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Auch auf Turren gibt es neu einen Defibrillator

Diesen Tag werden Herr B. aus dem Berner Oberland und seine Frau sicher nicht so schnell vergessen. Weil er sich entschied, vom Berg herunter zu fahren, konnte er im Tal nach einem Kreislaufstillstand gerettet werden.
Marion Wannemacher
Restaurant auf Turren. (Bild: PD)

Restaurant auf Turren. (Bild: PD)

Das ist gerade noch einmal gut gegangen. Diesen Sonntag im März kann sich Herr B. aus dem Berner Oberland in der Agenda dick einkreisen. Denn an diesem Tag wurde dem 63-Jährigen das Leben sozusagen noch einmal geschenkt. Laut dem Einsatzbericht des Vereins Härz fir Obwaldä, der das Netz der Ersthelfer (First Responder) im Kanton aufgebaut hat, wollte der Gast aus dem Nachbarkanton mit seiner Frau auf eine Skitour Richtung Schönbüel gehen. «Kurz vor dem Restaurant verspürte er ein Engegefühl in der Brust», berichtet Sandra Schallberger vom Vorstand des Vereins. «Er entschied sich, wieder ins Tal zu fahren, er ging davon aus, dass er ein Problem mit der Höhe habe.»

Innert Minuten ins Leben zurück

Noch auf dem Parkplatz erlitt er einen Kreislaufstillstand. «Seine Frau begann ihn zu reanimieren und rief um Hilfe. Der Betriebsleiter der Seilbahn kam dazu und löste den Alarm via Notruf 144 aus.» Nur eine Minute später kam der erste First Responder dazu, zwei Minuten später Sandra Schallberger, die Sanitäterin ist und selbst im Team aktiv mithilft. Sie setzte den Defibrillator ein, der einen Schock abgab. «Daraufhin kam der Kreislauf des Patienten zurück, er schlug die Augen auf und blickte uns an», erzählt sie. Zehn Minuten später landete der Heli, mit dem er darauf nach Luzern geflogen wurde.

Bereits seit zehn Jahren gibt es die First-Responder-Gruppe in Lungern. Sie wurde als erstes Team in der ganzen Zentralschweiz gegründet, um die Zeit zu überbrücken, bis die Ambulanz eintrifft. Heue arbeiten 24 Ersthelfer im Dorf mit, im ganzen Kanton gibt es mittlerweile 170 solche Ersthelfer. «Seitdem haben die First Responder in Lungern sechs Menschen erfolgreich reanimiert.» Im Hinblick auf Bestrebungen, an immer mehr Orten First-Responder-Gruppen zu etablieren, sagt die engagierte Fachfrau: «Es macht Sinn, dass solche Gruppen flächendeckend in der Schweiz eingeführt werden.»

Nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn sich der Berner nicht dafür entschieden hätte, wieder ins Tal zu fahren. Denn oben auf der Bergstation gab es bislang keinen Defibrillator. Das soll sich jetzt ändern. Der Verwaltungsrat habe bereits ein Gerät bestellt, bis zur Saisoneröffnung im Mai soll dieses installiert sein. «Bis dann ist das Personal der Bahn sowie des Restaurants Turren geschult und bereit, auch dort aktiv lebensrettende Sofortmassnahmen einzuleiten», sagt Sandra Schallberger.

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