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Ballons schweben zum Spatenstich des «Schmetterlings» in Sarnen himmelwärts

Ab jetzt wird die Residenz «Am Schärme» in Sarnen ausgebaut. Kinder spielten beim Spatenstich des «Schmetterlings» eine tragende Rolle.

Romano Cuonz
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Ab in die Luft damit: Kinder lassen in Sarnen Ballons steigen. Bild: Romano Cuonz (Sarnen, 26. November 2019)

Ab in die Luft damit: Kinder lassen in Sarnen Ballons steigen. Bild: Romano Cuonz (Sarnen, 26. November 2019)

Ein unglaublich schönes und farbiges Bild: Aus allen Richtungen marschieren am Dienstag Kinder mit Trinkeln oder leuchtend gelben Luftballons auf die Sarner Residenz «Am Schärme» zu. Dort empfängt sie die etwas ältere Generation mit herzlichem Applaus: zu einem – wie Direktor Roman Wüst betont – ganz besonderen und historischen Tag. Einem Tag, auf den Sarnen jahrelang gewartet habe. Die künftige Generation – Sarnens Kinder eben – sind dazu auserkoren worden, für den Erweiterungsbau «Schmetterling» den Spatenstich vorzunehmen.

Nun: Mit Spaten oder Pickel sollen Kinder ja nicht hantieren. Viel mehr erhalten sie – neben einem gelben Ballon mit blauem Schmetterling drauf – auch noch ein kleines Schäufelchen. Und damit dürfen sie nun auf dem werdenden Bauplatz alle miteinander nach Goldnuggets graben. Das machen sie so gründlich, dass jeder Baggerführer vor Neid erblassen würde. Und die Kids werden auch fündig, erhalten gar alle noch einen goldenen Taler aus Schokolade. Der Höhepunkt für die Kinder – aber auch für die vielen Seniorinnen und Senioren, die teils auf dem Platz, teils an den Fenstern stehen – kommt zum Schluss. Roman Wüst zählt laut auf Drei und gibt damit das Zeichen zum Loslassen von Hunderten Schmetterlingballons. Wahrlich: Am Himmel über der Residenz kündet sich Grosses an.

Den Spatenstich zum Erweiterungsbau der Residenz «Am Schärme» in Sarnen nehmen Kindergärtler vor, als als Goldgräber in der Baugrube. Bild: Romano Cuonz (Sarnen, 26.11.2019)
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Die drei sind in der Baugrube fündig geworden: Ihr «Gold» werden sie wohl noch lange aufbewahren. Bild: Romano Cuonz (Sarnen, 26.11.2019)
Gemeindepräsident Jürg Berlinger (roter Schirm) wendet sich vor dem Spatenstich an Jung und Alt. Auch Direktor Roman Wüst (3.v.r.) und Stiftungsratspräsident Hanspeter Kiser (rechts) lauschen seinen Worten. Bild: Romano Cuonz (Sarnen, 26.11.2019)
Direktor Roman Wüst (links) und Alphornbläser begrüssen die Teilnehmer zum Spatenstich des «Schmetterlings» - so heisst der Erweiterungsbau. Bild: Romano Cuonz (Sarnen, 26.11.2019)
Wie alle anderen rund 100 Teilnehmer erhalten auch Gemeindepräsident Jürg Berlinger (links) und Stiftungsratspräsident Hanspeter Kiser leuchtende Ballons. Bild: Romano Cuonz (Sarnen, 26.11.2019)
Zum Zeichen des Baubeginns steigen vor der Residenz «am Schärmä» Dutzende Ballone mit Schmetterlingen in den Himmel. Bild: Romano Cuonz (Sarnen, 26.11.2019)

Den Spatenstich zum Erweiterungsbau der Residenz «Am Schärme» in Sarnen nehmen Kindergärtler vor, als als Goldgräber in der Baugrube. Bild: Romano Cuonz (Sarnen, 26.11.2019)

Zukunftsweisende Strategie

Die vielen Kinder hören auch artig zu, wie die Grossen in ihren Reden viele Fakten und Zahlen zum imposanten Bauvorhaben preisgeben. Gemeindepräsident Jürg Berlinger lobt: «Die Stiftung hat die Veränderungen punkto Altersstruktur der Schweizer Bevölkerung frühzeitig erkannt und eine zukunftsweisende Strategie entworfen.» Dann öffnet er einen roten Sarner Schirm und verkündet: «Damit möchte ich symbolisch darstellen, dass ein neues Dach ‹Am Schärme› allen zukünftigen Bewohnerinnen und Bewohnern Geborgenheit und Wohnlichkeit geben und den Mitarbeitenden schöne, attraktive Arbeitsplätze bieten soll.»

Die Geschichte und die Zukunft des 45-Millionen-Franken-Bauvorhabens umreisst Hanspeter Kiser als Stiftungsratspräsident. 2009 seien erste Ideen für die Erweiterung lanciert und bereits ein Jahr darauf ein Baurechtsvertrag mit der Sarner Korporation Freiteil abgeschlossen worden. Nach einem Architekturwettbewerb habe sich die Jury 2012 einstimmig für das Projekt «Schmetterling» der Luzerner Architekten «Konstrukt» entschieden. «Ein Meilenstein war für uns die Baubewilligung durch den Gemeinderat am 11. Mai in diesem Jahr», ruft Kiser in Erinnerung. Der Neubau «Schmetterling» werde 102 Pflegezimmer, 17 Wohnungen, grosszügige Aufenthaltsräume, eine Aula und im Erdgeschoss Büros und Therapieräume umfassen. «Damit wird in Obwalden das Angebot für leichte bis schwere Pflegefälle stark verbessert», verspricht der Stiftungsratspräsident.

Das neue Gebäude soll ab März 2022 bezugsbereit sein. Doch ein Ende der Bautätigkeit ist für Nachbarn und auch Bewohner der Residenz, die Kiser während der Bauzeit um Geduld und Nachsicht bittet, auch dann noch nicht in Sicht. Ab Frühling 2022 werden nochmals rund 20 Millionen Franken für den Umbau der bestehenden Gebäude ausgegeben. Hanspeter Kisers Ankündigung: «Bis Ende 2023 aber dürfte dann die Residenz ‹Am Schärme› in Sarnen für die Bedürfnisse künftiger Generationen gewappnet und die Bedürfnisse nächster Generationen berücksichtigt sein.» Diese nächste – und wohl auch überübernächste – Generation aber scheint sich um all dies noch nicht zu kümmern. Sie sind während der Reden vor allem mit ihren Ballons beschäftigt.