ASYL: Obwalden will Bundeshilfe nach Aus für Asylzentrum Glaubenberg

Der Obwaldner Regierungsrat kann nicht nachvollziehen, wieso der Bund das Asylzentrum für die Zentralschweiz nicht im Glaubenberg realisieren will. Er erwartet nun die Unterstützung des Bundes bei der Suche einer Nachfolgelösung für das betroffene Truppenlager.

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Ein Bewohner des Asylzentrums auf dem Glaubenberg. (Bild: Alexandra Wey/Keystone)

Ein Bewohner des Asylzentrums auf dem Glaubenberg. (Bild: Alexandra Wey/Keystone)

Ende Juni gab das Eidgenössische Justiz- und Polizeidepartement (EJPD) bekannt, dass es dem Bundesrat als Standort für das dauerhafte Bundesasylzentrum der Asylverfahrensregion Zentral- und Südschweiz das Areal in Wintersried, Gemeinde Schwyz, vorschlage. Der Standort Glaubenberg sei aus natur- und landschaftsschützerischen Gründen ungeeignet.

Diese Begründung kann die Obwaldner Regierung nicht nachvollziehen, wie sie am Freitag mitteilte. Der Schutz der Moorlandschaft Glaubenberg sei bisher weder durch die militärische noch die sportliche Nutzung im Winter oder durch die Nutzung als Bundesasylzentrum beeinträchtigt worden.

Werde der Standort Glaubenberg definitiv aufgegeben, erwarte man die Unterstützung des Bundes bei der Suche einer Nachfolgelösung für das dortige Truppenlager. Die zuständigen kantonalen Departemente wurden beauftragt, alternative Nutzungsmöglichkeiten zu suchen.

Asylsuchende, Armee und Schneesportler

Als Übergangslösung soll das Bundesasylzentrum Glaubenberg bis 2022 verlängert werden. Erforderlich ist die Zustimmung der Einwohnergemeinde Sarnen. Die Regierung stehe der Verlängerung positiv gegenüber.

Ein Teil der Truppenunterkunft wird seit 2015 als Asylzentrum genutzt. Die Anlage konnte parallel dazu vom Militär genutzt werden. Auch die Nutzung der Unterkunft durch Dritte, zum Beispiel für Schneesportlager, blieb möglich. (sda)