Auf dem Weg zur Besserung: Freude über Obwaldner Spitalfinanzen

Jahr für Jahr sorgte die finanzielle Entwicklung des Kantonsspitals Obwalden für kritische Voten im Kantonsrat. Für die letztjährige Rechnung gab es am Freitag im Parlament für einmal Applaus.

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Das Kantonsspital Obwalden.

Das Kantonsspital Obwalden.

Bild: PD

(sda) Die Erfolgsrechnung 2019 des Obwaldner Kantonsspitals schliesst mit einem Minus von knapp 1,8 Millionen Franken. Im vorangegangenen Jahr war es mehr als doppelt soviel gewesen. Der Kantonsrat segnete das Defizit von 2019 mit 45 zu 0 Stimmen bei 3 Enthaltungen ab und nahm den Rechenschaftsbericht zur Kenntnis.

Der Betriebsertrag lag mit 58,8 Millionen Franken um 1,1 Millionen Franken über jenem des Vorjahrs. Auf der Ausgabenseite wird die Rechnung bei den Personalausgaben um 900'000 Franken entlastet. Dazu kommen weitere Minderkosten im Umfang von 300'000 Franken.

Die umgesetzten Verbesserungen beim Spital habe man positiv zur Kenntnis genommen, sagte Kommissionspräsident Adrian Haueter. Er verwies dabei auf die gute Entwicklung der Patientenzahlen in der akutgeriatrischen Abteilung, auf vermehrt privatversicherte Patienten, was einen direkten Zusammenhang mit dem Belegarzt-Modell habe, und auf die hohe Mitarbeitermotivation trotz Personalabbau.

«Moral gezeigt»

Remo Fanger (SVP) sagte anerkennend, der Bericht sei sehr ausführlich und komme ganz anders daher als andere Jahre. Wegen der Coronapandemie sei leider nicht mit aussagekräftigen Zahlen zu rechnen, die für den Bericht zur Versorgungsstrategie nötig seien, der in Arbeit ist.

Petra Rohrer (CVP) sagte, das Spital habe sich in einigen Bereichen erfolgreicher entwickelt und sei wieder konkurrenzfähiger geworden. Max Rötheli (SP) sagte, das Spital habe im vergangenen Jahr einen Sprung gemacht und Moral gezeigt.

Finanzdirektorin Maya Büchi-Kaiser würdigte, dass das Spital seinen Leistungsauftrag in vollem Umfang und der geforderten Qualität habe erfüllen können. Anfang Jahr habe die Spitalleitung noch signalisiert, dass 2020 der Verlust wahrscheinlich unter 1 Million Franken gehalten werden könne. «Doch das war vor Corona.»

Am Donnerstag hatte der Kantonsrat bereits maximal 4,4 Millionen Franken zusätzlich bewilligt, die das Spital braucht, um trotz der Folgen der Coronapandemie die Liquidität zu bewahren.

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