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Sie kamen fürs Gebet gegen die «Todeskultur»

Ihr Gebet gilt dem Anliegen für ein Verbot der Abtreibung. 220 Männer und vor allem Frauen jeden Alters trafen sich dafür am Samstag auf dem Flüeli und im Ranft. Bewusst in der Nähe von Bruder Klaus.
Markus von Rotz
Der Anlass startete im Mehrzweckgebäude Flüematte. (Bilder Pius Amrein (Flüeli-Ranft, 26. Mai 2018)).
Später gings zu Fuss zu einer Eucharistiefeier in den Ranft hinunter.
Teilnehmer zwischen der oberen und der unteren Ranftkapelle.
Der Gottesdienst wurde von Pater Ioannes Chattopadhyay aus dem Kloster Disentis gefeiert. Links der A-capella-Chor Harpa Dei.
Der A-capella-Chor Harpa Dei aus Deutschland hatte auch einen Auftritt in der Mehrzweckhalle und überzeugte mit seinen gewaltigen Stimmen.
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Beten gegen «Todeskultur» im Flüeli

Just am Tag, als aus Irland die Aufhebung des Abtreibungsverbots gemeldet wird, treffen sich Verbotsbefürworter in Obwalden auf Einladung der Organisation Marsch fürs Läbe. «Das habe ich leider mitbekommen und ist natürlich nicht in meinem Sinn, aber das ist Demokratie», sagt Trudi Schenker (79) aus Olten. Umso mehr genoss sie den Gebetstag «im Kreis Gleichgesinnter. Das stärkt, und ich hoffe, dass Gott das hört und einschreitet.»

Man fühle sich mit einem grossen Anliegen «oft auf verlorenem Posten», hatte Pater Ioannes Chattopadhyay aus dem Kloster Disentis eben gepredigt und gleich relativiert: «Jesus Christus ist mit uns, und er will das Leben für alle.» Und es seien auch alle Seelen jener Kinder hier, welchen das Leben verwehrt worden sei. 120 der total 220 Teilnehmer des Anlasses hatten den Weg in die untere Ranftkapelle unter die Füsse genommen.

Polizeiaufgebot grösser als das Demopotenzial

Es ist friedlich hier unten. Grillenzirpen, Vogelgezwitscher, das Rauschen der nahen Melchaa. Nur landwirtschaftliche Fahrzeuge an den Hügeln darüber stören die sommerliche Ruhe etwas. Die Polizei ist sichtbar, hier unten und rund um die Mehrzweckhalle auf dem Flüeli. Dort haben sich Männer und Frauen jeden Alters, wenn auch mit mehrheitlich grauem Haupt, und vereinzelte Familien aus der ganzen Schweiz und aus Deutschland kurz vor Mittag eingefunden. Man zählt mehr Polizisten als die Handvoll Jugendlicher mit Demopotenzial. Diese lassen sich von der Polizei fernhalten, dürfen aber am Wegrand in den Ranft ihr Plakat für Selbstbestimmung aufhalten.

«Wir stehen in einer Krisenzeit»

OK-Mitglied Daniel Regli erinnert daran, dass man 2017 den Marsch fürs Läbe bewusst nahe bei Bruder Klaus plante. Das wurde aus Sicherheitsgründen verwehrt. «Es war nicht das primäre Ziel, auf den fahrenden Zug des Bruder-Klaus-Jubiläums aufzusteigen. Aber wir sind überzeugt, dass er sich für das Leben einsetzen würde.» Der Nationalheilige habe seinerzeit einen Bürgerkrieg verhindert. «Wir stehen mit den Abtreibungen heute auch in einer Krisenzeit.» Ja, es sei «eine traurige und ernste Zeit mit unserer Todeskultur, die Tag und Nacht gepflegt wird», sagt Musiker Mario Schaub zwischen den Liedern und Gebeten. Sie werden von Radio Gloria («Unterwegs mit Gott») live übertragen. Samt den gewaltigen Stimmen der vier «leiblichen und geistlichen» Geschwister, wie ihr Begleiter es ausdrückt. Sie bilden den Chor «Harpa dei» der 24-köpfigen katholischen Laiengemeinschaft Agnus Dei im deutschen Irndorf am Bodensee. Diese nimmt in ihrem Haus Frauen auf, um zu vermeiden, dass sie abtreiben. Tötung ungeborener Kinder sei «eine unbegreifliche Verletzung der Menschenrechte», der Anlass hier also «ein Herzensanliegen».

Hansruedi Ulrich aus Sarnen würde für dieses nicht irgendwo aufmarschieren, aber er bete oft bei Bruder Klaus und sei auch am Friedensgebet im November jeweils im Ranft. «Wenn ich für Frieden bete, gehört ja der Schutz des Lebens auch dazu. Insofern unterstütze ich das Anliegen», erzählt er.

Zurück auf dem Flüeli wird es nun emotionaler: Roland P. schildert, wie er und seine Frau bei der zweiten Schwangerschaft erfuhren, ihre Zwillinge würden zu 90 Prozent vor der Geburt sterben oder dann schwer behindert geboren. Gegen den Rat des Arztes und Bekannter lehnten sie einen Abbruch ab. Die zwei Kinder kamen «dank medizinischer Hilfe und Gebeten» ohne die von sechs Spezialärzten diagnostizierte schwere Krankheit zur Welt. Vieles hänge von Ermutigung und Hilfe ab, sagte er und schloss: «Verurteilung bringt nichts, aber helfen schon.» Genau, wie es Trudi Schenker aus Olten formulierte. «Ich habe keinen Hass gegen Leute, die abtreiben, sondern Erbarmen mit ihnen.» Der friedliche, alles andere als militante Tag endete mit Fürbitten «für eine Rückkehr zum uneingeschränkten Recht auf Leben».

Der 9. Marsch fürs Läbe findet am 15. September um 15 Uhr auf dem Bundesplatz in Bern statt.

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