Auszeichnung

99 Frauen und die Siegerin aus Alpnach

Die Unternehmerin Brigitte Breisacher wird als «Woman of the year 2020» ausgezeichnet.

Robert Hess
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«Ich freue mich riesig über diese Auszeichnung»: Die Alpnacher Unternehmerin Brigitte Breisacher.

«Ich freue mich riesig über diese Auszeichnung»: Die Alpnacher Unternehmerin Brigitte Breisacher.

Bild Robert Hess (Alpnach, 7. Dezember 2020)

«Ich freue mich riesig über diese Auszeichnung», sagte Brigitte Breisacher am Montagnachmittag im Ausstellungsraum der Alpnach Norm kurz vor ihrer Abfahrt nach Zürich. Dort wurde die 52-jährige Unternehmerin in einem Stadthotel vom Schweizer Wirtschaftsmagazin für Frauen «Women in Business» als «Women of the year 2020» geehrt. Jährlich präsentiert das Magazin Ende September in einer Extraausgabe die «Top 100 Frauen» der Schweizer Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur, Kunst, Medien sowie Digital/Start-ups.

«Diese Frauen stehen stellvertretend für die herausragenden weiblichen Leistungsträgerinnen der Schweiz», heisst es dazu in einer Medienmitteilung des Magazins. Aus dem illustren Kreis der «Top 100» bestimmen jeweils die Leserinnen von «Women in Business» sowie alle interessierten Personen ihre persönliche Favoritin. Die Frau mit den meisten Stimmen wird dann zur «Woman of the year» gewählt. Als Siegerin 2020 wurde Brigitte Breisacher, seit zwölf Jahren CEO und Inhaberin der Alpnach Norm-Schrankelemente AG sowie der Alpnach Küchen AG erkoren. «Es ist super, gegen 99 Frauen aus Wirtschaft und Gesellschaft, die zum Teil bekannter und erfolgreicher in ihrem Business oder international tätig sind, zu gewinnen», kommentierte Brigitte Breisacher die Wahl. «Ich bin stolz, dass ich gewonnen habe», sagte sie im Gespräch mit unserer Zeitung. «Ich bin Unternehmerin und trage Verantwortung und Risiko. Und ich bin verpflichtet, meiner Unternehmung treu zu bleiben, und will nicht irgendwann neue Wege gehen.»

Auch Corona hatte die Hand im Spiel

Ursprünglich war die Ehrung in festlichem Rahmen im «The Dolder Grand» in Zürich vorgesehen. Doch Corona machte auch hier einen Strich durch die Rechnung und der Anlass wurde auf einen 45-minütigen digitalen Livetalk in einem Stadthotel – ohne feines Essen und Trinken und auf zehn Anwesende reduziert. Auch ohne Preisgeld, «dafür Ruhm und Ehre mit einem schönen Titel, den ich nun tragen darf», berichtete Brigitte Breisacher aus der Veranstaltung. Im Mittelpunkt der Ehrung für die «Woman of the Year 2020» stand ein 45-minütiges Interview mit der Journalistin Christine Maier. Eine breite Palette von Fragen war zu beantworten: von Frau als Unternehmerin, Prinzipien der Unternehmensführung, Krise oder Erfolg, Verhältnis zu den Mitarbeitenden bis zu «Was macht die Alpnach Norm genau und bekennen Sie sich zum Standort Schweiz?».

Und dann auch Fragen über das Verhältnis zu ihrem Vater Theo Breisacher, der 1966 das Unternehmen gegründet hatte und Tochter Brigitte im 2008 die Firma, in der sie bereits als 19-Jährige eingetreten war, als alleiniger Inhaberin und CEO übergab. «Mein Vater hat mich während 20 Jahren gefördert und gefordert und mir die Werte Anstand, Ehrlichkeit und Respekt vorgelebt», blickt sie zurück. «Vor zwölf Jahren bei der Übergabe», so erwähnte Brigitte Breisacher eine Episode, «sagte Papi zu mir: Du kannst mich jederzeit fragen, wenn du ein Problem hast. Mache dann aber nicht das Gegenteil von dem, was ich dir gesagt habe, sonst musst du mich nicht mehr fragen.» Bei Investitionen würde sie auch heute ihren Vater ins Boot nehmen, «alles andere löse ich selber und er mischt sich nicht ein», sagt die «Woman of the year 2020» aus Alpnach.