ARBEITSLOSENSTATISTIK: Niklaus Bleiker bricht für heimische Firmen eine Lanze

In Obwalden gab es im vergangenen Jahr faktisch keine Arbeitslosigkeit. Volkswirtschaftsdirektor Niklaus Bleiker sieht die Gründe dafür in der heimischen Wirtschaft. Auch in Nidwalden ist man zufrieden.

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Maxon Motor baut für 30 Millionen Franken aus (Bild: Visualisierung: PD)

Maxon Motor baut für 30 Millionen Franken aus (Bild: Visualisierung: PD)

Ob- und Nidwalden weisen sehr tiefe Arbeitslosenquoten auf. Das zeigt eine Jahresstatistik des Regionalen Arbeitsvermittlungszentrums (RAV) Obwalden/Nidwalden für 2017. Nach dieser lag die Arbeitslosenquote im vergangenen Jahr für Obwalden bei 0,9 Prozent (im Vorjahr bei 1,0) und ist damit die tiefste der ganzen Schweiz, in Nidwalden bei 1,1 Prozent für 2016 und 2017.

Die Zahlungen der Arbeitslosenkasse Obwalden/Nidwalden sind gegenüber dem Vorjahr um 11 Prozent gesunken. 2017 wurden in Obwalden rund 6,5 Millionen Franken ausgezahlt, ein Jahr zuvor waren es 7,3 Millionen. In Nidwalden blieb der Betrag fast gleich und macht 10,7 Millionen Franken aus. Die Arbeitslosenkasse ist für 94 Prozent der Arbeitslosen in beiden Kantonen zuständig, alle übrigen sind über private Kassen und Gewerkschaften abgedeckt.

Zahl der Bezüger sank in Obwalden

Die Gründe dafür, dass weniger Arbeitslosengelder in Obwalden gezahlt werden mussten, liegen auf der Hand. «Ausgehend von der sehr hohen Vollbeschäftigung hatten wir weniger Bezüger», hält Lukas Walpen, Leiter der Arbeitslosenkasse Obwalden/Nidwalden, fest. Ausschlaggebend ist die Zahl der Bezugstage, die in Obwalden 2017 bei 41 400 lag, rund 7100 weniger als im Vorjahr.

Obwaldens Volkswirtschaftsdirektor Niklaus Bleiker bricht für seine heimische Wirtschaft eine Lanze: «Der Hauptgrund dafür, dass es faktisch keine Arbeitslosigkeit gibt, liegt im guten Branchenmix und darin, dass die grössten Arbeitgeber eignergeführt sind. Sie sind sich der sozialen Verantwortung ihren Mitarbeitern gegenüber bewusst und müssen sich keinen Stakeholdern gegenüber erklären.»

Nur wenig Obwaldner Langzeitarbeitslose

Als Beispiele nennt Bleiker Unternehmen wie die Maxon Motor AG, Leister, Gasser Felstechnik oder Bio Familia. In wirtschaftlich schwierigen Zeiten würden Ferien und Überstunden abgebaut oder andere Massnahmen angeordnet, bevor Kurzarbeit oder Entlassungen ausgesprochen würden. Der Volkswirtschaftsdirektor lobt auch die gute Reintegration in den Arbeitsmarkt durch das RAV. In Obwalden gebe es deshalb nur wenig Langzeitarbeitslose, betont er.

In Nidwalden ist man ebenfalls zufrieden. Claudia Bättig, Leiterin des Arbeitsamts Nidwalden, spricht faktisch fast von Vollzeitbeschäftigung. Die Betriebsstrukturen verhielten sich ähnlich zu denen in Obwalden.

Per Job-Dating zum Bürgenstock-Resort

«Wir haben gut diversifizierte Betriebsstrukturen, einen grossen Teil von gut aufgestellten KMU-Betrieben und mit den Pilatus-Flugzeugwerken und dem Bürgenstock-Resort Betriebe, die viele Arbeitnehmer brauchen.» Als Beispiel nennt sie die Vermittlung von rund 40 Arbeitnehmern, die 2017 durch vom RAV vermittelte Job-Datings eine Stelle beim Bürgenstock-Resort fanden. Natürlich sei jeder Arbeitslose einer zu viel, betont Claudia Bättig. «Unsere Strategie gegen Arbeitslosigkeit hat sich bewährt.» Genaue Prognosen seien schwierig abzugeben, man rechne jedoch mit gleichbleibender Tendenz in Nidwalden, sagt sie.

Marion Wannemacher

marion.wannemacher@ obwaldnerzeitung. ch