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AXETRIS: Axetris bringt Reich der Mitte gute Luft

China hat ein massives Smogproblem. Dieses will eine Obwaldner Firma mit einem revolutionären Gerät aber lösen.
Rainer Rickenbacher
Ein etwas erschwerter Blick auf die Skyline von Schanghai. (Bild: Keystone)

Ein etwas erschwerter Blick auf die Skyline von Schanghai. (Bild: Keystone)

Kohle ist die wichtigste Energiequelle in der Volksrepublik China. Über tausend Kohlekraftwerke sind in der aufstrebenden, energiehungrigen Wirtschaftsnation in Betrieb – und jeden zweiten Tag geht ein neues ans Netz. Mit üblen Folgen für die Luftqualität: Die Schadstoffbelastung in den Städten liegt bis zu 23-fach über den erlaubten Werten. Die darum geringere Sonneneinstrahlung schadet auch der Ernte.

Die Regierung sucht deshalb händeringend nach Möglichkeiten, der Luftverschmutzung Einhalt zu gebieten, ohne dabei das Wirtschaftswachstum zu bremsen – und hier kommt die Kägiswiler Firma Axetris ins Spiel: Sie hat ein Gerät entwickelt, das mithilft, die giftigen Stickoxide zu reduzieren. Die Chinesen sind von der Kägiswiler Technologie offenbar überzeugt und gaben bei Axetris eine umfangreiche Bestellung für die so genannten «Laser-Gas-Detektoren» auf. «Wir bieten den chinesischen Kunden eine Lösung ihres Problems, die bezahlbar ist», sagt Axetris-Verkaufschef Damian Sidler.

Axetris: Lieferfristen verkürzen

Wie viel ein solches Teil kostet und welche Mengen in das Reich der Mitte geliefert werden, gibt man bei Axetris nicht preis, weil das KMU keine Rückschlüsse der Konkurrenz inner- und ausserhalb des chinesischen Marktes zulassen will. Nur so viel lässt sich Sidler entlocken: «Es handelt sich um eine signifikante Zahl.»

Axetris gehört indes zur Leister-Gruppe, beschäftigt 85 Mitarbeiter in Kägiswil und ein Dutzend weitere Angestellte im Ausland – drei davon in China. 99 Prozent ihrer Produkte sind für den Export bestimmt, die wichtigsten Märkte sind zurzeit Deutschland und Italien. Sidler dazu: «Sämtliche Geräte aus unserer Produktion werden in Kägiswil hergestellt.»

Folgeaufträge in Sichtweite

Dort dürften bald weitere Arbeitsplätze entstehen, denn die Nachfrage entwickelt sich nun mit den China-Deals sprunghaft. Zumal bereits jetzt Folgeaufträge aus Asien in Sicht sind. «Eine der grössten Herausforderungen im Moment ist der schnelle Aufbau unserer Produktionskapazitäten. Die Lieferfristen sind heute zu lange», so der Verkaufsleiter. Die Obwaldner stellen nebst dem Laser-Gas-Detektor auch noch Massenflussgeräte für Gase, Infrarotstrahler als Komponenten für Gassensoren sowie Mikrolinsen für die Telecom-Industrie her.

Chemischer Prozess reduziert Smog

Beim neusten Exportschlager für den chinesischen Markt handelt es sich um einen chemischen Prozess, der die Schadstoffe der Kohlekraftwerke unschädlich macht. Erfunden wurde er vor über 50 Jahren in den USA, dort und in Westeuropa gehört seine Anwendung bei Industriebetrieben mit giftigen Schadstoffen zum Standardprogramm.

Das Kägiswiler Gerät setzt sich in Asien auch darum durch, weil es einfach zu installieren und vergleichsweise günstig ist. Mit ihm wird dem giftigen Stickoxid Ammoniak hinzugefügt. Die beiden Gase verbinden sich dann im Katalysator zu ungiftigem Stickstoff und Wasser. Dieser Prozess findet auch im Automobilbau Anwendung.

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