Bahnstrecke über Brünig vier Tage unterbrochen

Die Brünig-Bahnstrecke ist nach starken Regenfällen und Erdrutschen zwischen Giswil und Kaiserstuhl mehrere Tage unterbrochen. Die Schäden gehen in die Millionen.

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Gegen 20.30 Uhr regnete es über dem Kanton Obwalden sehr stark. (Bild: Meteoschweiz.ch)

Gegen 20.30 Uhr regnete es über dem Kanton Obwalden sehr stark. (Bild: Meteoschweiz.ch)

Ein heftiges Gewitter hat am Donnerstagabend Strasse und Bahnlinie am Brünig unterbrochen. Mehrere Erdrutsche haben die Geleise der Zentralbahn zwischen Giswil und Kaiserstuhl im Bereich des «Marchgrabens» verschüttet. Das Trassee der Zentralbahn sei auf einer Länge von 50 Metern mit rund 300 Kubikmeter Geröll verschüttet, schreibt die Zentralbahn und auf einer Länge von 150 Metern unterspült. Auch zwischen Kaiserstuhl und Lungern beim «Schiessgraben» wurden Gleis und Trassee stark in Mitleidenschaft gezogen.

Schäden über 2 Millionen Franken

Da beide Stellen mit Warnsystemen überwacht werden, konnten die nötigen Massnahmen sofort eingeleitet werden. Laut Zentralbahn bleibt die Bahnstrecke bleibt während 4-5 Tage unterbrochen. Das Gebiet sei schwer zugänglich und das Trassee stark unterspült. Zwischen Giswil und Meiringen verkehren ab Freitagmorgen Bahnersatz-Busse. Reisende von Luzern nach Interlaken Ost und umgekehrt werden gebeten über Bern zu reisen. Gemäss ersten Schätzungen beträgt die Schadenssumme an den Geleisen rund 2-3 Millionen Franken.

Kantonsstrasse 90 Minuten unterbrochen

Nach Angaben der Kantonspolizei Obwalden war auch die Strasse zwischen Giswil und Lungern während 90 Minuten unterbrochen, weil Murgänge die Strasse verschütteten. Gegen 21.50 Uhr konnte die Strasse wieder freigegeben werden. Ebenfalls gesperrt wegen Sturmschäden war die Panoramastrasse zwischen Giswil und Sörenberg.

In den Gemeinden Kaiserstuhl, Giswil und Oberwilen haben die sehr starken Regenfälle, verbunden mit Sturmböen, zahlreiche Keller überflutet. Die Feuerwehren von Lungern, Giswil und Sarnen standen mit einem Grossaufgebot im Einsatz.

Martin Röthlisberger, Leiter Infrastruktur der Zentralbahn, macht sich vor Ort ein Bild über das Ausmass der Zerstörungen. (Bild: Robert Hess/Neue OZ)
19 Bilder
Arbeiten am Trassee der Zentralbahn. (Bild: PD / Zentralbahn / Peter Bircher)
Auch die Strasse zwischen Kaiserstuhl und Lungern wurde in Mitleidenschaft gezogen. (Bild: Robert Hess/Neue OZ)
Dieser Bagger wird bald zum Einsatz kommen. (Bild: Robert Hess/Neue OZ)
Über 300 Kubikmeter Geröll haben die Geleise beschädigt. (Bild: Robert Hess/Neue OZ)
Die Zufahrt ins Gebiet ist nur schwer zugänglich ist. (Bild: Robert Hess/Neue OZ)
Zentralbahn-Mediensprecher Peter Bircher (rechts) und Martin Röthlisberger begutachten die Schäden am Trassee. (Bild: Robert Hess/Neue OZ)
Gespenstisch »beleuchtete« Sturmfahrt auf dem Vierwaldstättersee entlang des Bürgenstocks mit dem Hammetschwandlift. (Bild: Kurt Bieri)
20.45 Uhr: Der Sturm zieht auf. (Bild: Kurt Bieri)
Bilder aufgenommen von Bord des MS Waldstätter auf «Sonnenuntergangsfahrt.» (Bild: Kurt Bieri)
20.50 Uhr: Es blitzt heftig. (Bild: Kurt Bieri)
Himmel über Beckenried um 20.22 Uhr. (Bild: Kurt Bieri)
Der Sturm ist vorbei. (Bild: Kurt Bieri)
Donnerstagabend, Kleinteil Giswil um 19.57 Uhr (Bild: Ruth Kiser)
Schwarz war es am Donnerstagabend auch über Luzern (Bild: Evi Schmid)
Donnerstagabend, Kleinteil Giswil um 19.57 Uhr (Bild: Ruth Kiser)
Heftiges Gewitter über Buochs am Donnerstagabend. (Bild: Kevin Indelicato)
Gewitter am Donnerstagabend im Ägerital. (Bild: Christian Betschart)
Gegen 20.30 Uhr regnete es über dem Kanton Obwalden sehr stark. (Bild: Meteoschweiz.ch)

Martin Röthlisberger, Leiter Infrastruktur der Zentralbahn, macht sich vor Ort ein Bild über das Ausmass der Zerstörungen. (Bild: Robert Hess/Neue OZ)

Viel Regen in kurzer Zeit

In der Zentralschweiz wurden heftige Windböen registriert, die stärkste von 111 km/h auf dem Luzerner Hausberg Pilatus, wie SF Meteo mitteilt. In Luzern selbst wurden Windstösse von bis zu 102 km/h gemessen. Im Einsatz stand auch die Feuerwehr der Stadt Luzern, weil umgestürzte Bäume mehrere Quartierstrassen blockierten. Im Kanton Obwalden fielen innert weniger Minuten 20 Millimeter Regen; insgesamt kamen 28 Millimeter zusammen.

rem

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Richtig dunkel war es kurz vor 20 Uhr in Kleinteil, Gemeinde Giswil. (Bild: Leserin Ruth Kiser)

Richtig dunkel war es kurz vor 20 Uhr in Kleinteil, Gemeinde Giswil. (Bild: Leserin Ruth Kiser)