Aus für Musikakademie im Majorenhaus in Alpnachstad

Anstatt Musik ist künftig kulturelles Wohnen angesagt. Die Klavierkonzerte ziehen um ins Pfistern Up.

Romano Cuonz
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Das Majorenhaus in Alpnachstad. Bild: Romano Cuonz (22. Juli 2019)

Das Majorenhaus in Alpnachstad. Bild: Romano Cuonz (22. Juli 2019)

Hochstehende Klassik mitten in Alpnachstad. Das wurde dem Publikum drei Jahre lang im altehrwürdigen Majorenhaus an der Brünigstrasse 1 geboten. Dies dank Mailyn Rebecca Streit und ihrem damaligen Ehemann Bernhard Streit. Die zwei Vollblutmusiker hatten auf den 1. Mai 2016 den Geschäftssitz ihrer bisherigen Musikakademie Uri von Bauen nach Alpnachstad verlegt.

Obwohl das Publikum vom Ort und der Musik begeistert war, geht es am historischen Sitz nicht mehr weiter, wie jetzt bekannt wurde. Mailyn Streit, die sich inzwischen von ihrem Partner getrennt hatte, kann das Majorenhaus – auf sich allein gestellt – aus rein wirtschaftlicher Sicht nicht mehr halten. Bereits auf Januar 2019 kündigte sie den Mietvertrag.

Für die Stiftung, welche das marode Majorenhaus vor dem Einzug der Musikschule dank Investitionen von 2,2 Millionen Franken vor dem drohenden Abbruch gerettet hatte, ist das eine happige Nachricht. Stiftungsratspräsident Walter Küng sagt: «Wir sind natürlich sehr enttäuscht, dass diese halböffentliche, kulturelle Nutzung des historischen Gebäudes nicht mehr möglich ist.» Man habe inzwischen einiges unternommen, um nochmals eine ähnlich ideale Lösung zu finden. «Leider gelang uns dies nicht», bedauert Küng.

Gesucht: Mieter mit «Flair für Kultur»

Nun werde man im Majorenhaus ab Ende Juli 2019 auf drei Stockwerken drei verschiedene Wohnungen anbieten. Zum Wohnen war es ja ursprünglich auch konzipiert. Zurzeit schaltet die Stiftung Inserate unter dem Slogan «Kulturelles Wohnen». So soll denn das wunderschön spätbiedermeierliche Haus mit seinen einzigartigen Parkettböden und den kunstvollen Veranden in Zukunft private Mieter mit einem «gewissen Flair für Kultur» erfreuen.

Weiter geht es ebenso mit den musikalischen Darbietungen. Die exklusiven Klavierkonzerte der Institution «PIANOissimo» sind zwar im Majorenhaus seit diesem Jahr verstummt. Nicht aber in Alpnach. Vorübergehend hat Bernhard Streit die Musiker für die abendlichen Konzerte ins Alpnachstader Bahnhofgebäude eingeladen. Doch er wusste, dass diese Lösung nicht von Dauer sein konnte. Inzwischen aber hat er eine ideale Lösung gefunden. «Ab August veranstalten wir monatlich Klavierkonzerte im Pfistern Up in Alpnach Dorf», sagt er.

Erstes Konzert in der «Pfistern» am 18. August

Hocherfreut darüber ist auch «Pfistern»-Geschäftsleiter Josa Allamand. «Wenn bei uns nun ein Konzertflügel aufgestellt wurde und wir unseren Gästen als Lokalgeber auch klassische Konzerte vom Feinsten anbieten, handeln wir ganz bestimmt im Sinn und Geist des verstorbenen Eigentümers Nik Wallimann», ist er sich gewiss.

Ein erstes Konzert findet bereits am 18. August um 18 Uhr statt. Der russische Komponist und Pianist Alexey Chernov wird Werke von Mozart, Beethoven, Tschaikowski und Rachmaninow spielen. Von diesem Zeitpunkt an wird in der Pfistern jeden Monat einmal vorabendlich klassische Musik ertönen.

Das Programm finden Sie unter www.pianoissimo.ch