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Kernserin hilft mit Stiftung zu Hause und in der Dritten Welt

Bea Zai bringt den Teil-Erlös ihres Wohnsitzes in eine Stiftung für Entwicklungshilfe und Kulturförderung ein.
Markus von Rotz
Der Stiftungsrat (von links): Chiara Larentis, Karl Kiser (Präsident), Bea Zai (Stifterin) und Andreas Bucher. Bild: PD

Der Stiftungsrat (von links): Chiara Larentis, Karl Kiser (Präsident), Bea Zai (Stifterin) und Andreas Bucher. Bild: PD

Sie war lange Jahre als freie Mitarbeiterin für unsere Zeitung unterwegs, man kennt sie auch als ehemalige Sekretärin der Schule Kerns. Ihr Werdegang ist allerdings noch einiges interessanter, als viele annehmen würden. Sie entstammt einer italienischen Landadels-Familie. Doch davon später.

Nun hat Bea Zai (78) die Stiftung Beatrice-Caterina Zai «zur Bekämpfung von Armut in Entwicklungsländern und zur Förderung der Obwaldner Lokalkultur» gegründet. Dazu hat sie sich den früheren Kanti-Biolehrer Karl Kiser als Präsidenten geholt und sitzt selber im vierköpfigen Stiftungsrat. Die Folgen eines Zeckenbisses (Borreliose) vor vielen Jahren zwangen sie, ihre Arbeit für Dritte aufzugeben und setzten ihr gesundheitlich stark zu. Gleichwohl will sie bewusst anderen helfen. Aus einem Teil des Erlöses aus dem Verkauf ihres herrschaftlichen Wohnsitzes hat sie diese Stiftung mit 1,5 Millionen Franken Kapital gegründet.

In Asien, Afrika sowie in Obwalden

Die Organisation will lokale, nationale und internationale Projekte zur Bekämpfung von Armut insbesondere durch Verbesserung der Bildung und Massnahmen zur besseren medizinischen Versorgung und des Umweltschutzes fördern. Besondere Beachtung will die Stifterin der Förderung von Mädchen und Frauen schenken. Dies alles soll primär in der Dritten Welt passieren, doch sie will weiterhin auch im Kanton Obwalden Natur- und Umweltprojekte, lokaltypische Anlässe oder kulturelle Objekte unterstützen. Bea Zai hat in vergangenen Jahren immer wieder privat kulturelles Schaffen im Kleinen unterstützt. Das will die Stiftung in ihrem Sinn weiterführen. Doch auch Gesuche für Neues hätten Platz, sagt Karl Kiser. «Ausgeschlossen sind Privatpersonen und staatliche Projekte», schränkt er ein.

Bereits erste Projekte unterstützt

Seit der Gründung und dem öffentlichen Eintrag ins Handelsregister seien bereits gegen 40 Gesuche eingegangen, sagt Kiser. Sie hätten auch schon in einzelnen Fällen Unterstützung bewilligt oder zugesichert, etwa für eine Schule in Nordindien, ein Spital in Bang­ladesch oder die Flüchtlingsintegration in Kambodscha. Weitere Gesuche stammen aus Pakistan oder den Philippinen sowie aus Afrika. Das Schwergewicht der Hilfe soll nach dem Willen von Bea Zai auch eher in den Entwicklungsländern als in Obwalden liegen. «Vor allem die Verbesserung der Situation armer Mädchen ist ihr ein Anliegen.» Auf jeden Fall sollen die geförderten Projekte nachhaltig sein und «eine grundsätzliche und langdauernde Verbesserung der Situation der Begünstigten in eigenständiger Verantwortung» ermöglichen.

Laut Kiser will die Stiftung so weit möglich aus dem Ertrag ihres Kapitals und mit allfälligen Zuwendungen Hilfe leisten, sie dürfe aber auch das Kapital anzapfen. Dem früheren Finanz- und Immobilienverwalter Andreas Bucher obliege es, für die nötige Liquidität und gleichzeitig gute Anlagen des Kapitals zu sorgen. Bucher war 40 Jahre lang für die Finanzen der Gemeinde Kerns verantwortlich.

Aus einer Familie des italienischen Landadels

Bea Zai ist eine Nachkommin von Pietro Zai (1855 bis 1936), einem Politiker und Industriellen aus dem venezianischen Landadel. Dieser modernisierte als Einwanderer Spinnereien im Thurgau und baute die ersten Wasserkraftwerke und Elektrifizierungen diverser Firmen. Nach dem Tod seiner Frau zog er nach Kerns, wo er unter anderem das Elektrizitätswerk initiierte und auch politisch tätig war. Seinen Sohn Mario kannte man in Luzern als Garagisten. Tochter Bea bereiste in jungen Jahren die Welt und betreute schon mit 18 Jahren Kinder einer reichen Familie in Mexiko, wie es auf der Website ihrer Stiftung heisst. In Luzern leitete sie später die Fotogeschäfte Weber, bevor sie auf dem Schulsekretariat in Kerns arbeitete und jahrelang unter anderem für unsere Zeitung schrieb.

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