Ausbaupläne der evangelisch-reformierten Kirche Obwalden bieten Raum für Begegnung

Die evangelisch-reformierte Kirche Obwalden informierte über das neue Kirchenzentrum.

Marion Wannemacher
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Kirchgemeindepräsidentin Irene Ñanculaf (links) und Pfarrer (links) und Pfarrer Michael Candrian vor der Kirche in Sarnen.

Kirchgemeindepräsidentin Irene Ñanculaf (links) und Pfarrer (links) und Pfarrer Michael Candrian vor der Kirche in Sarnen.

Bild: Primus Camenzind (24. Juni 2019)

«Lebendige Begegnungen sind wichtig, das ist mir durch die Coronakrise noch bewusster geworden, und darum bin ich noch mehr überzeugt davon, dass wir das grosse Projekt Begegnungszentrum umsetzen müssen», sagte Irene Ñanculaf, Präsidentin der evangelisch-reformierten Kirchgemeinde Obwalden, an deren Versammlung. Jürg Rothenbühler, im Kirchgemeinderat zuständig für das Ressort Liegenschaften und Technik, informierte über den Stand der Ausbaupläne für das Kirchenzentrum. Dieses soll im Rahmen der Strategie 2040 die diakonische Arbeit unterstützen.

Im Dezember hatte die Kirch­gemeindeversammlung einen Antrag für den Architekturwettbewerb einstimmig angenommen. Für diesen wurden Kosten in Höhe von 300 000 Franken genehmigt. Insgesamt wurden für das neue Begegnungszentrum 8,75 Millionen Franken veranschlagt. Anschliessend verifizierte eine Jury den Raumbedarf und bereitete den Architekturwettbewerb vor. Dabei habe sich herausgestellt, dass die Kosten markant höher ausfielen, wenn alle ursprünglichen Ideen um­gesetzt würden.

Neues Zentrum in Holz und ökologischer Bauweise

Klar ist im Moment, dass das Zentrum Raum für Begegnung bieten soll mit Cafeteria, Atelier und Jugendraum. Ausserdem soll der Erweiterungsbau unter anderem aus einem Kinderhort, Büros für die Pfarrer und den Diakon sowie Amtswohnungen beste­hen. Der Neubau ist in Holzbauweise geplant und soll ökologisch und nachhaltig umgesetzt werden, informierte Architekt Rothenbühler: «Wir sind nun da­ran, das Projekt so weit zu definieren, dass Raumprogramm und prognostizierte Kosten zum gleichen Ziel führen.» Wichtig sei der Jurygruppe, dass alle Interessierten mit einbezogen würden und aktiv mitgestalten könnten. Deshalb lud er zu einem «Mitgestaltungsabend» am 30. August ein.

Wie kreativ die evangelisch­-reformierte Kirchgemeinde die Phase des Lockdowns meisterte, wurde aus den einzelnen Jahresberichten deutlich. So hatte etwa Religionslehrerin Ruth Kasper die biblischen Geschichten rund um Ostern, Auffahrt und Pfingsten als Video­geschichten erzählt. Nicht nur ihre (Sonntags-)Schüler klickten diese an, sondern auch andere Gemeindemit­glieder. Als Ersatz für die ausgefallene Ballonaktion motivierte Ruth Kasper ihre Schüler, Bilder zu zeichnen. Als Belohnung gab es eine Toblerone. «So kamen 50 Bilder zusammen, die wir den Senioren geschickt haben. Die hatten grosse Freude darüber», erzählt Kasper im Gespräch. Enttäuschung gab es dagegen über die Entscheidung, dass die Konfirmation auf 2021 verschoben werden musste.

Coronakrise dank Konzept gut überstanden

Als «Mister Corona» hob Irene Ñanculaf Pfarrer Michael Candrian hervor, der ein komplettes Konzept zu Beginn des Lock­downs parat hatte. Per Youtube waren die Predigten zu emp­fangen. «Schön war die Erfahrung der Solidarität, dass die Men­schen sich umeinander kümmern», betont Candrian. Sozialdiakon Ruedi Schmid kann diese Erfahrung nur bestätigen. Und Pfarrer Hans Winkler konstatierte, dass für einzelne Kontakte mehr Zeit vorhanden gewesen sei und sich diese auch intensiver als sonst gestalteten.

Der Kirchgemeinderat wurde auf weitere vier Jahre, Präsidentin und Vizepräsidentin Veronika Giezendanner für ein weiteres Jahr gewählt. Die Jahresrechnung schliesst fast 855000 Franken im Plus bei einem Ertrag von 2,4 Mil­lionen Franken. Die Bilanz­summe beträgt 12,9 Millionen Franken, im Vorjahr waren es 11,8 Millionen gewesen.