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Obwaldner und Berner Skigebiete prüfen Zusammenschluss

Eine Machbarkeitsstudie soll bis im Jahr 2021 Aufschluss darüber geben, ob die Gebiete Engelberg-Titlis, Melchsee-Frutt und Meiringen-Hasliberg zusammengeschlossen werden könnten. Dies trotz wenig ermutigender Resultate einer Masterarbeit.
Franziska Herger
Eine Studie soll prüfen, ob das Skigebiet Melchsee-Frutt im Kanton Obwalden mit den Gebieten Engelberg-Titlis und Meiringen-Hasliberg zusammengeschlossen werden kann. (Bild: Keystone/Urs Flüeler (Melchsee-Frutt, 14. September 2018))

Eine Studie soll prüfen, ob das Skigebiet Melchsee-Frutt im Kanton Obwalden mit den Gebieten Engelberg-Titlis und Meiringen-Hasliberg zusammengeschlossen werden kann. (Bild: Keystone/Urs Flüeler (Melchsee-Frutt, 14. September 2018))

Ist eine Verbindung der drei Skigebiete Engelberg-Titlis, Melchsee-Frutt und Meiringen-Hasliberg machbar? Eine neue Studie, mit deren Erarbeitung die Regierung das Volkswirtschaftsdepartement beauftragt hat, soll eine abschliessende Beurteilung erlauben. Es ist das nächste Kapitel in der langjährigen Diskussion um einen Zusammenschluss der drei Gebiete.

Eine Masterarbeit, mit welcher 2016 die Hochschule Luzern Wirtschaft beauftragt worden war, zeichnet ein nicht eben positives Bild der Lage (siehe Kasten). Zusammenfassend kommen die Autoren zum Schluss, dass derzeit kein genügender Konsens für einen möglichen Zusammenschluss auszumachen ist. Daher empfehlen sie weitere Abklärungen zur nachhaltigen Entwicklung der drei Tourismusgebiete unter Einbezug aller relevanten Interessengruppen.

Studie kostet 300 000 Franken

Dem soll nun Folge geleistet werden: Die drei betroffenen Bergbahnunternehmen Engelberg-Titlis AG, Sportbahnen Melchsee-Frutt und Bergbahnen Meiringen-Hasliberg AG befürworten die Machbarkeitsstudie im Rahmen der Neuen Regionalpolitik (NRP) und haben sich bereit erklärt, die Studie mit 100 000 Franken und Eigenleistungen zu unterstützen. Der Bundesbeitrag im Rahmen der NRP soll ebenfalls 100 000 Franken betragen, der Kanton Bern beteiligt sich mit 30 000, der Kanton Nidwalden mit 10 000 Franken und Obwalden wird maximal 60 000 Franken beisteuern. Die Studie soll bis spätestens 2021 vorliegen.

Bereits 2003 wurde ein Zusammenschluss der drei Skigebiete unter dem Titel «Schneeparadies» erstmals geplant, mit 51 Anlagen und über 200 Kilometern Pisten. Gegen das Projekt kamen 2004 rund 10 000 Unterschriften zusammen. Als sich auch das Bundesamt für Umwelt dagegen stellte, wurde es sistiert. 2008 wurde ein redimensioniertes Projekt vorgestellt. Nach Vorprüfung diverser Bundesämter gab es eine erneute Überarbeitung, die 2010 eingereicht wurde. Das Projekt war, insbesondere in Umweltschutzkreisen, stets umstritten. Noch im Mai fragte die SP im Kantonsrat, ob angesichts der Vorbehalte in der Bevölkerung nicht andere Prioritäten gesetzt werden müssten.

Niklaus Bleiker wird Projektleiter

Vom «Schneeparadies» war am Freitag auf Melchsee-Frutt nichts mehr zu hören. «Erlebnisregion» wird das Projekt in der neuen Studie heissen. «Es geht nicht nur um Skitourismus, sondern auch um die Sommer- und Zwischensaison», betonte der Obwaldner Volkswirtschaftsdirektor Daniel Wyler vor den Medien. Dort finde sich grosses Potenzial, fügte Markus Ettlin (Sportbahnen Melchsee-Frutt) in seiner Stellungnahme für alle Bergbahnen an. Dagegen wachse der Wintertourismus «wenn überhaupt, bescheiden».

Projektleiter wird alt Regierungsrat Niklaus Bleiker, der das Thema kennt. Er und Amtsnachfolger Wyler betonten, es handle sich bei der Studie nicht um die Vorbereitung eines Zusammenschlusses. «Es ist eine ergebnisoffene Prüfung. Was mit den Ergebnissen nachher passiert, ist der Politik und den Bergbahnen überlassen», sagte Bleiker. Es bestehe auch die Möglichkeit, dass keine Verbindung der Gebiete stattfinde oder sich nur zwei zusammenschliessen könnten, fügte Wyler an. Die Ergebnisse der Masterarbeit relativierte er: «Viele wesentliche Aspekte wie etwa die Meinung der Bevölkerung wurden dabei ausser Acht gelassen.» Zudem habe sie sich nur auf den Wintertourismus fokussiert, so Bleiker.

Eine Kommission unter der Leitung des ehemaligen Obwaldner Oberförsters Peter Lienert soll nun Fragen zur gesellschaftlichen, ökologischen und technischen Machbarkeit beantworten und dabei etwa die Erwartungen von Einwohnern, Gästen und Politik sowie die Auswirkungen auf Fauna und Flora sowie die Verkehrsführung ausloten. Eine weitere Kommission unter Leitung von Philipp Lütolf, Professor an der Hochschule Luzern, und mit den Finanz- und Marketingleitern der drei Bergbahnen widmet sich den Themen Wirtschaft, Markt und Produkt. Sie wird etwa eruieren, wie sich die Erlebnisregion von anderen Tourismusgebieten abheben soll, und wie ein Zusammenschluss zu finanzieren wäre.

Das primäre Ziel der Bergbahnen sei es, mehr Wochengäste anzuziehen, sagte Markus Ettlin. «Eine Zusammenarbeit hilft, Kosten zu sparen und gleichzeitig mehr Einnahmen zu generieren.»

Gegner: Schaden an Umwelt zu gross

Die Masterarbeit der Hochschule Luzern Wirtschaft basiert auf 26 anonymen Interviews mit Mitgliedern relevanter Interessengruppen. Sie ergibt, dass die Befürworter den Zusammenschluss als Chance sehen, langfristig konkurrenzfähig zu bleiben, während Gegner die hohen Investitionen im Verhältnis zum Schaden an der Umwelt durch die notwendigen technischen Infrastrukturen als negativ beurteilen. Auch sei der Mehrverkehr nicht zumutbar. Weiter schreiben die Autoren, dass sich grundsätzlich nur die Titlis-Bahnen ein solches Vorhaben leisten könnten. Weiter wirke sich die voranschreitende Klimaerwärmung negativ auf die Schneesicherheit aus. Dies bedinge Beschneiungsanlagen, die vor allem Umweltverbänden ein Dorn im Auge seien.

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