Autobahnanschluss Alpnach Süd ist wieder einen Schritt weiter

Nachdem die Plangenehmigungsverfügung rechtskräftig geworden ist, kann die Detailprojektierung starten. Bis 2025 könnte das Projekt fertig sein.

Philipp Unterschütz
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Mit dem Autobahnanschluss Alpnach geht es vorwärts.

Mit dem Autobahnanschluss Alpnach geht es vorwärts.

Archivbild: Obwaldner Zeitung

Mit dem Hauptziel, das Dorfzentrum Alpnach vom Durchgangsverkehr zu entlasten, soll der Autobahnanschluss Alpnach Süd zu einem Vollanschluss ausgebaut werden. Das rund 12 Millionen Franken teure Bauvorhaben mit einer Zufahrt Richtung Luzern und einer Ausfahrt Richtung Sarnen sowie den dazugehörigen Lärmschutzmassnahmen wird vom Bund finanziert und umgesetzt. Im Zusammenhang mit dem Vollanschlussprojekt stehen der Bau eines Kreisels bei der Industriestrasse und flankierende Verkehrsberuhigungsmassnahmen mit einer Tempo-30-Zone im Dorfkern von Alpnach. Diese Projekte wurde im Juni 2018 von den Alpnacher Stimmberechtigten mit überwältigenden 82 Prozent Ja-Stimmen angenommen und auch im Kantonsrat wurde der Kredit im Mai 2018 ohne Gegenstimme genehmigt.

Doch nicht ganz überall kamen die Pläne gut an: Eine Gruppe von Anwohnern wehrte sich auf juristischem Weg und zog den Fall bis vor das Bundesverwaltungsgericht. Die Kritik richtete sich gegen das Bauprojekt an sich. Der nur ungefähr vier Kilometer entfernte Anschluss in Sarnen genüge vollkommen, argumentierten sie unter anderem. Mit dem Projekt sei eine Verkehrszunahme auf der Hofmättelistrasse von über 70 Prozent und entsprechend erheblich mehr Lärm verbunden. Die dagegen vorgesehenen Schutzmassnahmen würden bei weitem nicht ausreichen.

Auflage der kantonalen Massnahmen erfolgt innert Jahresfrist

Das Bundesverwaltungsgericht wies am 19. Mai die Beschwerde gegen den Vollausbau des Anschlusses Alpnach Süd vollumfänglich ab. Wie das Bundesamt für Strassen (Astra) am Freitag mitteilte, wurde dieser Entscheid von den Beschwerdeführern nun nicht mehr weitergezogen, sodass die Plangenehmigungsverfügung rechtskräftig geworden ist. «Damit haben wir faktisch die Baubewilligung für den Bau des Anschlusses Alpnach Süd erhalten», sagt Esther Widmer, Kommunikationsbeauftragte beim Astra auf Anfrage. Aber der weitere Fortgang sei natürlich auch abhängig von den kantonalen Massnahmen.

Dass die Plangenehmigungsverfügung rechtskräftig geworden ist, ist für den Obwaldner Baudirektor Josef Hess eine freudige Nachricht. «Wir sind einen grossen Schritt weiter, damit das schon lange sehnlichst erwartete Vollanschlussprojekt realisiert werden kann.» Der Kanton Obwalden wird nun zusammen mit der Gemeinde Alpnach die Planung für den Kreisel Industriestrasse und die flankierenden Massnahmen auf der Ortsdurchfahrt Alpnach fertig stellen und innert einem Jahr öffentlich auflegen. Die Fertigstellung des Projektes Kreisel brauche noch zwei bis drei Monate bis zur Auflage, die flankierenden Massnahmen etwas länger, so Josef Hess weiter.

Projekt könnte bis 2025 umgesetzt sein

Auch bei diesen Auflagen sind wiederum Einsprachen möglich. «Das Projekt entspricht aber einem grossen Bedürfnis der Bevölkerung und so hoffen wir, dass die Arbeiten nicht durch weitere Einsprachen Verzögerungen erfahren», sagt Josef Hess.

Parallel zum Teil des Kantons wird das Astra nun die Detailprojektierung des Vollanschlusses starten. «Die Ausarbeitung wird rund zwei Jahre dauern», erklärt Esther Widmer. Sobald die beiden kantonalen Teilprojekte rechtskräftig genehmigt sind, kann die Ausschreibung der Bauarbeiten vorgenommen und mit dem Umbau des Anschlusses begonnen werden. «Ziel ist es, dass während des Baus der beiden Projekte möglichst viel Synergien genutzt werden können», so Esther Widmer.

Vorstellbar für die verschiedenen Projekte ist in etwa folgender Zeitplan: Bau des Kreisels Industriestrasse durch Kanton und Gemeinde frühestens im Herbst 2021. Der Bau des Vollanschlusses durch den Bund könnte ab Sommer 2022 erfolgen. Die Bauzeit beträgt etwa 1 Jahr. Etwa 2023/24 wären die flankierenden Massnahmen im Dorfkern von Alpnach an der Reihe.

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