Bärenknochen in Höhle entdeckt

Eine unscheinbare Höhle in den Sachsler Bergen ist zur Schatztruhe für Forscher geworden. Bärenknochen, seltene Moose - und noch tausend Geheimnisse mehr.

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Wertvolle Funde aus der Höhle: zwei Bärenschädel. (Bild: pd)

Wertvolle Funde aus der Höhle: zwei Bärenschädel. (Bild: pd)

Der Obwaldner Höhlenforscher Martin Trüssel hat in der Wengenhöhle oberhalb Sachseln versteinerte Knochen von Braunbären entdeckt. Lediglich in fünf der bisher 150 erforschten Höhlen in Obwalden stiessen die Forscher auf Bärenknochen. In der Wengenhöhle blieben zwei ganze Schädel erhalten.

«Gefunden haben wir Knochen von zwei erwachsenen Tieren und einem Jungen.» Wie die wissenschaftlichen Untersuchungen ergeben haben, hausten Bären in der Höhle, bevor sich Menschen in Obwalden ansiedelten.

Rätsel gab ein Tierknochenfriedhof wenige Meter hinter dem Höhleneingang auf. «Es hat sich gezeigt, dass hier viele junge Ziegen gestorben sind», sagt Trüssel. «Die Tiere haben bei Unwettern wohl Schutz in der Höhle gesucht und fielen in eine winklige Engstelle, wo sie verhungerten.»

Rund 300 Jahre ist das her - solche Funde liefern den Forscher so wertvolle Hinweise auf die alpwirtschaftliche Nutzung in alter Zeit. In der Höhle gibt es auch Tropfsteine: «Mit ihnen kann die Klimageschichte Obwaldens der letzten 10 000 Jahre mit allen Kalt- und Warmphasen beinahe lückenlos rekonstruiert werden», sagt Trüssel. Zudem habe man eine seltene Moosart entdeckt. Und eine Spinnenart, die bislang in Obwalden als unbekannt galt.

Adrian Venetz

Den ausführlichen Artikel zu diesem Thema finden Sie in der «Zentralschweiz am Sonntag» vom 26. Dezember 2010.