AUSLEIHE: «Man spürt sofort, was sie gern lesen»

Brigitte Ettlin Bründler leitet die Bibliothek Sachseln mit viel Herz. Bücher lesen, das ist für sie «reisen im Kopf».

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Brigitte Ettlin (Mitte), Leiterin der Bibliothek Sachseln, bei der Ausleihe. (Bild Marion Wannemacher/Neue OZ)

Brigitte Ettlin (Mitte), Leiterin der Bibliothek Sachseln, bei der Ausleihe. (Bild Marion Wannemacher/Neue OZ)

«Wir sind eine Bibliothek für Familien», sagt Brigitte Ettlin Bründler. Wie zum Beweis stehen, nachdem sie die Tür aufgeschlossen hat, junge Mütter mit Kindern Schlange. Büchertürme stapeln sich auf dem Ausleihtisch, andere steuern zielstrebig die Gestelle an. Der fünfjährige Livio schafft es nicht mal mehr bis in die Leseecke, er kauert sich gespannt mit seinem Piratenbuch direkt vors Bücherregal.

Ort der Begegnung
«Die Bibliothek ist wirklich übersichtlich», lobt seine Mutter Monika Thalmann. «Man trifft hier immer wieder Leute.» Auch Benutzerin Trudi Schär lobt die persönliche Atmosphäre: «ein sehr schöner Begegnungsort» und «man darf auch Wünsche anbringen, was man gerne lesen würde».

Brigitte Ettlin kennt ihre «Kunden» gut, meistens Frauen. «Man spürt je nach Benutzerin sofort, was sie gern liest.» Den Kontakt zu den Menschen schätzt sie am meisten an ihrem Job, die Erfahrung, wie unterschiedlich Bücher aufgenommen werden. Und Empfehlungen gibt sie gern. Sie weist auf neue Bücher hin, nimmt Wünsche für Anschaffungen entgegen. Mit einem warmherzigen Lächeln erzählt sie: «Von der Freude, die man bereiten kann, kommt sehr viel zurück. Ich freue mich, wenn mir Kinder sagen: ?Das Buch hat mir sehr gefallen. Haben Sie noch mehr von diesem Autor??»

Wenn die Tür nach dem letzten Besucher ins Schloss fällt, ist für die Leiterin noch lange nicht Feierabend. Bücher einkaufen, ausrüsten, katalogisieren, das alles zählt zu ihren Aufgaben. Mit Rezensionen aus Fachzeitschriften und aus dem Internet hält sie sich für ihren Job «fit». Sie versucht sich einen Weg zu bahnen durch den Dschungel von Neuerscheinungen, die Stecknadel im Heuhaufen zu finden, die «wirklich schönen und wertvollen» Sachen.

Marion Wannemacher

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Samstag in der Neuen Obwaldner Zeitung.