Bei kniffligen Aufgaben läuft der Obwaldner Amos von Wyl zur Höchstform auf

Amos von Wyl (14) löste alle 15 Aufgaben an einem internationalen Informatik-Wettbewerb fehlerfrei. Er ist nicht der einzige Obwaldner Kantonsschüler, der brillierte.

Matthias Piazza
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Amos von Wyl hat den Informatik-Biber fehlerfrei gelöst. (Bild: PD)

Amos von Wyl hat den Informatik-Biber fehlerfrei gelöst. (Bild: PD)

Der stärkste Biber springt heute ganze 129 Mal. Er startet auf Feld 0. Auf welchem Felsen ist er am Ende gelandet? Ein anderes Beispiel: Johannes möchte auf dem Weg zum Zoo. Er weiss, dass er nur einmal die Linie wechseln muss. Bei welcher Station startet seine Linie? 15 solcher und ähnlicher kniffliger Aufgaben lösten im vergangenen November rund 21 000 Schüler in der Schweiz.

Amos von Wyl bewältigte den 40-minütigen Online-Wettbewerb namens Informatik-Biber, der in der Schweiz vom Schweizerischen Verein für Informatik in der Ausbildung (SVIA) seit 2010 durchgeführt wird, bravourös. Der 14-jährige Kägiswiler, der in Sarnen die zweite Kanti besucht, ist einer von acht Schweizer Schülern, die in der Kategorie 7. und 8. Schuljahr mit rund 6000 Schweizer Teilnehmern sämtliche Aufgaben des Wettbewerbs fehlerfrei gelöst haben.

«Ich habe mich sehr über den ersten Platz gefreut und war schon ein bisschen überrascht, dass ich sämtliche Aufgaben fehlerfrei lösen konnte», blickt Amos von Wyl auf den Wettbewerb vom vergangenen November zurück. Die Aufgaben vom Informatik-Biber habe er eher leicht gefunden, zumindest weniger schwierig als ein mathematischer Multiple-Choice-Wettbewerb namens Känguru, an dem er auch schon teilgenommen habe.

Sein Vorgehen sei dasselbe gewesen: «Ich habe einfach eine Aufgabe nach der anderen gelöst, einige Aufgaben fielen mir leichter, bei anderen musste ich etwas länger überlegen.» Bei der eingangs erwähnten Aufgabe mit dem Biber habe er sich am meisten die Zähne ausgebissen. «Ich habe zwei Wege gewählt: einmal mit Durchzählen und einmal mit Ausrechnen. Als ich zwei unterschiedliche Resultate erhielt, entschied ich mich auf gut Glück für eine Lösung – es war die richtige.» Als er den Test abschloss, habe er seine Leistung noch nicht so richtig einschätzen können, «aber ein gutes Gefühl hatte ich schon».

Er hätte auch freiwillig daran teilgenommen

Im Rahmen des Informatik-Unterrichts war der Wettbewerb für die ganze Klasse obligatorisch. Aber er hätte auch freiwillig daran teilgenommen. «Solche Logikaufgaben mit Beispielen aus dem Alltag zu lösen, machen mir einfach Spass», meint der Kägiswiler. Viel wichtiger als der Preis, ein programmierbarer Computer, über den er sich natürlich auch gefreut habe, sei für ihn der Nutzen dieses Wettbewerbs. «Ich weiss so, wo ich mit meinem Wissen im Vergleich mit Gleichaltrigen stehe, das finde ich sehr hilfreich.» Normale Tests an der Schule habe er nicht so gerne.

Schon in der Primarschule sei er in Mathematik immer gut gewesen. Das sei auch heute noch so. «Die Mathi-Hausaufgaben habe ich meistens schon in der Schule gelöst.» Auch die Fasnachtsferien kann er geniessen. Das Problem des Aufschiebens kenne er bei den zwei Mathedossiers, die er während der Schulferien bearbeiten müsse, nicht. Am Ende der ersten Ferienwoche habe er schon alles erledigt gehabt.

Neben Amos von Wyl wurden zwei weitere Schüler der Kantonsschule Obwalden ausgezeichnet: Ismail Mavric belegte den 9., Jonas Filliger den 17. Rang.

Informatik-Biber Schweiz: www.informatik-biber.ch