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Aus für die grossen Pläne der StratXX in Kägiswil

600 Arbeitsplätze waren versprochen worden. Nun hat das Kantonsgericht - vier Jahre nach dem Konkurs - dem Konkursamt die Weisung erteilt, die Firma definitiv zu löschen.
Markus von Rotz
Testflug für den Zeppelin in Zusammenarbeit mit dem Zivilschutz. (Bild: Corinne Glanzmann (Engelberg, 27. August 2008))

Testflug für den Zeppelin in Zusammenarbeit mit dem Zivilschutz. (Bild: Corinne Glanzmann (Engelberg, 27. August 2008))

Schulkinder auf der Herbstwanderung, Mountainbiker und die im Einsatz stehenden Zivilschützer aus Obwalden und Zug sind gespannt: Alle Augen sind auf ein Luftschiff gerichtet, das einen Testflug absolvieren und mit seinen Kameras Videoaufnahmen in die Zivilschutzzentrale nach Sachseln liefern soll. Es ist August 2008. Die Bilder kommen nie an. Als 50 Höhenmeter erreicht sind, platzt das Testfluggerät, eine halbe Million Franken sind vertan.

«Das ist absolut kein Problem für uns. Wir bauen ein neues Luftschiff in Kägiswil und testen dann weiter», sagt der gar nicht sehr irritierte Chef der Firma StratXX, Kamal Alavi, vor Ort. Das Helium sei zu kalt gewesen, durch die Sonneneinstrahlung habe es sich zu stark erwärmt und so das Platzen verursacht.

Mobilfunk sollte revolutioniert werden

An hochfliegenden Plänen hatte es der Firma nicht gefehlt. In Willisau zeigte man sich in jenem Jahr sehr enttäuscht über den Wegzug der Firma nach Obwalden. Schliesslich hatte sie 600 Arbeitsplätze und Umsätze in Millionenhöhe in Aussicht gestellt. Sie wollte den Flugplatz Kägiswil für Testflüge ihrer Zeppeline nutzen. Sie hatte auch renommierte Hochschulen ins Boot geholt – und gleichzeitig die Flugplatzgenossenschaft in Rage gebracht, weil sie ohne Bewilligung flog. Sie wollte mit ihren Zeppelinen Videoüberwachungen anbieten und in 21 Kilometer Höhe Signale der Mobilfunktelefonie empfangen, verstärken und zurück zum Boden schicken.

Bis vor Bundesgericht gegen Konkurs gewehrt

Inzwischen ist klar, dass die Firma mit ihren Ideen gescheitert ist. 2014 unterlag sie vor Bundesgericht. Sie hatte sich dort erfolglos gegen die Eröffnung des Konkursverfahrens gewehrt. Zwischen 2012 und 2014 waren nicht weniger als 74 Betreibungen in Gesamthöhe von 2 Millionen Franken eingegangen. Die Richter glaubten der Firma nicht, dass die finanziellen Probleme nur vorübergehender Natur seien. Der frühere Volkswirtschaftsdirektor Niklaus Bleiker hatte einmal gesagt, man habe die möglichen Steuereinnahmen der Firma nicht ins Budget aufgenommen.

Nun kommt das definitive Aus. Auf Antrag des Handelsregisteramts hat der Kantonsgerichtspräsident I die Auflösung des Unternehmens verfügt, welche Anfang Januar rechtskräftig geworden ist. Er kam wie die Antragstellerin zum Schluss, dass die Firma «weder den Nachweis der Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands» noch «die Eintragung eines Verwaltungsrats» angemeldet habe. Die Firma verfügte seit dem Wegzug der beiden Verwaltungsräte über keine Vertretung in der Schweiz mehr. Und sie liess die gesetzten Fristen verstreichen.

Nun ist das Konkursamt am Zug. Es erhielt den Auftrag für die Liquidation. Wann die erfolgt und was allenfalls noch an offenen Gläubigerforderungen aussteht, war auf Anfrage nicht zu erfahren.

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