Bald Abpfiff? Dem FC Sarnen droht das Aus

Der FC Sarnen befindet sich in einer veritablen Krise. Gar die Vereinsauflösung ist möglich.

Primus Camenzind
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Der Restvorstand des FC Sarnen, von links oben, im Uhrzeigersinn: Alexander Burch, Camillo Omlin, Marilla Stölzel und Nathalie Giger.

Der Restvorstand des FC Sarnen, von links oben, im Uhrzeigersinn: Alexander Burch, Camillo Omlin, Marilla Stölzel und Nathalie Giger.

Dass eine Versammlung des FC Sarnen von rund 180 Personen besucht wird, ist ein Novum. Eine Mehrheit des 400 Mitglieder zählenden Vereins (davon 180 Junioren) weiss um den desolaten Zustand des «FC» und folgte der Einladung zur «obligatorischen» Informationsveranstaltung vom vergangenen Mittwoch im Hotel Metzgern in Sarnen.

Die Fakten: Der Vereinsvorstand besteht seit längerer Zeit aus lediglich fünf Mitgliedern. Die Statuten schreiben ein Minimum von sieben vor. Folgende Ressorts sind seit Monaten unbesetzt oder sie werden nur interimistisch betreut: Präsidium, PR/Sponsoring, Nachwuchs, Administration, Infrastruktur, Eventkoordinator. Auch an Funktionären fehlt es: Sportkoordinator, Juniorentrainer, Redaktor Vereinsheft, Platzwart. Insgesamt sind das elf Vakanzen.

Ein flammender Appell

Nathalie Giger, Vizepräsidentin und derzeit Chefin des FC Sarnen, richtete zum Beginn der Veranstaltung einen flammenden Aufruf an alle Anwesenden. Sie definierte Sinn und Zweck eines Vereins, bat um mehr Engagement und Herzblut für den FC Sarnen – «jeder nach seinen Möglichkeiten», präzisierte sie. «Wir im Vorstand sind unterbesetzt und teilweise kaum noch handlungsfähig. Uns fehlen die Ressourcen und in der Folge auch die notwendigen Einnahmen», gab Giger zu bedenken.

«Die Spirale zeigt nach unten, jetzt können wir noch etwas ändern», bekräftigte die Vizepräsidentin. Und Änderungen müssten auf Beschluss des Restvorstandes bis Ende Januar 2020 auf dem Tisch liegen. Nathalie Giger weiter: «Wir spielen euch hier und jetzt den Ball weiter, bringt ihn wieder ins Rollen. Wenn das nicht gelingt, endet der FC Sarnen in einem Crash. Wir wollen heute Abend keine Diskussion, sondern die Bereitschaft spüren, dass ihr etwas ändern wollt.» Die vier anwesenden Vorstandsmitglieder rechneten in ihrer Versammlungsstrategie damit, dass die angemahnte Bereitschaft unmittelbar gezeigt würde. Sie warteten während rund zehn Minuten jedoch vergebens auf Wortmeldungen aus dem Saal. In der Folge besann sich der Vorstand eines Besseren und es gelang ihm, eine Diskussion in Gang zu setzen.

Administrator Camillo Omlin gab auf Wunsch das alternative Szenario zur unmittelbaren Vereinsauflösung bekannt: Es müsste umgehend eine ausserordentliche Generalversammlung, hauptsächlich zur Beschaffung von beträchtlichen finanziellen Mitteln, anberaumt werden. «Schliesslich kostet die unumgängliche Auslagerung von Führungsarbeit an Dritte ausserhalb des Vereins eine Menge», betonte Omlin. «Ohne weiteres Geld müsste der FC Sarnen aufgelöst werden, obwohl wir zurzeit finanziell noch recht gesund sind.»

Zuversicht, dass etwas geschieht

Die Diskussion schaffte immerhin Klarheit über die Notlage und Bedürfnisse des Vereins. Zwei Lichtblicke: Das defizitäre Seerestaurant Eleven im Sportgebäude würde ab nächste Saison nicht mehr die Vereinskasse belasten, sondern von der Supportervereinigung des Clubs bewirtschaftet. Ausserdem erkundigten sich einige Anwesende am Vorstandstisch über die schriftlich vorliegenden Stellenbeschriebe für vakante Ressorts. «Mein Gefühl gibt mir Zuversicht, dass sich in den nächsten zwei Monaten etwas Positives bewegt», erklärte Nathalie Giger unserer Zeitung zum Ende der 90-minütigen Veranstaltung.