Ausstellung in Engelberg zeigt Bilder von Leonard von Matt

Im Talmuseum sind Bilder des 1988 verstorbenen Fotografen Leonard von Matt ausgestellt. Dieser war nicht nur ein genialer Fotograf, sondern auch der Erbauer der Jochhütte. Am Samstag war Vernissage.

Ruedi Wechsler
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Eines der ausgestellten Bilder von Leonard von Matt: eine kleine Gruppe bei der Jochhütte. (Bild: Ruedi Wechsler (Engelberg, 1. September 2018))

Eines der ausgestellten Bilder von Leonard von Matt: eine kleine Gruppe bei der Jochhütte. (Bild: Ruedi Wechsler (Engelberg, 1. September 2018))

Am Tag des Zentralfests des Schweizerischen Studentenvereins in Engelberg begrüsste im Talmuseum Stiftungsratspräsidentin Elisabeth Gander am Samstagabend 60 Personen zur Vernissage «Jochpass-Fotografien von Leonard von Matt». Sie bezeichnete die Ausstellung dabei als kleine Filiale zur parallel laufenden Ausstellung im Nidwaldner-Museum in Stans.

Brigitte Flüeler, bekannte Stimme von Radio SRF, blickte in der Biografie von Leonard von Matt auf einen der erfolgreichsten und bekanntesten Schweizer Fotografen zurück.

Bergkameraden standen zu Leonard von Matt

Der Nidwaldner Fotograf Leonard von Matt.

Der Nidwaldner Fotograf Leonard von Matt.

1976 bekam Leonard von Matt (1909–1988) den Innerschweizer Kulturpreis. Die damalige Dankesrede reflektiert sein Lebenswerk ausgezeichnet. Wenn von Matt nochmals an seine Anfangszeit zurückblicke, müsse er von einem Glücksfall berichten. 1936 baute er auf dem Jochpass eine Skihütte. Die Alpgenossen verkauften ihm einen kleinen Bauplatz unter der Bedingung, nur eine Clubhütte zu erstellen und um Himmelswillen keine Wirtschaft. Das erforderte einen neuen Verein. Leonard (auch Leni genannt) gründete umgehend den Nidwaldner Bergclub. Den Bergkameraden, die pickelhart zu ihm standen und welche die Finanzierung der Clubhütte stemmten, sowie der Hüttenwart-Familie habe er es zu verdanken, dass auf dem Jochpass für ihn eine kleine Existenz entstand. Diese ermöglichte ihm, die ungewisse Arbeit als Fotograf aufzunehmen und unbekümmert der Bilderjagd nachzugehen. Somit begann für von Matt im kleinen Naturparadies Jochpass die fotografische Experimentierphase.

Brigitte Flüeler ergänzte, dass von Matt Bilder aus lebendigen Situationen und dem prallen Leben eingefangen habe, ohne den Touch gestellter Szenen. Er war ein heiterer, fröhlicher und interessierter Zeitgenosse. Talammann Alexander Höchli hat die Vernissage sehr berührt. «Das alte Jochpass- Feeling öffnet mir sogleich das Herz», sagte er beim Apéro. Annemarie (Maya) Langenstein lernte Leonard von Matt 1980 kennen, als sie im Restaurant Untertrübsee arbeitete. Nach der erfolgreichen Bewerbung übernahm sie zwei Jahre später bis 1989 die Jochhütte. Weiter erzählt die ehemalige Jochhüttenwartin: «Leni besuchte uns oft in der Hütte, und er war ein lieber und aufgestellter Mensch.» Das Lieblingsbild von Kunsthistorikerin und Museumsleiterin Nicole Eller ist das Porträt mit drei Sonnenhungrigen im Liegestuhl. Ihr gefällt besonders das Perret, das an einem Skistock hängt und optisch den Mond im Hintergrund erscheinen lässt. Und das notabene auf einem schwarzweissen Bild mit viel Schnee.

Stiftungsratspräsidentin Elisabeth Gander mit Ruedi Blatter, Stammgast und Gönner vom Talmuseum, an der Vernissage. (Bild: Ruedi Wechsler (Engelberg, 1. September 2018)

Stiftungsratspräsidentin Elisabeth Gander mit Ruedi Blatter, Stammgast und Gönner vom Talmuseum, an der Vernissage. (Bild: Ruedi Wechsler (Engelberg, 1. September 2018)

Ehefrau prägt Fotograf massgeblich

Vor einem Jahr kam von Brigitte Flüeler die Anfrage, ob eine Bilderausstellung im Talmuseum mit Fotos vom Jochpass möglich sei. Es wurden Stimmungsbilder mit dem Lebensstil der Leute ausgewählt, strich Nicole Eller hervor. Genau in der Zeit, als 1936 die Jochhütte realisiert wurde, lernte Leonard von Matt seine Frau Brigitte Lehmann kennen. Sie stellte sein Leben auf den Kopf. Brigitte ermutigte ihren Mann, seinen Traum, ein Leben als Fotograf, in die Tat umzusetzen, und arbeitete von Anfang an mit ihm zusammen. Ohne sie wäre das Werk von Leonard von Matt wohl nicht zustande gekommen.

Die Ausstellung dauert bis Mitte Oktober. www.talmuseum.ch