Auf den Tag genau vor 900 Jahren wurde das Kloster Engelberg gegründet

Am 1.April 1120 begannen die Tätigkeiten der Mönche in Engelberg. Das Kloster hatte seither einiges zu überstehen.

Beat Christen
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Trotz Coronavirus: Der heutige 1.April ist für das Benediktinerkloster Engelberg ein wichtiger Tag. Vor 900 Jahren nämlich begann die Tätigkeit der Mönche im Hochtal. Die auf Grund der aktuellen Situation in zwei Gruppen getrennte Mönchsgemeinschaft begeht das Gründungsfest aber schlichter als ursprünglich vorgesehen.

Im Zentrum der Feier stehen wird das aus dem 12. Jahrhundert stammende und seither im Tal verehrte Heilige Kreuz von Engelberg, begleitet es doch die Mönche von der Ablegung des Gelübdes bis zum Tod. Dass das Kloster am 1.April 1120 gegründet worden ist, kann in der Stiftsbibliothek Engelberg – mit einer der bedeutendsten Handschriftensammlungen der Schweiz – nachgelesen werden. In den hier aufbewahrten Annalen ist Folgendes nachzulesen: «Im Jahre des Herrn 1120, zur Zeit von Papst Calix II. am 1.April, einem Donnerstag, legte der Ritter Konrad von Sellenbüren den Grund zum Kloster der hl. Maria von Engelberg.»

Alte Dokumente in der Stiftsbibliothek zeugen von der Klostergründung.

Alte Dokumente in der Stiftsbibliothek zeugen von der Klostergründung.

Bild: Beat Christen

Seither kann das Benediktinerkloster Engelberg als eines der wenigen Klöster in der Schweiz auf 900 Jahre ununterbrochene segensreiche Tätigkeit zurückblicken. Selbstverständlich ist dies nicht. Im Pestjahr 1349 sowie bei zwei weiteren Seuchenzügen in den Jahren 1548 und 1565 wurde die Mönchsgemeinschaft arg dezimiert. Bei der Pest von 1565 überlebte ein einziger Pater, und dies auch nur, weil er zu diesem Zeitpunkt als Pfarrer in Küssnacht SZ wirkte. Das Kloster erholte sich auch von drei Brandkatastrophen. Nach der verheerenden Feuersbrunst von 1729 entstand der heutige Klosterbau. 1951 erlebte Engelberg den personellen Höchststand mit 129 Konventualen. Heute leben im Kloster Engelberg insgesamt zwanzig Patres und Brüder, seit 2010 unter der Führung von Abt Christian Meyer.

Schwedischer Filmemacher blickt hinter die Mauern

Die Liebe zu den Bergen und zum Schnee haben dem schwedischen Filmemacher Henrik Andersson den Weg nach Engelberg gewiesen. Dass Engelberg in Schweden als Hotspot für Freerider ein Begriff ist, hat zusätzlich sein Interesse geweckt. Und da Filmer und Fotografen bekanntlich Sammler und Jäger sind, ist die Filmkamera auch im Hochtal Anderssons ständige Begleiterin. So sind in den letzten Jahren verschiedene Kurzfilme über Engelberg entstanden. Filme, in denen er die bekannten und auch die weniger bekannten Schönheiten Engelbergs mit der Linse eingefangen hat. Seine Portraits der in Engelberg lebenden Menschen zeugen von grossem Einfühlungsvermögen. Ein eindrückliches Beispiel dafür ist das jüngste Werk des schwedischen Filmemachers über das Leben im Benediktinerkloster Engelberg. Abt Christian Meyer öffnete aus Anlass des Jubiläums «900 Jahre Kloster Engelberg» die Klostertore. Entstanden sind Aufnahmen, die man so nur selten zu Gesicht bekommt.

Anhand des Tagesablaufs der Mönche berichtet Abt Christian Meyer über das Zusammenleben in der Klostergemeinschaft, vom Miteinander mit der Dorfbevölkerung, von den Freuden, aber auch den Sorgen. Die subtile Bildsprache zeugt vom grossen Einfühlungsvermögen des Filmemachers für die für viele Menschen unbekannte Welt des Klosters. Sowohl beim Dreh als auch bei Schnitt und Montage zeigt sich, dass Andersson sein Handwerk versteht und nicht ohne Grund zu den führenden Filmemachern in seiner Heimat gehört. Zu erwähnen sind zudem die sorgfältige Wahl und der Einsatz verschiedener Musikkompositionen, die zusammen mit den Kommentaren von Abt Christian Meyer eine harmonische Einheit bilden. Die Zuschauer erwarten neun spannende und informative Minuten, die aufzeigen, dass das Kloster und die Talschaft stolz auf die 900-jährige Geschichte sein können.

Hinweis: Der Kurzfilm ist unter anderem auf der Jubiläumswebsite zu sehen: www.900-jahre.kloster-engelberg.ch