integriert haben. «Wir wollen dieses Jahr das Label für weitere drei Jahre erhalten», so Weltert.

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