BERN/OBWALDEN: Bald Tempo 80 auf A8-Abschnitt

Nach mehreren schweren Unfällen auf der A8 will der Bund Sicherheitsmassnahmen rascher umsetzen als geplant. Noch 2014 sollen zwischen Alpnachstad und Sarnen Süd ein Überholverbot und provisorische Leitplanken installiert werden.

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Ist bald nicht mehr möglich: Überholen auf der A 8 bei Alpnach. (Bild Markus von Rotz)

Ist bald nicht mehr möglich: Überholen auf der A 8 bei Alpnach. (Bild Markus von Rotz)

Bis die provisorische Richtungstrennung umgesetzt ist, soll auf dem Streckenabschnitt vorübergehend das Tempo von heute 100 auf 80 gesenkt werden, wie das Bundesamt für Strassen (Astra) am Dienstag mitteilte.

Die Massnahmen überbrückten die Zeit bis zum Umbau des Streckenabschnitts auf eine Autostrasse mit Mittelleitplanken, heisst es in der Mitteilung weiter. Für den Umbau müsse die Strasse um rund drei Meter verbreitert werden. Die Projektierung sei in Arbeit, die Realisierung gegen 2020 vorgesehen.

Nach mehreren schweren Unfällen hätten Vertreter des Astra und der Kantonspolizei Obwalden erneut eine Analyse der Sicherheit auf dem betroffenen Streckenabschnitt vorgenommen, schreibt das Bundesamt. Die Strasse weise keine grundsätzlichen Sicherheitsdefizite auf, Unfälle etwa wegen Unaufmerksamkeit könnten jedoch schwere Folgen nach sich ziehen, heisst es in der Mitteilung.

Das Bundesamt für Strassen hatte bisher verlauten lassen, die geplanten Massnahmen im kommenden Frühling zu realisieren – vor den neuerlichen schweren Unfällen von Anfang Monat auf der A8.

Am Montag sagte Bundesrätin Doris Leuthard in der Fragestunde des Nationalrates, dass geplant ist, «im Herbst dieses Jahres ein durchgehendes Überholverbot auf der heutigen Gegenverkehrsstrecke zu signalisieren, markiert mit einer doppelten Sicherheitslinie und Plastikbaken».

Leuthard hielt in ihrer Antwort auf eine Anfrage des Obwaldner Nationalrats Karl Vogler auch fest, dass der Abschnitt zwischen Sarnen Nord und Alpnach mittelfristig mit einer Mittelleitplanke gesichert werden soll.

Karl Vogler ist von der Notwendigkeit einer Leitplanke überzeugt. «Es ist positiv, dass die Planungen dafür angelaufen sind», so Vogler. Über einen Zeithorizont sei in diesem Zusammenhang noch nicht gesprochen worden. «Da werde ich sicher nachfragen und dranbleiben.»

Auf der im Gegenverkehr betriebenen Autostrasse A8 zwischen Sarnen und Alpnachstad ereignen sich immer wieder Unfälle mit Toten und Verletzten. Zuletzt kam es am 6. September zu zwei Frontalkollisionen am selben Tag. Dabei starb eine Frau. Fünf Personen wurden verletzt.

Im vergangenen Jahr kamen auf dem rund sechs Kilometer langen Strassenabschnitt bei zwei Unfällen vier Menschen ums Leben. Zwischen Mai 2007 und November 2011 ereigneten sich gemäss Bundesamt für Strassen 23 Unfälle mit drei Todesopfern. Rund die Hälfte der Unfälle waren Kollisionen oder Beinahekollisionen im Gegenverkehr.

Um Frontalkollisionen zu vermeiden, wurde in diesem Jahr zwischen Sarnen und Alpnachstad die Signalisation verbessert. Bei den Einfahrten wurden Richtungspfeiler am Boden angebracht. Die doppelten Sicherheitslinien wurden mit einer Rüttelmarkierung versehen.

mu/rem/sda

Beim Unfall am Freitagabend verlor eine Frau aus der Region ihr Leben. (Bild: Izedin Arnautovic)
10 Bilder
Der korrekt entgegenkommende Autofahrer wurde schwer verletzt. (Bild: Kantonspolizei Obwalden)
Am Freitagmittag wurden vier Personen bei einer Frontalkollision verletzt. (Bild: Robert Hess / Neue OZ)
Die Unfallstelle in Alpnachstad. (Bild: Kantonspolizei Obwalden)
Bild: Kantonspolizei Obwalden
Bild: Robert Hess / Neue OZ
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Beim Unfall am Freitagabend verlor eine Frau aus der Region ihr Leben. (Bild: Izedin Arnautovic)