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Asbestbelastete Baracken in Kägiswil weichen Bahnstützpunkt

Zwei Militärbaracken werden für einen Neubau der Zentralbahn abgerissen. Der Abbruchbagger kam aber nicht von Anfang an zum Einsatz.
Matthias Piazza
Der Sortiergreifer des Baggers «zerlegt» die alte Militärbaracke. (Bild: Matthias Piazza, Kägiswil, 1. März 2019)

Der Sortiergreifer des Baggers «zerlegt» die alte Militärbaracke. (Bild: Matthias Piazza, Kägiswil, 1. März 2019)

Gefrässig arbeitet sich der Sortiergreifer des Baggers vor, zerlegt Stück für Stück der alten Militärbaracke. Es knirscht und stiebt, wenn er wieder ein Stück Holz herausreisst. Nächste Woche wird auch die zweite Militärbaracke aus den 1940er-Jahren neben dem Gleis der Zentralbahn in Kägiswil Geschichte sein. Vom ersten Gebäude ist schon jetzt nichts mehr zu sehen. Es wurde bereits im Februar abgebrochen. Die für den Rückbau zuständige Bürgi AG transportiert die total 500 Tonnen Holz und 2300 Kubikmeter Beton zu ihrem Lager in Alpnach, wo sie es zerkleinert und zu Recyclingmaterial verarbeitet.

So brachial wie jetzt ging es allerdings nicht während der ganzen Rückbauarbeiten zu und her. Im Februar, zu Beginn der Aktion, schabte eine Baggerschaufel vorsichtig die Fassade ab. Für den Laien mag die Vorgehensweise ineffizient erscheinen, für den Fachmann ist sie hingegen wohlbegründet, wie Daniel Kaufmann, der von der Bürgi AG für den Rückbau zuständig ist, erklärt. «Die Wände enthielten festgebundenen Asbest. Hätte man ganz normal abgebrochen, hätte dies für die zwei Mitarbeiter vor Ort wegen des freigewordenen Staubs gesundheitsgefährdend sein können.» Mit dem vorsichtigen Vorgehen hingegen und dem Bewässern der Fassade habe das Material «staubfrei» von der Baggerschaufel in die Mulde befördert werden können. Rund 80 Tonnen, also etwa vier Lastwagenladungen dieses Inertmaterials mit festgebundenem Asbest, sind nun bei der Deponie Obwalden in Kerns gelandet. Gemäss Suva ist Asbest, das 1990 in der Schweiz verboten wurde, nicht gefährlich, solange es in Baumaterialien festgebunden ist. Wer jedoch bei Umbau-, Unterhalts- und Renovationsarbeiten Asbestfasern freisetze und einatme, gefährde seine Gesundheit in hohem Masse.

«Um die Gefährlichkeit wusste man damals noch nicht. Das Material war beliebt, weil es sehr brandhemmend war», begründet Daniel Kaufmann die damals weite Verbreitung von Asbest.

Bauarbeiten für Stützpunkt haben begonnen

Während das zweite Gebäude noch teilweise steht, haben an der Stelle der bereits abgerissenen Militärbaracke bereits die Arbeiten für das 56 Meter lange, 16 Meter breite und 7 Meter hohe neue Gebäude der Zentralbahn (ZB) begonnen, das von Schienenfahrzeugen befahren werden kann. Von hier rücken die ZB-Mitarbeiter ab nächstem Jahr aus, um die Gleise zu warten, aber auch für die Böschungspflege oder den Kleinunterhalt an Bahnhöfen. Gut 5,6 Millionen Franken investiert die ZB in ihren neuen Stützpunkt für den Gleisunterhalt für die Linie von Luzern nach Engelberg sowie bis nach Giswil.

Auf dem nördlichen Teil des Grundstücks, wo jetzt noch ein Teil der Baracke steht, entsteht ein Umschlags- und Lagerplatz.

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