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AUSSENSCHULE: Schulkinder von St. Niklausen und Melchtal sollen nicht in Kerns zur Schule müssen

Schulkinder von St. Niklausen und Melchtal sollen auch künftig nicht den Weg nach Kerns auf sich nehmen müssen. In absehbarer Zeit gar bis zur 6. Klasse. Der Gemeinderat gibt frühere andere Pläne auf und will weiterhin im Melchtal investieren.
Markus von Rotz
Blick in das Schulzimmer der 3./4. Klasse von Marie Theres Rohrer (rechts im Bild) und Priska Tschopp. (Bild: Corinne Glanzmann (Melchtal, 20. März 2018))

Blick in das Schulzimmer der 3./4. Klasse von Marie Theres Rohrer (rechts im Bild) und Priska Tschopp. (Bild: Corinne Glanzmann (Melchtal, 20. März 2018))

Markus von Rotz

markus.vonrotz@obwaldnerzeitung.ch

Die Schule Melchtal soll auf das Schuljahr 2020/21 in zwei Zügen (Basisstufe Kindergarten bis 2. Klasse und Mehrjahrgangsklasse 3. bis 6. Klasse) geführt werden. So tönte es vergangenen September an einer Orientierungsversammlung. Um genug Räume zu haben, sei eine Sanierung nötig – die Schulkinder von St. Niklausen aber hätten ab 2020/21 nach Kerns in den Unterricht fahren müssen, weil es sonst zu viele Kinder für das neue Modell im Melchtal gegeben hätte.

Nun hat der Kernser Gemeinderat umgeschwenkt. Nach Prüfung verschiedener Szenarien wolle man weiterhin die Schule Melchtal stärken, zudem sollen St. Niklauser wie Melchtaler Schüler vorerst (wie aktuell) bis zur 4. und mittelfristig gar bis zur 6. Klasse im Schulhaus in Melchtal unterrichtet werden.

Auch die Fasnacht ist ein Grund

Der Gemeinderat begründet das unter anderem damit, «dass dank dem Schulbetrieb eine Bindung zwischen den Weilern St. Niklausen und Melchtal» entstanden sei, welche durch die Trennung der Schulkinder belastet würde. Laut dem fürs Schulwesen zuständigen Gemeinderat Pius Hofer (CVP) zeigt sich das «in verschiedenen Facetten.» Er nennt Beispiele: «Die Schule verbindet Familien, gibt Zusammenhalt in Vereinen.» Frauen aus St. Niklausen machten in der Frauengemeinschaft Melchtal mit, die Dorffasnacht sei dank Hilfe aus St. Niklausen ebenfalls einfacher aufrechtzuerhalten. «Das alles wollen wir nicht gefährden», sagt Hofer. Er nennt diese Bande denn auch als Hauptgrund für die neue Stossrichtung des Gemeinderats.

Noch im September hatte Schulpräsident Pius Hofer an der öffentlichen Veranstaltung gesagt, für den Steuerzahler würde es irgendwann nicht mehr aufgehen, wenn man im Melchtal mit immer weniger Schülern bis zur 6. Klasse unterrichten würde. «Da wären die Rahmenbedingungen im Verhältnis zu Kerns nicht mehr im Lot», meinte er wörtlich. Er kommentiert das heute so: «Je kleiner die Klassen, desto grösser sind die Kosten pro Schüler. Und die Schülerzahlen werden gemäss den aktuellen Prognosen weiter sinken, darum sind der Schulrat und die Schulleitung angehalten, möglichst sinnvolle Einheiten und Klassengrössen zu bilden.»

Im Melchtal ist eine Sanierung nötig

Um den Unterricht bis zur 6. Klasse anbieten zu können, sind laut Gemeinderat räumliche Anpassungen im Melchtal nötig. Zudem sei zu einem noch unbestimmten Zeitpunkt eine Sanierung des Schulhauses nötig. Man könne deshalb heute noch nicht sagen, ab wann der Unterricht im Melchtal bis zur 6. Klasse erfolgt.

Die Rede ist nach wie vor von Investitionen von rund 2 Millionen Franken. Nicht nötig sei hingegen ein Ausbau des Schulhauses, sagt Hofer: «Vielleicht braucht es die eine oder andere Anpassung im Gebäude. Wir vom Gemeinderat gehen aber davon aus, dass man die absehbaren Schülerzahlen in der bestehenden Hülle unterbringen kann.» Keinen Zusammenhang hätten die Pläne im Melchtal im Übrigen mit der Notwendigkeit, in Kerns auch trotz der vom Volk abgelehnten Aufstockung des Schulhauses Dossen neue Unterrichtsräume zu schaffen. «Das wird weiterhin nötig sein», sagt Hofer.

Vor zehn Jahren, im Dezember 2008, hatte der Gemeinderat seinerzeit über die geplante Schliessung der Schule in St. Niklausen informiert. Auch wenn der Gemeinderat aufgrund der grossen Opposition vorerst auf den Entscheid zurückkam, nahmen dann im Sommer 2010 die letzten Kinder Abschied von ihrem Schulhaus. Seit damals fahren sie bis zur 4. Klasse ins Melchtal und ab der 5. Klasse nach Kerns.

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