Arbeitsreiches Jahr für das Verkehrssicherheitszentrum Obwalden/Nidwalden

Das Verkehrssicherheitszentrum Obwalden/Nidwalden hat im vergangenen Jahr weniger Gewinn gemacht. Schuld daran ist der Diesel-Skandal. Die Online-Strategie kommt bei den Kunden an. Und trotzdem wurde ins «Analoge» investiert.

Matthias Piazza
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Geschäftsführer Markus Luther am Schalter in der modernisierten Kundenhalle in Stans, «bedient» von Mitarbeiterin Andrea Singenberger. (Bild: Matthias Piazza, Stans, 29. Mai 2019)

Geschäftsführer Markus Luther am Schalter in der modernisierten Kundenhalle in Stans, «bedient» von Mitarbeiterin Andrea Singenberger. (Bild: Matthias Piazza, Stans, 29. Mai 2019)

Den Führerausweis oder das Kontrollschild abholen: Auch im digitalen Zeitalter kommt es noch vor, dass man als Autofahrer den Weg ins Verkehrssicherheitszentrum (VSZ) in Stans oder Sarnen auf sich nimmt. Seit vergangenem Juli präsentiert sich nun auch die Stanser Schalterhalle einladender. Für 60 000 Franken wurde sie umgebaut. Alte Beleuchtungselemente wurden durch moderne Leuchtdioden ersetzt, Wände abgebaut, statt braun dominiert nun weiss. Schallschutzelemente an der Decke senken den Lärmpegel und sorgen damit für mehr Privatsphäre. «Die Mitarbeiter und Kunden fühlen sich sehr wohl», freute sich VSZ-Geschäftsführer Markus Luther beim Rückblick auf das vergangene Geschäftsjahr am vergangenen Mittwoch. Vor vier Jahren wurde bereits die Sarner Schalterhalle modernisiert.

Der Gang zum VSZ lässt sich eben auch im digitalen Zeitalter nicht ganz vermeiden. Doch sollten umtriebige, zeitraubende Aufenthalte der Vergangenheit angehören. «Wir bieten immer mehr Dienstleistungen auch online an», sagte dazu Verwaltungsratspräsident Erich von Holzen. «Auf unserer komplett überarbeiteten Website findet man fast alle Formulare online. Wer sich zu Hause gut vorbereitet, kann bei uns am Schalter effizient bedient werden.» Und seit Anfang des vergangenen Jahres können die Hausärzte über eine elektronische Plattform die Untersuchungsberichte zu den medizinischen Abklärungen der Verkehrstauglichkeit von Autofahrern ab Alter 75 direkt beim VSZ einreichen. Früher mussten sich die VSZ-Kunden selber darum kümmern.

Fahrzeugbestand hat um zwei Prozent zugenommen

Das VSZ hat ein arbeitsreiches Jahr hinter sich. Wie schon in den Jahren zuvor stieg der Fahrzeugbestand weiter an. So verkehrten im vergangenen Jahr rund 40 200 Fahrzeuge in Nid- und 37 400 Fahrzeuge in Obwalden, was einer Zunahme von fast zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. 13 Verkehrsexperten prüften rund 26 100 Fahrzeuge auf ihre Verkehrssicherheit. Davon wurden 16 Prozent zu einer Nachkontrolle aufgeboten. Rund 1900 Autofahrern musste das VSZ im vergangenen Jahr den Führerausweis entziehen. Meistens wurde zu schnell gefahren.

Mit 72'960 Franken ist der Gewinn des VSZ rund 166'300 Franken kleiner als 2017. Dies hat auch mit dem Dieselskandal zu tun. Im Zusammenhang mit der neuen Abgasmessmethode haben gewisse Autohersteller Lieferengpässe, weil sie die Autos nachträglich umrüsten müssen, bevor sie sie verkaufen können. Darum hat das VSZ weniger Einnahmen mit Umschreibungen von Fahrzeugen gemacht. Weniger Einnahmen gibt’s auch bei der medizinischen Abklärung der Verkehrstauglichkeit, da das Mindestalter dafür Anfang Jahr von 70 auf 75 angehoben wurde. Zudem mussten rund 160'000 Franken in die Erneuerung von technischen Anlagen, Software und Mobiliar investiert werden. Mit 5,8 Millionen Franken bewegen sich die Einnahmen des VSZ auf dem Niveau des Vorjahres. Je etwa 11 Millionen Franken Motorfahrzeugsteuern konnten an die Kantone Ob- und Nidwalden weitergeleitet werden.