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Balkonkonzerte von Obwaldner Schülern: Ein spezieller Dank zum Muttertag

Die Musikschulen Obwalden haben zum Muttertag Balkonkonzerte im ganzen Kanton organisiert. Auch weil dieses Jahr besonderer Dank für die Unterstützung beim Homeschooling gefragt sei.

Kurt Liembd
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Alexandra Egli (10) erfreut die Zuhörer mit einem Violinsolo.

Alexandra Egli (10) erfreut die Zuhörer mit einem Violinsolo.

Bilder: Kurt Liembd (Alpnach, 10. Mai 2020)

Wenn es um kreative Ideen geht, sind die Musikschulen in Obwalden nicht verlegen. Das bewiesen sie am Sonntag mit der Aktion «Balkonkonzerte zum Muttertag». Die Idee dazu stammt von der Alpnacher Musikschulleiterin Stefanie Dillier. Sie sagt: «Nach mehreren Wochen ohne Präsenzunterricht kam uns der Muttertag wie gerufen, so dass die Kinder einen Auftritt vor Publikum halten konnten». Damit verbunden sei auch ein Dank an alle Mütter, aber auch an die Väter, von denen einige ihre Kinder beim Homeschooling unterstützten.

Deshalb erklangen dann am Sonntagmorgen in allen Gemeinden des Sarneraatals wunderbare Klänge von Balkonen und in Gärten. Kurzfristig wurden vielerorts Flugblätter in die Briefkästen verteilt und auch in den Sozialen Medien wurde Werbung gemacht. Stefanie Dillier verspricht sich davon auch einen längerfristigen Effekt und sagt im Namen aller Musikschulleiter: «Ich hoffe, dass die Hausmusik auch künftig vermehrt gepflegt wird.»

Als Dank für den Einsatz im Homeschooling

An Motivation fehlte es jedenfalls nicht, wie unser Besuch bei der Familie Egli in Alpnach zeigt. Leicht erhöht mit Blick auf das Dorf und den Alpnachersee herrscht im Quartier Schoried morgendliche Stille. Schon eine Stunde vor Beginn sind drei Kinder am Einspielen und Üben. Es sind Alexandra Egli (10), die Geige und Klavier spielt, sowie ihre Schwester Lidia Egli (8) und das Nachbarskind Mila Althaus (7), die beide Xylofon lernen. «Ich bin schon ein bisschen nervös», sagt Alexandra Egli. 

Aufmerksam verfolgt und geniesst das Publikum die musikalischen Vorträge.

Aufmerksam verfolgt und geniesst das Publikum die musikalischen Vorträge.

Dann geht es los. Etwa 20 Personen aus der Nachbarschaft – natürlich alle in gebührendem Abstand – finden sich ein, um den jungen Talenten die Ehre zu erweisen. Das Matinee-Konzert beginnt gleich mit dem Höhepunkt, als Alexandra auf der Violine die bekannten Humoreske Nr. 7 von Antonin Dvorak interpretiert. Der Applaus und die Freude des Publikums, das sehr aufmerksam zuhörte, waren ihr sicher. Es folgten weitere kleine Stücke für Violine, Xylofon und Klavier, einzeln oder im Duett, teilweise gar vierhändig auf dem Klavier.

Beitrag von Tele 1

Zum Schluss zeigten die drei Mädchen noch ihr Gesangstalent, stiegen vom Balkon auf die Wiese herunter und traten zu dritt a capella auf. Die Mütter hat es wahrlich gefreut, wurden sie doch in den letzten Wochen arg gefordert. Aber auch die anwesenden Väter erlebten das Konzert als freudige Überraschung. Die drei Kinder erhielten zum Schluss von den Nachbarn eine Rose.

Instrumentenparcours findet virtuell statt

Damit beweist die Musikschule Alpnach, wie andere Musikschulen im Kanton auch, ihr Flair für Innovation. Schon ein Blick auf die Webseite der Musikschule zeigt, wie die gestrichenen Vortragsübungen und Instrumentenparcours auf intelligente Weise kompensiert werden können. So stellen die Musiklehrer ihre Instrumente in kurzen und originellen Videos selbst vor. Ganz viele Instrumente können die Kinder und Interessierte auch im Video «Die Sendung mit der Maus» entdecken. So können sich die Kinder ein Bild der verschiedenen Musikinstrumente machen, auch wenn der physische Instrumentenparcours aus bekannten Gründen abgesagt werden musste.